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Reiseblog für Flashpacking, Camping, individuelles Reisen

Fjordnorwegen – Im Land der Riesen und der Gletscher

Abwechslungsreiche Panoramastraßen, tiefe Fjorde, endlose Hochebenen, vergletscherte Berge, unzählige Wasserfälle und idyllische Seen sind in den atemberaubenden Landschaften Fjordnorwegens allgegenwärtig. Ein wunderschönes Land für Naturliebhaber, Frischluftfanatiker und Campingbegeisterte! Auf einer dreiwöchigen Tour erkunden wir Fjordnorwegen mit unserem Campervan.

 

Die Route
Bergen – Nordhordland – Gaularfjellet – Jostedalsbreen Nationalpark – Stadlandet – Geiranger – Sognefjell / Breheimen Nationalpark – Lustrafjord – Nigardsbreen – Lærdal – Espelandsdalen – Totak / Rauland – Seljordsvatnet – Hirtshals

TOP 5 – Übernachtungsorte
Camping und Hyttegrend „Hov“, Gaularfjellet – grandiose Aussicht am Wasserfallpfad!
Høyseth Camping Jostedalsbreen NP – Fernsicht auf Gletscher, Berge und Wasserfälle
Camping Hirtshals (1. Reihe) – Strandnähe und Blick auf´s offene Meer mit Sonnenuntergang!
Camping Espelandsdalen – klein, fein und idyllisch am See
Krossbu Camping – einfach, aber inmitten der weiten Fjelllandschaft gelegen!

TOP 5 – Aktivitäten
Wanderung auf dem Sognefjellet von Krossbu nach Bøvertun (Breheimen NP)
Wanderung auf dem Wasserfallpfad (Gaularfjellet)
Kayakfahrt auf dem Geirangerfjord
Wanderung zum Haugabreen
Panoramastreckentouren Sognefjellet und Strynefjellet

 

Es riecht nach Meer, der Wind zottelt in den Haaren und im goldgelben Gras. Wir sitzen oberhalb der sandigen Klippen, der Himmel ist wolkenlos. Seeblick, Sonne, Strand! Drei entspannte Stunden haben wir noch Zeit, bis wir uns am Fährhafen von Hirtshals zum Check In für unsere sechzehnstündige Überfahrt nach Bergen einfinden müssen.

Tipp: Zwischen dem örtlichen Campingplatz „Hirtshals“ und dem Stadtzentrum befindet sich ein Schotterweg, der direkt bis an den Klippenrand oberhalb des Strands heranführt. In der Einfahrt befindet sich zwar eine Höhenbeschränkung, aber ein Campervan mit einer Höhe unter zwei Metern sollte durchpassen (unser Viano jedenfalls passte).

Am Abend legt die MS Bergensfjord der Fjordline vollbeladen ab. Es fühlt ich ein wenig an, wie eine kleine Kreuzfahrt, denn auch das Fährschiff ist mit ziemlich vielen Annehmlichkeiten ausgestattet, einschließlich Restaurants, Bar, Bühne, Hubschrauberlandeplatz und Übernachtungsmöglichkeiten in allen Kategorien – von der Luxuskabine bis zum Pullman-Sessel. Wir haben vorab eine so genannte „Minilux-Kabine“ reserviert. Sie befindet sich vorne im Bug mit Bullaugenmeerblick. Bei der Buchung haben wir jedoch offensichtlich eine kleine Einschränkung übersehen. Auf unserem Beleg prangt der Hinweis: „Über dem Nachtclub gelegen“. Wir sehen schon einer schlaflosen Nacht entgegen, aber die Musikgeräusche sind minimal und werden auch noch durch die Klimaanlage übertönt. Die kühlt dafür die Kabine ziemlich herunter und verbreitet eine fiese Zugluft. Ich bin froh, Mütze, Halstuch und Ohrenstöpsel dabei zu haben. Zur Not tut es auch die Bettdecke, die man sich über den Kopf zieht.

Durch die Schärenlandschaft Südwestnorwegens

Der schönste Platz an Deck ist der Hubschrauberlandeplatz mit freier Sicht zu allen Seiten! Dort suchen wir uns am Morgen nach einer kleinen Schlacht am Frühstücksbuffet ein schattiges Eckchen und lassen die vom Eis glattgeschliffenen Rundhöcker der Schären an uns vorüberziehen. Mit der Zeit gewinnen die Hügel an Höhe, das Land hebt sich immer weiter heraus. Wir kommen nach Fjordnorwegen. Die bunten Holzhäuschen an den Ufern werden allmählich zahlreicher, und bald schon liegt der Hafen von Bergen vor uns.

Der diesjährige „Jahrhundertsommer“ hier in Norwegen empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein und damit völlig anders als bei unserer letzten Norwegenreise im Jahr 2009, bei der wir im Dunst und Nebel in Kristiansand ankamen. Wir rollen von Bord und direkt hinein in die Kloster Garasje, eine Tiefgarage in Zentrumsnähe, die bis zwei Metern Höhe befahrbar und deshalb auch für den Campervan geeignet ist. So können wir noch einen kleinen Stadtrundgang unternehmen, bevor wir uns irgendwo außerhalb der Stadt eine Übernachtungsmöglichkeit für heute suchen wollen.

Wir erkunden zu Fuß die Halbinsel Nordnes mit verwinkelten Gassen, Kopfsteinpflaster, herzallerliebsten Holzhäusern und einer charmanten Parkanlage. Hier befinden sich auch das Akvarium und ein einladendes Meeresschwimmbad. Über den rummeligen Fischmarkt Torget gelangen wir hinüber auf die andere Seite des Hafenbeckens zum alten, heute als Weltkulturerbe geschützten Stadtteil Bryggen. Bryggens Fassaden zur Hafenseite und die kleinen Gassen mit Galerien, Boutiquen und Cafés sind sehr malerisch, aber entsprechend auch sehr gut besucht.

In einem großen Bogen kehren wir durch den neueren Teil der Bergener City zur Tiefgarage zurück. Unser Roadtrip kann beginnen! Wir verlassen Bergen in Richtung Norden und gelangen immer weiter in die Schärenlandschaft des Nordhordlands hinein. Über Brücken überqueren wir mehrere Meeresarme und passieren wunderschöne, kleine Seen. Auf der Suche nach Campingplätzen treffen wir auf viele verlockende Möglichkeiten, wild zu campen. Ohne gefüllten Wassertank fühlen wir uns aber dafür noch nicht gut genug ausgestattet.

Tipp: In Norwegen gilt das so genannte Jedermannsrecht, das es unter Beachtung bestimmter Regeln jedem erlaubt, für eine Nacht in der Wildnis sein Lager aufzuschlagen. Landwirtschaftliche Flächen und Rastplätze gehören dementsprechend nicht dazu. Es muss zum Beispiel ein gewisser Abstand von Privathäusern und bewohnten Hütten gehalten werden (150 m).

In Leirvåg setzen wir zum ersten Mal mit einer Fähre über einen Fjord nach Sløvåg über. Wie Fremdkörper wirken hier inmitten der Naturlandschaft eine Raffinerie und mehrere Bohrinseln, die ganz nah an der Küste liegen. Noch nie haben wir eine solche Anlage aus so geringer Distanz gesehen. Auffallend ist der überall sehr gute Mobilfunkempfang! Überall können wir problemlos mit unseren Handys im Internet recherchieren und finden so auch den in der Nähe gelegenen Campingplatz „Nautesund“. Der Platz selbst ist eher ein Trailerpark für riesige, dauerhaft abgestellte Wohnwagen mit überdimensionalen Terrassen. Es gibt jedoch schöne, einzelne Stellflächen direkt am Wasser in einer malerischen Schärenbucht gelegen, die für Kurzzeitgäste gedacht sind.

Die Uferzonen, die kleinen Stege und der Yachthafen wirken so einladend, um sich hier einfach irgendwo ein schönes Picknickplätzchen zu suchen und in die Gegend zu schauen! Als wir jedoch unser Lager aufschlagen, setzt ein Dauernieselregen ein. Wir igeln uns in unseren Campervan ein und weihen unsere bislang noch nie benutzten Kochplatten mit der Zubereitung eines schnellen Risottos mit Parmesankäse ein (bloß kein fettiges Braten in der Pfanne!). Als der Regen am späten Abend aufgehört hat, erkunden wir noch etwas die Umgebung. Die Wasserflächen in den kleinen Buchten liegen spiegelglatt da. Ein paar Seeschwalben tauchen gelegentlich im Sturzflug mit einem platschenden Geräusch in die Fluten, und ein paar kreischende Möwen unterbrechen ab und zu die Stille. Tief unten im klaren Wasser liegen unzählige, riesige beigefarbene Seesterne, die aussehen wie überdimensionales Spritzgebäck!

Irgendwann registrieren wir, dass der Tag überhaupt nicht zu Ende geht! Es bleibt unverändert hell, und wir werden auch nicht müde. Erst um halb elf abends setzt so etwas wie eine Dämmerung ein, aber es wird nicht vollständig dunkel. Durch die offene Campertür blicken wir auf die Schäreninseln, es ist kühl und noch immer ein Bisschen nass vom Regen.

Nun also mit dem Campervan durch Norwegen – für uns eine neue Campingerfahrung. Im Jahr 2009 waren wir hier mit einem Zelt unterwegs. Es war oft regnerisch, so wie heute – und kalt. Hätten wir das Zelt heute auch noch dabei, wären wir wahrscheinlich in einer Miethütte gelandet. Hauptsache ein festes Dach über dem Kopf. Mit dem Camper haben wir dieses feste Dach immer dabei und für alle Fälle auch einen kleinen Heizlüfter. Für uns ist es die perfekte Kombination aus einem Minimum an Komfort und der dennoch immer vorhandenen Verbindung mit der Natur. Bei geöffneter Seitentür oder Heckklappe ist man drinnen, aber es fühlt sich an wie Draußensein.

Wasserfälle und Stromschnellen im Tal des Gaularflusses

Das erste, was ich an diesem Morgen in aller Frühe höre, ist ein „Oh, ist das gemütlich!!“ von Carsten, der dann noch einmal für zwei Stunden weiterschläft. Die Wasservögel tschilpen währenddessen um die Wette. Das Licht ist unverändert trübe und diffus. Als wir zur Weiterfahrt aufbrechen, regnet es wieder. Unser Ziel ist heute (eigentlich) der Jostedalsbreen, das größte Gletscherfeld auf dem europäischen Festland. Vorbei an unzähligen Bächen und Seen gelangen wir höher in die geschliffenen, bewaldeten Berge hinein.

Der perfekte Song für ein archaisches Landschaftserlebnis: „Miasma“ von Ghost

Es geht hinab zum mächtigen Sognefjord, dem längsten und tiefsten unter den Fjorden, der uns vor Augen führt, wie unglaublich groß die Eismassen einst gewesen sein müssen, um diese gewaltigen Spuren in der Landschaft zu hinterlassen. Die Landschaft ist so wunderschön, dass das Cruisen mit dem Campervan selbst zum Erlebnis wird. Mit der Fähre wollen wir von Ytne Opperdal nach Lavik übersetzen. Die Fähre steht noch am Anleger, als wir angebraust kommen, doch direkt vor unserer Nase fährt die Schranke herunter, und das Schiff legt ab. Die Wartezeit bis zur nächsten Fährankunft und auch die Überfahrt verbringen wir mit einem angenehmen Plausch mit einer vierköpfigen slowenischen Familie, die darauf zu brennen scheint, ihre Deutschkenntnisse zum Einsatz zu bringen.

Irgendwann entdecken wir an einem Abzweig im Ylredalen einen Wegweiser zum als Panoramastrecke („Norwegische Landschaftsroute“) gekennzeichneten Gaularfjellet. Wir haben das Gefühl, hier könnte es schön werden (noch schöner als es sowieso schon ist!!)… Kurzerhand entscheiden wir uns, später zum Jostedalsbreen zu fahren, und dem Schild zu folgen. Eine kleine Straße führt an weiteren Seen und lieblichen Hofanlagen und Siedlungen vorbei. Die Felsflanken der Berge bilden die Kulisse. Wir kommen an einem beeindruckenden Wasserfall vorbei, über den der etwas höher gelegene See einfach so leer zu laufen scheint (was er bei den Wassermassen natürlich nicht tut). Im Angesicht des Falls plaudern wir mit einem älteren Herrn aus San Diego, der früher einmal in Deutschland gearbeitet hat. Als er anfängt, über die Bedeutung Karls des Großen für die Besiedlung der Orkney-Inseln zu philosophieren, wird es Zeit zu gehen…

In unserer Straßenkarte haben wir auf der Wegstrecke ein Campingplatzsymbol ausfindig gemacht und wollen vor Ort entscheiden, ob wir bleiben oder uns einen schönen Platz zum Wildcampen suchen (der Wassertank ist inzwischen gefüllt). Die Wegstrecke auf den Gaularfjell bietet hierfür unzählige gute Stellen, auch in der Nähe der Straße. Die Frage nach dem Wildcampen hat sich jedoch für uns auch heute erledigt, als wir das Gelände des Campingplatzes inspizieren. Es ist ein absoluter Traum. Idyllischer kann man mit einem Campervan nicht übernachten! Auf Camping und Hyttegrend „Hov“ stehen wir unmittelbar am Seeufer zwischen Birken und Kiefern, gegenüber einer Bergflanke mit Schneeresten. Wir befinden uns direkt am Naturschutzgebiet des Gaularflusses mit unzähligen Wasserfällen, Stromschnellen und idyllischen Seen.

Vom Campingplatz selbst führt ein schmaler Pfad am Seeufer entlang durch Birken- und Kiefernhaine und durch Blaubeergebüsch flussaufwärts. In einer Viertelstunde gelangen wir zu dem beeindruckenden Likholefossen und können dort die herabrauschenden, tosenden Fluten bestaunen. Oberhalb des Falls führt eine Fußgängerbrücke über den Fluss und ermöglicht so den Blick aus einer anderen Perspektive. Als die Sonne hinter dem Berg verschwunden ist, wird es kalt. Wir sitzen noch eine Weile vor dem Camper. Eingemummelt in Schlafsack und Pullover halten wir uns die Pferdefliegen vom Leib und lauschen dem immerwährenden Rauschen der Stromschnellen. Von irgendwo her duftet es nach Lagerfeuer und frischem Fisch vom Grill. Erst zwei Tage sind wir in Norwegen und können schon jetzt kaum fassen, mit welcher Vielzahl an Naturschönheiten dieses Land gesegnet ist!

Wanderung auf dem Wasserfallpfad

Ein weiterer wunderbarer Tag an den Ufern des Gaularflusses steht bevor. Wir wollen heute 13 des insgesamt 21 Kilometer langen Fossestien, des Wasserfallpfads, wandern. Er beginnt oben auf dem Gaularfjell und führt, immer dem Wasser folgend, bis hinab in das 500 Meter tiefer gelegene Viksdalen.

Tipp: Vom Campingplatz gibt es jeden Morgen um 10 Uhr gegen ein Entgelt von ein paar Kronen einen Fahrdienst hinauf zum Einstiegspunkt. Der Fossestien führt dann direkt am Campingplatz Hov entlang. Nach einem anstrengenden Wandertag benötigt man also keinen weiteren Transfer, sondern kann sich direkt in den eigenen Klappstuhl fallen lassen.

Auf dem Fossestien sind wir der Natur ganz nah und streifen auf einem schmalen Wurzelweg durch lichte Kiefern-Birken-Wäldchen und mit Wollgras durchsetzte Feuchtwiesen, immer am Wasser entlang. Mal ist es ein stiller See, den wir umrunden müssen, mal verengt sich das Gewässer zu einer reißenden Stromschnelle oder tost als schäumender Wasserfall zu Tal. Über Stege und kleine Brücken überqueren wir die unzähligen klaren Bäche, die von den Hochebenen heruntergeplätschert kommen. Obwohl wir flussabwärts unterwegs sind, windet sich der Weg ziemlich oft bergauf auf kleine Anhöhen, teils auch ziemlich weit vom Flussufer entfernt. Kuhglockengeläut durchbricht die Stille, Kühe queren unseren Weg. Andere, wildlebende Tiere lassen sich hingegen nicht blicken. Und auch kaum andere Wanderer. Nach fünf Stunden kommen wir erschöpft, aber zufrieden wieder am Campingplatz an.

Den ganzen Tag haben wir schon an ein erfrischendes Bad in unserem See gedacht… also rein in die Badesachen und ins Wasser! Und ganz schnell rückwärts wieder raus! Das Wasser ist so kalt, dass es wehtut! Immerhin sind wir in kürzester Zeit wieder auf Normaltemperatur heruntergekühlt!

Wanderung zum Haugabreen im Jostedalsbreen Nationalpark

Wir brechen unser Lager hier heute ab und fahren weiter – zunächst auf derselben Strecke, die wir gestern zum Ausgangspunkt der Wanderung genommen haben, dann aber noch weiter in die Berge hinein, hinauf auf das Gaularfjell. Oben treffen wir auf eine recht neu und spektakulär angelegte Panoramaplattform namens „Utsikten“ (zu Deutsch: die Aussicht). Von hier kann man die weitere Strecke, eine ebenso spektakuläre Serpentinenstraße, überblicken. Da diese jedoch in eine für uns falsche Richtung führt, kehren wir um und fahren über die Hochebene mit ihren kargen Felsflanken, Geröllfeldern, schillernden Bergseen, Schneefeldern und kleinen Wasserfällen wieder zurück.

Der perfekte Song zur Befahrung einer Panoramastraße übers Fjell: „Twelve Stars and an Azure Crown“ von Atlantian Codex

Für heute haben wir als Ziel die Vogelinsel Runde an der Atlantikküste auserkoren. Doch auch diesmal gestaltet sich der Tag ganz anders, als am Morgen erwartet. Nachdem wir den riesigen Jølstravatnet passiert haben, entdecken wir in unserer Karte hinter dem Ort Skei eine Seitenstraße mit Campingplatzsymbol, die von Westen her ziemlich weit an den Jostedalsbreen heranführt, den wir ja eigentlich vorgestern schon zum Ziel hatten. Die touristisch am stärksten frequentierten Gletscherzungen wie der berühmte Briksdalsbreen befinden sich auf der Nordseite des Nationalparks. Abseits dieser Hauptanlaufpunkte unterwegs zu sein, erscheint uns ziemlich verlockend, also versuchen wir unser Glück. Nach etwa 10 Kilometern treffen wir fast am Ende der Straße in einem weiten Seitental des Nationalparks auf den Campingplatz „Høyseth“. Der Platz besteht aus einer Bilderbuchwiese mit acht kleinen Hütten und freiem Blick auf zwei Gletscherzungen und mehrere Wasserfälle. Mit Herz und Leidenschaft haben die aktuellen Osloer Betreiber dieses Idyll gerade erst übernommen und befinden sich in ihrer ersten Saison.

Tipp: Direkt vom Campingplatz kann man zu einer Gletscherzunge des Jostedalsbreens wandern, zum Haugabreen. Über eine kleine, geschotterte private Mautstraße gelangt man entweder zu Fuß oder mit dem Fahrzeug zu einem drei Kilometer entfernten, auf 650 Höhenmetern gelegenen Wanderparkplatz und von dort in einer etwa eineinhalb Stunden dauernden Wanderung zum etwa 900 Meter hoch gelegenen Gletscher.

Da die Campingplatzbetreiberin von einer Befahrung der Schotterstraße abrät – zu eng, zu steil –, machen wir uns voller Elan zu Fuß auf den Weg. Die Piste windet sich in ziemlich engen, staubigen Serpentinen nach oben, und die Sonne brennt. Nach einer halben Stunde ist die Luft raus. Uns ist warm, und wir werden irgendwie träge. Gleichzeitig merken wir, dass die Straße nur auf dem ersten Stück ein wenig kniffelig ist und sich dann lang und gerade bis zum Horizont erstreckt. Schnell ist der Entschluss gefasst: Carsten läuft zurück zum Campingplatz, holt den Campervan und sammelt mich dann auf halber Strecke ein. So können wir den späteren Rückweg etwas verkürzen. Wir stimmen ab, dass ich Carsten per Handy Bescheid gebe, falls mir ein größeres Fahrzeug begegnet, das ihm auf der engen Serpentinenauffahrt in die Quere kommen könnte. Als Carsten außer Sichtweite ist, bemerke ich, dass ich hier erstmals in Norwegen keinen Handyempfang habe. Kaum zu glauben und ziemlich blöd, denn genau hier könnten wir ihn jetzt brauchen. Es ist heiß, die Sonne brennt und unter meinen Wanderstiefeln staubt die Schotterpiste. Zu den Seiten öffnet sich ein weites Trogtal, durch das ein milchiger Fluss schon ankündigt, dass weiter oben der Gletscher wartet. Weit und breit scheine ich das einzige Menschlein in dieser weiten, wilden Berglandschaft zu sein… Bis dann doch am Horizont zwei Fahrzeuge auftauchen. Ich halte sie an und informiere die Insassen über den zu erwartenden Gegenverkehr. Wahrscheinlich sind sie sogar unten, bevor Carsten überhaupt losgefahren ist.

Irgendwann kommt er angebraust und sammelt mich ein. Der Gegenverkehr ist in der Tat ausgeblieben, das steile Stück hat er mit durchdrehenden Reifen gemeistert. Dabei haben sich Matten, Kleidung, Reiselektüre, Geschirr, Lebensmittel und sonstiger Kram im gesamten Fahrzeug verteilt. Die letzten paar Hundert Meter bis zum Parkplatz sind dann kein Problem mehr.

Der Wanderweg zur Gletscherzunge führt uns durch eine Glaziallandschaft wie aus dem Lehrbuch. Am quirligen Gletscherfluss entlang durchqueren wir die Grundmoräne, kraxeln an einem Wasserfall bergauf, überqueren mehrere Gebirgsbäche von Stein zu Stein, klettern über Blockschuttfelder und blank geschliffenen Fels. Es wird allmählich windiger und kühl.

Und mit einem Mal liegt er weit, groß, imposant und eisig vor uns – der Haugabreen! Wir stehen ganz allein vor dem riesigen Eiskoloss und fühlen uns winzig klein!

Es ist inzwischen schon später Nachmittag, zu dieser Zeit ist das Feld vor dem Gletscher ein wirklich einsamer Ort.

Auf dem Rückweg hockt mitten auf dem Weg ein Paar im Rentenalter. Sie sind sich nicht sicher, ob sie einen vor ihnen liegenden Bach über einige nicht ganz so einfach zu überwindende Trittsteine überqueren können oder wollen. Wir erfahren, dass sie auf dem Campingplatz neben uns stehen und ermuntern sie, es zu versuchen und sich das phänomenale Haugabreen-Panorama nicht entgehen zu lassen (denn so schwierig ist es gar nicht, und sie haben Wanderstöcke dabei, mit denen sie sich abstützen können). Von weiter unten sehen wir sie wenig später auf der anderen Seite des Baches, wie sie uns freudig zuwinken! Als sie am fortgeschrittenen Abend immer noch nicht wieder am Campingplatz aufgetaucht sind, beginnen wir uns Sorgen zu machen und fragen uns, ob es richtig war, sie zum Weitergehen zu animieren… Um neun Uhr tauchen sie dann froh, munter und beglückt vom Gletschererlebnis doch noch auf – sie waren noch Blaubeeren sammeln.

Ich komme beim Abwasch mit einem Norweger ins Gespräch. Er preist mir die Halbinsel Stadlandet mit dem (fast) westlichsten Punkt des Landes als den ultimativen „insider tip of a local“ an und erzählt begeistert, er sei selbst schon zigmal dort gewesen. Auch sein Kollege schwärmt und zeigt mir auf seinem Handy Fotos von Surfern, Stränden und tosender Brandung. Sieht verlockend aus. Als ich Carsten davon berichte, beschließen wir kurzerhand, morgen der Empfehlung zu folgen und uns den Geheimtipp mit eigenen Augen anzusehen! Ist doch herrlich, spontan wieder alle Pläne umwerfen zu können (eigentlich hatten wir ja vor, Papageientaucher zu beobachten und anschließend die Stadt Ålesund zu besichtigen)!

Stadlandet – Norwegens Surfer´s Paradise im Nebel

Am Morgen ziehe ich die Vorhänge des Campers auf und blicke in ein nebliges Tal. Die ersten kraftvollen Sonnenstrahlen bahnen sich schon ihren Weg, aber noch ist es kühl. Heute fahren wir nach Westen. Drei Stunden lang geht es vorbei an langgestreckten Seen und durch liebliche Berglandschaften. Auf Stadlandet steuern wir zuerst das kleine Örtchen Selje an. Es ist empfindlich kühl geworden, das Thermometer zeigt nur noch 12 Grad an! Von hier kann man mit dem Boot für umgerechnet rund 30 Euro zu berühmten Burgruinen auf einer Insel übersetzen. Die Tour nimmt für einen kurzen Abstecher zu viel Zeit in Anspruch, der Nachmittag ist schon fortgeschritten und wir müssen uns noch einen Übernachtungsplatz für heute suchen. In unserer ziemlich veralteten Straßenkarte sind auf Stadlandet mehrere Straßen eingezeichnet, die irgendwo im Nichts enden. Eine davon, auf der Ostseite, ist mit einem Zeltplatzsymbol versehen. Das sieht abgelegen und interessant aus. Die kleine Straße entpuppt sich als schmale, einspurige, halb befestigte Steilküstenpiste und führt uns zu einer kleinen Siedlung Namens Eltvika.

Der perfekte Song für eine Steilküstenfahrt: „Stargazer“ von Rainbow

Die einzigen Menschen, die hier außer uns unterwegs zu sein scheinen, sind der Postbote und ein Herr, der im Blaumann herumwerkelt und uns mitteilt, dass es die Campingmöglichkeit hier im Ort schon seit Jahren nicht mehr gibt. Pech gehabt! Also zurück über die Piste und ein neuer Versuch mit dem nächsten Stich in Richtung Westkap. Der gleichnamige Campingplatz sagt uns mit seiner Lage direkt an der Hauptstraße nicht so zu. In Ervik werden wir dann endlich fündig – Erviksanden Camping. Wir landen auf einer großen Wiese, die nur durch eine Rosenhecke vom Strand getrennt ist. Drumherum blicken wir auf grau-moosige Felsen und kommen uns ein wenig vor wie in Schottland. Die direkte Lage am weiten, nur spärlich besuchten Strand ist unschlagbar! Die Waschmöglichkeiten sind hingegen weit entfernt, und wir finden sie ziemlich versüfft vor (eine Dusche und ein Waschbecken für alle). Nur von wenigen Plätzen aus erreicht man einen Stromanschluss. Das norwegische Surfer´s Paradise hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt (vor allem mit mehr Surfern!!). Es ist nur ein einziges Pärchen mit Surfboard auf dem Campingplatz.

Tipp: Wer den eigentlichen Surfer-Hotspot sucht, der sollte den benachbarten Ort Hoddevikka und den dortigen Campingplatz ansteuern.

Wir blocken uns einen Stellplatz mit Tisch und Stühlen und brechen noch einmal auf, um die Halbinsel näher zu erkunden. Wir scheinen hier wirklich am Ende der Welt angekommen zu sein (Trotzdem haben wir überall vollen Internetempfang!). Es ist zottelig, kalt und bewölkt. Das Westkap ist in dichten Nebel gehüllt. Wir sehen gar nichts, nur der Sturm braust uns um die Ohren. Die Landschaft ist faszinierend, trotz des ungemütlichen Wetters. Die schottischen Highlands lassen grüßen!

Kleine Abenteuer am Geirangerfjord

Es bringt nichts. Am nächsten Morgen hat sich ein fieser Dauernieselregen eingestellt, so dass klar ist, dass wir auch heute das Westkap nicht zu Gesicht bekommen werden. Die Surfer liegen bestimmt noch in ihren nassen Zelten und schlafen. Der ultimative Geheimtipp war leider nicht so ultimativ wie erhofft, und Hoddevika kann uns mal. Diesmal ändern wir also wegen des Wetters unsere Pläne (keine Insel Runde, keine Papageientaucher, kein Ålesund!) und fahren zurück ins Landesinnere, für das unsere Wetterapp milde Temperaturen und Sonnenschein anzeigt. Dann soll es also gerne touristischer werden, Hauptsache wir entkommen der Waschküche! Und so heißt das heutige Ziel unserer Wahl: Geiranger, der Besucherhotspot am gleichnamigen, beeindruckend engen und tiefen Fjord.

Zwischen der Ferienhochburg Stryn und dem Ort Geiranger liegt eine der Haupttouristenrouten Norwegens, die dementsprechend stark befahren ist, und an der sich ein Campingplatz an den anderen reiht (nach unserem Empfinden allesamt nicht sonderlich ansprechend). Während die Hauptstrecke durch einen Tunnel führt, besteht auch die Möglichkeit, auf die Hochebene des Strynefjellets zu fahren (ebenfalls eine „Norwegische Landschaftsroute“) und dort eine atemberaubende Naturlandschaft zu erleben! Über eine Serpentinenstraße gelangen wir durch ein enges Tal mit steilen Felswänden, von denen Wasserfälle hinabstürzen. Tief hängende Wolken tauchen das Fjell, die Matten und Wassermassen in ein mystisches Licht.

Der perfekte Song für Serpentinenauffahrten (und Sonnenuntergänge): „The Sun goes down“ von Thin Lizzy

Oben auf der Ebene kündigt ein Schild lange Wartenzeiten wegen irgendwelcher Straßenbauarbeiten an. Wir kehren lieber um, um die schnelle Tunnelverbindung nach Geiranger zu nehmen und sind verwundert über die vielen Autos und Wohnmobile, die uns plötzlich hier oben entgegenkommen. Unten vor dem Tunneleingang ist dann klar, was los ist. Ein Feuerwehrmann gibt gerade eine Tunnelsperrung wegen eines Unfalls wieder frei! Kurze Zeit später stehen wir im Tunnel im Stau und sehen an der Unfallstelle ein beklemmendes Bild. Zwei Autos sind hier fast frontal ineinander gefahren. Mit gedrückter Stimmung setzen wir unsere Fahrt fort.

Hinter dem Tunnel erklärt dann der letzte Straßenabschnitt bis nach Geiranger die Beliebtheit dieser Strecke und die Autoschlangen. Es tut sich eine atemberaubend weite und karge Landschaft mit Seen, Gipfeln und Schneeresten vor uns auf! Kein Wunder, dass sich das kaum ein Norwegenreisender entgehen lassen möchte! Auch in Geiranger sind unzählige norwegische und internationale Besucher – vermehrt in osteuropäischen und deutschen Reisebussen unterwegs. Der Campingplatz direkt im Ort spricht uns nicht so an, denn hier reihen sich die großformatigen Reisemobile dicht an dicht auf einer kargen Rasenfläche. Da wir den Trubel schon erwartet haben (als wir 2009 in Geiranger ankamen, wurde der Ort gerade von neu angekommenen Kreuzfahrttouristen geflutet), wollen wir versuchen, außerhalb einen Platz zum Übernachten zu finden. An der schmalen Verbindungsstraße haben sich schon einige Wildcamper eingefunden. Wir überlegen kurz, uns dazu zu gesellen, mögen aber doch lieber eine Fjordsicht MIT Dusche. Und siehe da, wir haben Glück! Auf „Solhaug Camping“, in der zwei Kilometer von Geiranger entfernten Siedlung Homlong, werden wir fündig. Solhaug Camping bietet überwiegend Hytta zur Miete an und hat nur vier Campingstellplätze. Hier ist noch ein kleines Eckchen auf einer oberhalb der Hütten gelegenen Schotterfläche frei. Von unserer kleinen Terrassenaussicht können wir das Geschehen unten auf dem Fjord überblicken, die Fähren, Ausflugsboote und Kayaks vorbeiziehen sehen. In Homlong geht es wunderbar beschaulich zu!

An der Rezeption plaudere ich ein wenig mit Berta, einheimisch, 18 Jahre alt. Sie berichtet, wie es in Geiranger im Winter zugeht, wenn eines der beiden großen Hotels geschlossen ist und sich fast ausschließlich die 250 Einwohner, aber kaum noch Touristen im Ort befinden. Dann nämlich übt das ganzjährig geöffnete Hotel auf die Bewohner der umliegenden Dörfer eine magische Anziehungskraft aus, denn es hat eine Bar, an der sich alle treffen! In der kalten Jahreszeit kehrt die Ruhe ein, und die Einheimischen haben Zeit für die schönen Dinge, die es neben Barbesuchen sonst noch so gibt – zum Beispiel rodeln sie die im Sommer stark befahrene, aber im Winter verwaiste Serpentinenstraße herunter.

Geiranger ist ohne Zweifel sehr touristisch. Der Hotelklotz am Wasser, der große Parkplatz, die ramschigen Souvenirläden… das alles wirkt abschreckend auf uns, aber es ist absolut nachvollziehbar, dass so viele Menschen diesen Ort sehen wollen. Die Landschaft ist einfach gnadenlos spektakulär! Der Geirangerfjord liegt weit im Landesinneren, ist schmal, die Felswände beeindruckend steil und hoch. In der Nähe liegen die Fjelle mit ihren Sommerskigebieten und ihrer alpinen Atmosphäre. Zusammen mit der maritimen Seite – den Möwen und dem Salzwasser – ergibt sich eine einzigartige Kombination!

Als Winzlinge in roten Kayaks durch den Geirangerfjord

Das Wasser schillert im Sonnenlicht, zu beiden Seiten ragen die nahezu senkrechten, mächtigen Felswände auf. Wässerfälle stürzen in die Tiefe. Winzigen roten Punkten gleich, paddeln wir durch diese imposante Szenerie! Wir fühlen uns nicht nur ganz klein, wir sind es auch!

Tipp: Ein Bootsverleih befindet sich an der kleinen Verbindungsstraße zwischen Geiranger und Homlong. Für drei Stunden zahlen wir für ein Kayak einen Preis von 50 Euro (nicht günstig, aber unglaublich lohnend!).

Drei Stunden lang sind wir an diesem Vormittag mit geliehenen Kayaks unterwegs.

Drei Stunden lang sind wir überwältigt. Über uns die mehrere hundert Meter hohen Gesteinsmassen, unter uns das mehr als 200 Meter tiefe Fjordwasser.

Immer wenn schnelle oder größere Boote passieren, stellen wir uns quer, um nicht von einer Welle zum Kentern gebracht zu werden. Beim Wechsel auf die andere Seite wird uns klar, wie breit so ein Fjord eigentlich ist. Deshalb warten wir, bis weit und breit kein Boot in Sicht ist und paddeln dann – was das Zeug hält – so schnell wie möglich ans gegenüberliegende Ufer, damit wir keinem in die Quere kommen. Auf dem Rückweg zur Verleihstation bemerken wir plötzlich ein erst ganz leichtes, dann immer deutlicher werdendes Vibrieren im Wasser, in den Kayaks, in der Umgebung, in uns. Der Blick über die Schulter zeigt, was da auf uns zukommt. Ein riesiges Schiff der Hurtigruten-Linie fährt den Fjord hinauf und direkt an uns vorbei. In der Nähe des Hafens stößt es einen imposanten Signalton aus, um seine Ankunft noch einmal deutlich und laut anzukündigen (als ob man es übersehen könnte!!). Und wir fühlen uns noch winziger in unseren kleinen, roten Kayaks!! Der Muskelkater in meinen Armen setzt übrigens schon ein, bevor wir wieder am Steg angekommen sind…

Direkt aus den Badeschuhen steigen wir in unsere Wanderstiefel und unternehmen am Nachmittag eine kleine, aber anstrengende Kraxeltour nach oben. Über einen schmalen Steig geht es direkt von Homlong aus die Fjordwand hinauf, bis wir nach ungefähr eineinhalb schweißtreibenden Stunden zwei malerische, denkmalgeschützte Almhütten auf der so genannten Homlongsætra erreichen. In einem lauschigen Birkenwäldchen lege ich mich auf den blanken Fels, um eine kleine Verschnaufpause einzulegen. Carsten streunt weiter umher, denn irgendwo hier vermutet er einen versteckt liegenden Aussichtspunkt namens Preikestolen (Predigtstuhl, nicht zu verwechseln mit dem berühmten Felsplateau am Lysefjord). Irgendwann höre ich seine begeisterten Rufe aus dem Gebüsch und versuche ihn zu orten. Als ich die lichte Stelle finde und mich auf das kleine, natürliche Felsplateau zu Carsten geselle, haut es mich fast um. Von hier haben wir einen freien Blick in die Tiefe des Fjords, und ganz unten sehen wir mehrere Kayaks umherfahren – winzig und rot – so wie unsere heute Morgen.

Wir könnten von hier zur Fähranlegestelle Skageflå hinabklettern und von dort mit dem Boot nach Geiranger fahren. Da es inzwischen schon spät ist, steigen wir jedoch über den selben Pfad wieder hinab ins Tal nach Homlong, über den wir gekommen sind. Unterwegs ziehen wir eine Bilanz: zu meinem Muskelkater in den Armen hat sich inzwischen Muskelkater in den Beinen gesellt. Carsten hat zwar keinen Muskelkater, aber dafür hat er nicht nur Blasen an den Händen (vom Paddeln) sondern jetzt auch an den Füßen. Heute haben wir wirklich alles gegeben!! Nach insgesamt vier Stunden Wanderung inklusive ausgedehnter Panoramapause sind wir wieder am Campervan. Wir sind platt und wollen nur noch drei Dinge: essen, ruhen und ein kaltes Bier aus der Kühlbox!

Am Morgen erwerben wir in einer Bäckerei in Geiranger für sagenhafte 12 Euro ein Brot und zwei Croissants und sind – wie bei jedem Einkauf in Norwegen – froh, eine große Kiste mit Lebensmitteln im Gepäck zu haben. Heute verlassen wir den quirligen Touristenhotspot und hoffen für die nächsten Tage auf etwas weniger Trubel. Wenige Kilometer von Geiranger entfernt zweigt an der auf 1.030 Metern über NN gelegenen Djupvasshytta die erst seit zwei oder drei Jahren apshaltierte mautpflichtige Straße auf den Aussichtsgipfel Dalsnibba (1.476 Meter über NN) ab. Dieser Ort wird als höchster Straßenaussichtspunkt Europas beworben, der über einen Fjordblick verfügt. Oben erwartet uns ein spektakulärer Skywalk mit Glasbrüstung und Bodengitter, durch das man hunderte von Metern in die Tiefe blicken kann. Die Aussicht ist fantastisch – der schillernde Djupvatnet, die Bucht von Geiranger mit einem vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiff, der Fjord und die umliegende Fjelllandschaft!

Irgendwann später am Tag gelangen wir in die Randbereiche des Reinheimen-Nationalparks, und die Landschaft verändert sich. Die kargen Fjelle liegen vorerst hinter uns und wechseln zu einer flachwelligen Landschaft mit Nadelbäumen und dahinterliegender Bergkulisse – wir fühlen uns wie in Kanada (so jedenfalls stellen wir es uns dort vor)! In der Region um Bismo, Geilo und das touristische Städtchen Lom mit einer interessanten Stabkirche haben wir hingegen den Eindruck, eine deutsche Voralpenlandschaft zu durchqueren. Durch das Leirdalen führt uns die Panoramastraße Sognefjellsvegen hinauf in eine immer dramatischer, wilder und unberührter erscheinende Gegend – wir gelangen ins Heim der Riesen, in die nördlichen Randbereiche des Jotunheimen Nationalparks.

Der perfekte Song für eine Fjellauffahrt: „He is“ von Ghost

Zu dem kleinen Berghotel namens Krossbu gehört auch ein Campingplatz. Er besteht aus nichts weiter als einer vermoosten Wiese mit Wollgrasfeldern an einem sprudelnden Gebirgsflüsschen, das sich hier zu einem kleinen See aufweitet. Die Kulisse bilden die kahlen, grünen Flanken der umliegenden Berge. Die ersten Gletscherfelder verstecken sich dahinter. Da es bei unserer Ankunft erst früher Nachmittag ist, sind die besten Plätze noch nicht belegt, und wir können unseren Campervan direkt am Flussufer abstellen. Wildcampen kann nicht schöner sein als an diesem wunderbaren Ort. Eine Dusche und Waschräume (für unseren Geschmack fast schon ein wenig zu spartanisch, aber die Wahnsinnslandschaft macht das wieder wett) sind in Reichweite am Hotel vorhanden, einen Stromanschluss gibt es nicht (mit dem Batteriebetrieb des Campervans für zwei Tage kein Problem).

Während ich mir an diesem Nachmittag eine kleine Auszeit zum Entspannen gönne, bricht Carsten zu einer kleinen Erkundungstour in die Umgebung auf. Wir gehen beide davon aus, dass er einen kleinen Spaziergang unternimmt und dann schnell wieder zurück ist. Doch das Ganze artet zu einer zweistündigen Kraxeltour aus. Die Landschaft ist so schön, dass der Wanderer einfach nicht umkehren kann! Vom Campingplatz aus nicht sichtbar, breitet sich nach dem Erklimmen der ersten Bergflanke eine Hochgebirgslandschaft mit drei mächtigen, eisbedeckten Gipfeln vor Carsten aus. Diese sieht so einladend aus, dass er dem Wanderweg weiter folgt und nach einer Stunde Kletterpartie das Ziel erreicht – die imposante Zunge des Leirbreen als Teil des Jotunheimen-Gletscherfeldes mit vorgelagertem See, in dem kleine Eisberge schwimmen. Ein wunderschöner Ort, an dem zu dieser Tageszeit außer ihm niemand unterwegs ist! Das ist die Einsamkeit, die wir in Geiranger so vermisst haben…

Im Land der Riesen und der Gletscher

Ausgehend von dem an der Panoramastraße Sognefjellsvegen gelegenen Campingplatz Krossbu unternehmen wir am folgenden Tag eine Wanderung über das Fjell. Der markierte Pfad soll uns in etwa sieben Stunden zur weiter unten, ebenfalls an der Panoramastraße gelegenen Herberge Bøvertun führen.

Wir durchstreifen ein weites, schroffes, unendlich schönes, unendlich einsames Randgebiet des Breheimen Nationalparks. Breiheimen, das Heim der Gletscher, hat uns ganz und gar in seinen Bann gezogen. Schon nach kurzer Zeit sind wir sicher, uns gerade auf einer der schönsten Wanderungen zu befinden, die wir jemals unternommen haben.

Wir kraxeln durch das Felsenmeer – riesige Blockschuttfelder, kleine und große Seen, Schneefelder, steile Steige und liebliche Flussbetten! Moos, Blumen und Wollgras!

Nach jedem Felsvorsprung und hinter jeder Kuppe können wir immer wieder kaum glauben, in welch grandioser Kulisse wir hier unterwegs sind! Am Horizont zeichnen sich die Berggipfel mit ihren imposanten Eisfeldern ab, die im Sonnenlicht erstrahlen! Wir sind hin und weg! Erst nach vier Stunden in absoluter Einsamkeit begegnen wir den ersten uns entgegenkommenden Wanderern, die mit Pinsel und Farbe ausgestattet die Wegmarkierungen erneuern.

Nach fünf anstrengenden Stunden scheinen die Endorphine in meinem Körper die Oberhand zu gewinnen. Als ich in einem Bachverlauf auf einem Moosbett unkontrolliert in eine ungewollte Richtung abdrifte und mir ein spitzer Schrei entweicht, breche ich in unkontrollierbares, nicht enden wollendes Gekicher aus!
Der letzte Teil des Weges führt hinab in das Tal des Dumflusses, das Dumdalen, in dem Zwergsträucher, Moosbetten und Wiesenpflanzen gedeihen, bis wir wieder die Hauptstraße, den Sognefjellsvegen, erreichen. Um zurück zum etwa sechs Kilometer aufwärts gelegenen Campingplatz zu gelangen, halten wir den Daumen raus und hoffen darauf, dass uns jemand mitnimmt. Zwar soll ab Bøvertun auch ein Linienbus in Richtung Krossbu fahren, jedoch erst in einer Stunde. Die Angelegenheit ist ein Bisschen zäh. Alle Fahrzeuge sind entweder voll belegt mit Kindern, Tierkäfigen und Gepäckstücken, oder die Insassen haben einfach keine Lust, zwei durchgeschwitzte, staubige Gestalten wie uns ins Wageninnere zu lassen. Verstehen könnte man es… Tatsächlich hat dann aber doch noch ein Tourist mit uns Erbarmen, der sich offenbar alleine mit einem Kleinbus befördern lässt, und lässt uns einsteigen. Yeah! Zwanzig Minuten später sitzen wir erschöpft, aber glücklich mit einem kalten Dosenbier vor unserem Camper. Was für ein herrlicher Tag!

Gewittertag

Am Bergsee ist es am folgenden Morgen zottelig, und uns steckt die lange Wanderung auch noch ein wenig in den Knochen. Obwohl wir bereits gestern den ganzen Tag durch die phänomenale Landschaft gestreift sind, kommen wir auch heute, beim Befahren des Sognefjellsvegen, aus dem Staunen nicht heraus. Majestätisch breiten sich vor uns die riesigen Gletscherfelder des Smørstabbrean und des Fannaråki-Gletschers und unzählige Seen aus! Wenn eine Straße den Namen Panoramaroute verdient, dann der Sognefjellsvegen! Bevor die Straße hinab zu den Ausläufern des Sognefjords führt, biegen wir auf eine für Wohnwagen nicht befahrbare, mautpflichtige Passstraße ab, die sich – immer begleitet von einer Freileitungstrasse – durch den hier nicht mehr ganz so spektakulären Fjell windet. Über den Bergen brauen sich dramatische Regenwolken zusammen.

Unten im Tal gelangen wir in die Gegend um das Städtchen Øvre Årdal, den benachbarten Ort Ardalstangen und den Sognefjord, die in wenigen Tagen für uns noch Schauplatz einer wunderbaren mehrtägigen Hochzeitsfeier zweier Freundinnen werden wird, zu der wir bereits in Deutschland eingeladen worden sind.
Doch heute durchfahren wir diesen Teil der Sognefjordregion nur, um zum Lustrafjord zu gelangen. Uns ist nach zwei recht „spartanischen“ Tagen nach einem Campingplatz mit Stromanschluss und einer vernünftigen Dusche zumute. Während wir am Fjordufer entlang cruisen wird es immer dunkler. Ein Gewitter bricht los und peitscht den Regen über die aufgewühlte Wasserfläche, auf der sich Wellen mit kleinen Schaumkronen bilden. Ein gewaltiger Blitz zuckt vor der Fjordwand bis hinab ins Wasser.

So zornig haben wir diese Landschaft noch nie erlebt.

Als sich das grobe Unwetter in einen feinen, aber andauernden Nieselregen verwandelt hat, erreichen wir das Dörfchen Luster und den kleinen, gepflegten Campingplatz Dalsøren. Genau so etwas haben wir gesucht. Mit Kaffee und Berlinern machen wir es uns in der offenen Campertür gemütlich und lassen den Tag ganz gemächlich mit viel Zeit zum Entspannen und Kochen auf dem Campingplatz verstreichen. Anscheinend haben wir ein völlig anderes Temperaturempfinden als einige Norweger hier auf dem Platz. Wir sind in Jacken und Mützen gekuschelt, während einige norwegische Kinder am Abend noch im eisigen Fjordwasser baden!

Bei einer kleinen Dorfbesichtigung entdecken wir durch das Fenster eines kleinen Museums neben der Kirche von Luster das Modell eines imposanten, irgendwie mysteriösen Gebäudes. Das klotzige Modell scheint so gar nicht in diese Region, in dieses Dorf, an diesen Fjord zu passen. Wir finden durch Recherche im Internet heraus, dass es ein tatsächlich existierendes, ehemaliges Sanatorium darstellt. Harastølen – so wird es genannt – wurde um 1900 hoch oben am Berghang über dem Ort Luster in abgeschiedener Lage errichtet. Bis Ende der 1950er Jahre diente der Bau als Tuberkuloseklinik mit bis zu 150 Betten, dann als psychiatrische Einrichtung und später eine Zeitlang auch als Asylbewerberunterkunft. Seither steht das Gebäude leer und verfällt allmählich… Neugierig geworden, schrauben wir uns am nächsten Morgen durch Regen und Dunstschleier eine enge, marode Serpentinenstraße hinauf in die Wälder. Wir haben das merkwürdige Gefühl, dass das trostlose Wetter nur dazu da ist, um die richtige Stimmung für diesen Sanatoriumsbesuch zu erzeugen und fühlen uns wie die Hauptakteure zu Beginn eines Psychothrillers… Wenig später stehen wir vor einem riesigen, verlassenen Gebäude mit zerschlagenen Fensterscheiben, wehenden Vorhängen und bröckelnder Fassade. Während wir über das Gelände streifen, rechnen wir fest damit, dass jeden Moment an einem der Fenster ein fahles Gesicht erscheint oder eine Gestalt im weißen Nachthemd irgendwo im Dunst am Waldrand auftaucht…

Dieser morbide Ort beflügelt die Phantasie…

Nach dem kleinen, schaurigen Abstecher gelangen wir um die Mittagszeit wieder in gefälligere Gegenden und am Ende eines langgestreckten Tals in den Ort Nigard. Der hiesige Campingplatz „Nigardsbreen“ liegt zwischen zwei reißenden Gletscherabflüssen auf der Grundmoräne und besteht aus einer großen Freifläche mit ein paar Hütten. Das klingt idyllischer, als es tatsächlich ist, aber hinter einem kleinen Birkenhain und einem Damm kann man bereits die imposante Gletscherzunge des Nigardsbreen erahnen. Das Wetter ist durchwachsen. Die Sonne brennt heiß, aber am Horizont kündigen sich schon die nächsten großen Regenwolken an.
Im Besucherzentrum buchen wir eine Gletscherwanderung für den kommenden Tag.

Tipp: Es gibt verschiedene Touren unterschiedlicher Dauer und Schwierigkeit zu unterschiedlichen Preisen. In der Hauptsaison sollte man aufgrund der starken Nachfrage unbedingt ein paar Tage vorher reservieren. Die lange Gletschertour kostet 60 Euro und dauert insgesamt viereinhalb Stunden, von denen zweieinhalb Stunden auf dem Eis verbracht werden.

Für den Rest des heutigen Tages fassen wir eine kleine Wanderung hoch oben in den Bergen oberhalb von Nigard ins Auge, für die wir noch einmal eine von zahlreichen Schafen bevölkerte Serpentinenstraße befahren müssen, um zum Vanndalsvatnet zu gelangen. Hier starten einige Wanderwege in die karge Hochgebirgslandschaft. Der Wanderparkplatz ist verlassen, das Wetter zottelig und nieselig. Während wir unschlüssig hin und her überlegen, ob wir tatsächlich aufbrechen sollen, wird uns die Entscheidung durch ein heraneilendes Gewitter abgenommen. Es brauen sich bedrohlich unbekannte Wolkenformationen zusammen, die sich wie ein kleiner Trichter nach unten ziehen – in dieser Form und vor allem in den Bergen haben wir so etwas vorher noch nie gesehen… Während der Rückfahrt ins Tal schüttet es in Strömen und die Blitze zucken um uns herum. Im Besucherzentrum finden wir Unterschlupf und sehen uns die dortige kleine Ausstellung zur Gletscher- und Siedlungsgeschichte des Jostedalen an. Jetzt helfen nur noch Kuchen und Cappuccino, den Schlechtwetter-Blues zu vertreiben.

Zurück am Campingplatz entspannen wir ein wenig und beobachten das emsige Treiben um uns herum. Die Rezeption steht unter dem resoluten Regiment einer betagten Norwegerin, die zwar Englisch versteht, aber nur in Norwegisch antworten kann. Sie wird durch eine junge Dame aus dem südostasiatischen Raum unterstützt, die wiederum nur Englisch mit starkem Akzent spricht. Beide gleichen Verständigungsschwierigkeiten durch eine immense Lautstärke beim Reden aus. Irgendwie scheinen sie aber mit dem Kauderwelsch ganz gut zurecht zu kommen.

Als ich am Abend zum Wasch- und Rezeptionsgebäude laufe, kommt mir die betagte Norwegerin schimpfend wie ein Rohrspatz mit einem Plastikeimer in der Hand entgegen. Ich verstehe kein Wort, bin völlig perplex und greife in einem Reflex nach dem Eimer. Sie reißt mir den Eimer wieder aus der Hand, blickt über mich hinweg und schimpft weiter! Ihr Unmut bezieht sich gar nicht auf mich (warum sollte er auch?!), sondern ich bemerke hinter mir eine Gruppe junger Polinnen, die auf dem trockenen Rasen einen Einweggrill in Betrieb genommen haben. Alle blicken völlig verdutzt drein und verstehen offensichtlich genauso wenig wie ich. Als ich ein paar Minuten später aus der Dusche komme, sitzt die alte Dame hyperventilierend und aufgewühlt vor ihrer Rezeption. Ich erkundige mich, ob alles in Ordnung ist und erfahre von ihrer „Assistentin“, dass sie befürchtet habe, durch den Grill könne sich der Rasen entzünden und ein Feuer ausbrechen. Später steht der Einweggrill triefend vor Nässe vor der Rezeption. Im Küchenraum treffe ich die Polinnen an der Kochplatte – heute gibt´s kein Barbecue mehr, sondern Tütensuppe…

Am nächsten Tag stehen wir bei herrlichstem Sonnenschein auf dem Parkplatz vor dem Nigardsbreen, dem Treffpunkt unserer heutigen Gletscherwanderung. Der Nigardsbreen, ein Ausläufer des Jostedalsbreen-Eisfeldes, ist eines der am leichtesten zugänglichen Gletscherareale Norwegens und über einen einfach zu begehenden, flachen Wanderpfad oder mit einem kleinen Boot zu erreichen. Dementsprechend ist dieser Ort vielbesucht. Nichtsdestotrotz ist die Gletscherzunge beeindruckend, da sie sehr langgezogen und im oberen Teil stark zerklüftet ist. Es sind unzählige Gruppen mit Guides unterwegs. Unsere Gruppe ist mit zwei Mal 15 Teilnehmern leider recht groß und um diese Jahreszeit komplett ausgebucht. Ausgerüstet mit Spitzhacken und Steigeisen, setzen wir mit einem der Shuttleboote auf die andere Seeseite über und laufen von dort in einer Dreiviertelstunde leicht bergauf bis an die Gletscherstirn. Hier legen wir Klettergurte an und werden zu einer Seilschaft verbunden – und los geht´s! Zunächst über Trittstufen und schmale Holzlatten als Brücken über beeindruckend tiefe, leuchtend blaue Gletscherspalten, später über eine spaltenfreie Ebene kraxeln wir Schritt für Schritt hinauf – immer weiter hinein in die ganz eigene Welt auf dem Eisriesen mit ihren kleinen Tälern, Spalten und Rissen, Bächlein, Wasserfällen und Röhren, durch die das Schmelzwasser irgendwo im tiefen Eis verschwindet.

Nach der schönen, aber leider zu kurzen und für unseren Geschmack zu vollen Tour berichten die Guides, dass sich bei dem Gewitter vorgestern hier oben auf dem Gletschersee ein kleiner Tornado ereignete, der den Bootssteg auf links drehte. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch unten am Lusterfjord – und sind froh darüber. Wir fragen uns, ob die merkwürdigen Trichter, die wir am Nachmittag oben vom Wanderparkplatz aus beobachtet haben, wohl etwas Ähnliches hätten werden können.

Eine Hochzeitsfeier am Fjord

Am nächsten Morgen lassen wir es geruhsam angehen, schlafen aus, kaufen ein, frühstücken lang und kramen herum. Auch das muss mal sein. Wir brechen heute auf, um mit der Fähre von Mannheller nach Fodnes überzusetzen und auf dem Campingplatz / Ferienpark in Lærdal unsere Freundinnen Evy und Ulli zu treffen und in den kommenden Tagen mit ihnen und weiteren geladenen Gästen ihre Hochzeit nachzufeiern. Da Evy als Kind in dem nahe gelegenen Ort Øvre Årdal gelebt hat, haben sie sich diese wunderschöne Region für das Fest ausgesucht. Der Campingplatz und die zugehörigen Hütten und Ferienwohnungen sind sehr gepflegt. Der Ferienpark verfügt über allerlei Annehmlichkeiten angefangen von tipptopp ausgestatteten Waschhäusern über einen Fahrradverleih und einen Badestrand am Fjord bis hin zu einem italienischen Restaurant. Dafür ist hier aber auch ziemlich viel los, es herrscht ein Kommen und Gehen, und die Stellplätze sind ziemlich eng. Wer Naturnähe und Ruhe sucht, ist hier sicherlich nicht so gut aufgehoben. In weiser Voraussicht haben wir uns schon von zu Hause einen Stellplatz in Ufernähe vorreserviert und stehen etwas abseits vom Trubel an einem kleinen Yachthafen. Die übrigen Hochzeitsgäste und das Brautpaar nächtigen in kleinen Ferienhäuschen.

Während über den Tag verteilt die Hochzeitsgesellschaft anreist, nutzen wir die Zeit für eine Tour mit Leihfahrrädern. Rund 15 Kilometer radeln wir am Fjordufer entlang und zurück. Hinter dem Abzweig nach Vindedalen ist die Straße gesperrt, über die Jahre schon recht zugewuchert und von Steinschlag in Mitleidenschaft gezogen. Wir genießen das Radfahren, den Gegenwind und die besondere Atmosphäre des maroden Weges, den sich die Natur langsam aber stetig wieder zurückholt. Nach 15 Kilometern geht es nicht mehr weiter. Der Weg endet an dem verlassenen und verfallenen ehemaligen Fähranleger Reksnes. Auch dieses Gelände hat den besonderen, morbiden Charme sich selbst überlassener Orte. Auch hier ist jahrelang nichts mehr passiert.

Zurück im Feriendorf, sind dann auch irgendwann alle Gäste eingetroffen. So läuten am Abend 16 Deutsche und zwei Norwegerinnen an einer großen Tafel unter freiem Himmel bei leckerem Essen die Hochzeitsfeierlichkeiten ein… und alle freuen sich auf die kommenden zwei Tage.

Neben der eigentlichen Hochzeitsparty bleibt am Folgetag viel Zeit, um die Gegend zu erkunden. Das malerische historische Lærdalsøyri vermittelt mit den vielen pastellfarbenen Holzhäusern und den grauen Fischerhäusern am Ufer eine Vorstellung davon, wie das Dorfleben hier im 18. und 19. Jahrhundert aussah. Mit der Fähre setzen wir zu dem nahe gelegenen Ort Kaupanger über.

Tipp: In Kaupanger gibt es eine kleine Stabkirche, die bestimmt nicht zu den spektakulärsten Bauwerken ihrer Art gehört, aber dennoch einen Besuch wert ist, wenn man sowieso in der Gegend ist. Von außen recht unscheinbar, entpuppt sie sich von innen als wahres Schmuckstück (einschließlich interessanter Führung durch einen jungen Herrn, der seinen Vortrag mit einer berührenden, glockenklaren Gesangseinlage abschließt!).

In der Nähe befindet sich das Freilichtmuseum „De Heibergske Samlinger“. Hier kann man durch ein weitläufiges Gelände streifen, sich typische Gebäude aus unterschiedlichen historischen Epochen vom Mittelalter bis zur Neuzeit und einen Bauernhof mit allerlei Tieren ansehen.

Am Abend feiern wir ein rauschendes Fest auf dem Bauernhof von Ruth und Erik – eine wundervolle Location direkt am Fjord mit einer direkt am Wasser gelegenen Kiesterrasse und einem malerischen Bootsanleger!

Spät in der Nacht huschen die Fledermäuse über die spiegelglatte Wasserfläche, ein Bisschen Helligkeit schimmert noch hinter den Bergen hervor und taucht den Fjord in ein magisches Licht!

Die Details dieses Abends sollen aber eine ganz persönliche Erinnerung für das glückliche Brautpaar und die Gäste bleiben.

Obwohl wir alle noch ein wenig angekatert sind, steht am kommenden Tag ein straffes Wanderprogramm auf dem Plan. Das Ziel ist der Vettisfossen in der Nähe von Øvre Årdal, der mit etwas mehr als 270 Metern Fallhöhe höchste unter Naturschutz stehende Wasserfall Norwegens und Nordeuropas. Das Brautpaar hat uns bereits vorgewarnt, dass wir an diesem Tag nicht alleine unterwegs sein werden, und tatsächlich scheint halb Norwegen auf dem Wanderpfad unterwegs zu sein. Ausgestattet mit Norwegen-Fähnchen und Rucksäcken in allen Formen, Farben und Größen wandern Gruppen, Familien, Mehrtageswanderer und Tagesausflügler wie wir durch das malerische Tal des Utla-Flusses. Viele der Wanderer sind in Begleitung von Hunden, die eigenen Packtaschen auf dem Rücken tragen! Evy berichtet, dass der Massenauflauf einen besonderen Grund hat – die hier heute stattfindenden Dreharbeiten zu einer Fernsehserie namens „Gå tur i lag“ („Wandert zusammen“). Mit Riesentamtam, einer Bühne, einem kleinen Fest und einem Fernsehteam werden die Leute an unterschiedlichen Tagen und unterschiedlichen Orten aufgerufen, sich auf den Weg zu machen. Und das tun sie offensichtlich mit großer Begeisterung! Im Gegensatz zur übrigen Hochzeitsgesellschaft haben wir beiden da wohl irgendetwas nicht mitbekommen und rechnen mit einem kleinen Spaziergang zum Wasserfall. Ohne Sonnenschutz, ohne Essen und mit nur einer kleinen Wasserflasche sind wir am Start. Dass wir zweieinhalb Stunden bis zum Wasserfall unterwegs sein werden, erfahren wir erst, als wir eigentlich schon unterwegs sind. Wird schon irgendwie gehen.

Zwei Drittel der Strecke sind als breiter, ebener Schotterweg ausgebaut, der – so berichtet Evy – in ihren Kindertagen in Handarbeit durch die Dorfgemeinschaft angelegt wurde. So mussten wohl alle Bewohner (die sich nicht gerade von der Arbeit freikaufen konnten oder wollten) damals an die Schüppe. Mit einer Ahnung, welche Strapazen damit verbunden gewesen sein müssen, wandert man auf so einem Pfad doch gleich ganz anders… Am Ende des ausgebauten Pfades können wir uns glücklicherweise an einer mit Wanderern überfüllten Ausflugshütte noch einen kleinen Snack kaufen, um den Rest des Weges nicht völlig unterzuckert antreten zu müssen. Der letzte Teil der Strecke, zum Fuß des Wasserfalls, führt über Stock und Stein und teils recht steil bergab, bis wir im Angesicht des imposant herabstürzenden Falls stehen. Verdursten müssen wir auch nicht, denn hier steht in rauen Mengen leckeres, klares Flusswasser zur Verfügung. Nach fünf schweißtreibenden Stunden in der Nachmittagshitze werden wir von Evy und einer ihrer Freundinnen in einer Almhütte mit Kaffee und Waffeln in Empfang genommen. Ein perfekter Abschluss!

Am nächsten Morgen geht die gemeinsame Zeit in der geselligen Hochzeitsrunde auch schon zu Ende. Wir sind wieder alleine on the road. Die kurzen Nächte, der wenige Schlaf der letzten Tage, die anstrengende Wanderung und die fehlenden Verschnaufpausen… irgendwie merke ich, dass die Luft raus ist. Ich bin k.o. und schlafe immer wieder ein, obwohl wir heute eine beeindruckende Panoramastrecke befahren, die über den schroffen, urtümlichen Aurlandsfjellet führt. Karge Weiten, ein mystischer Wasserfall und malerische Bergpanoramen ziehen uns hier in ihren Bann.

Der perfekte Song für die Durchquerung imposanter Bergschaften: „Man on a Silver Mountain“ von Rainbow

An dem recht neuen und spektakulären Aussichtssteg „Stegastein“ reicht der Blick weit in den imposanten Aurlandsfjord hinein. Nach der Einsamkeit der Hochebene wird es weiter unten wieder richtig voll. Im Aurlandsfjord liegen gleich zwei Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Im Hafen des benachbarten Nærøyfjords, der – wie auch der Geirangerfjord – als Weltnaturerbe der UNESCO geführt wird, knubbeln sich die Menschenmengen um ein großes Ausflugsschiff herum. Hier werden Touren unter dem Motto „Norway in a nutshell“ angeboten. Norwegen komprimiert an einem Tag per Eisenbahn, Boot und Bus. Auch hier ist der Menschenauflauf nachvollziehbar, da die Landschaft ohne Zweifel grandios ist! Gerne würden wir ein ruhiges Plätzchen finden und eine Nacht bleiben, haben jedoch kein Glück. Die Campingplätze in der Gegend sind uns entweder zu rummelig oder ausgebucht. Das Campieren am Wegesrand verwerfen wir schließlich auch, denn die Plätze, die noch nicht belegt sind, sagen uns alle nicht wirklich zu (warum ausgerechnet jetzt und hier wild campen?!). Uns ist nach einem menschenleeren Ort zu Mute, den wir hier definitiv nicht finden werden. Weiter geht die Fahrt. In der Region um den Wirtschafts- und Skiort Voss ist die Landschaft immer noch schön, aber nicht mehr ganz so atemberaubend wie in den spektakulären Fjorden. Die zahlreichen Campingplätze am Wegesrand sprechen uns immer noch nicht an, sind eng, direkt an der Hauptstraße gelegen oder fast ausschließlich mit Dauercampern belegt.

Ganz grob sind wir jetzt schon wieder auf dem Weg nach Süden, um in einigen Tagen wieder an die Küste und die dortigen Fährhäfen zu gelangen. In der Straßenkarte machen wir irgendwann ein Campingplatzsymbol in einem von der Hauptstraße abzweigenden Tal aus, das irgendwie vielversprechend aussieht. So landen wir im idyllischen „Espelandsdalen“, und der Tag ist gerettet!

Der hiesige Campingplatz ist ein Ort der Ruhe und Beschaulichkeit mit Blick auf einen von Felswänden eingerahmten See in einem gletschergeformten Trogtal. Aus dem Wasser tauchen überall kleine, schärenartige Inseln auf. In einiger Entfernung rauscht ein imposanter Wasserfall zu Tal. Glücklich sitzen wir am Abend in einem Ruderboot und fahren gemütlich über den See (aber aufpassen, nicht in den Röhricht!!). Das Espelandsdalen ist nicht der spektakulärste Ort dieser Reise. Hier gibt es nicht den beeindruckendsten Wasserfall und auch nicht die steilste Felswand. Aber trotzdem – oder gerade deshalb – ist es wunderbar! Nach Stunden der Stille fährt um kurz vor Mitternacht tatsächlich EIN Auto auf der Straße vorbei! Dann wieder absolute Ruhe. Es beginnt ein wenig zu regnen. Das wird eine gemütliche Nacht!!

Am nächsten Tag steht ein weiterer Fahrtag an, um Strecke in Richtung Süden zu machen. Wir cruisen an Fjordufern entlang, sind allmählich wasserfallgesättigt (obwohl sie ja doch immer wieder schön anzuschauen sind) und überqueren die fast 1.400 Meter lange Hardangerbrücke. Von der grandiosen Straßenbaukunst der Norweger können wir uns vor und hinter der Brücke überzeugen. Hier wurden vor noch nicht allzu langer Zeit zwei Kreisverkehre im Innern des Berges errichtet, an denen mehrere Tunnel zusammentreffen! Weiter geht die Fahrt durch die Obstanbaugebiete um die industriegeprägte Stadt Odda und in einem riesigen Bogen um den Nationalpark Hardangervidda herum. Leider müssen wir den größten Nationalpark Norwegens auf dieser Tour ausklammern, da einfach nicht genug Zeit übrigbleibt. Hoffentlich kehren wir noch einmal hierhin zurück!

In der Region der Telemark durchqueren wir Gebiete mit zahlreichen Ferienhütten, Mischwäldern, bildschönen Flüsschen und Seen. Auch hier fühlen wir uns wie in eine kanadische Landschaft versetzt.

Immer wieder treffen wir auf Orte, die so verlockend schön aussehen, dass wir so gerne bleiben würden. Leider ist unsere Zeit begrenzt, und wir müssen weiter. Am Totaksee wird es Zeit, einen Übernachtungsplatz zu finden. Eingebettet in flachwellige, liebliche Waldlandschaften treffen wir auf zahlreiche Ferienhütten, aber auch Campingplätze, die jedoch nicht so einladend auf uns wirken. Jetzt ist es endlich soweit! Zum ersten Mal auf dieser Reise wollen wir unser Lager in der freien Landschaft aufschlagen. Kommen wir also doch noch zum Wildcampen! Carsten wagt in der Nähe der Siedlung Rauland einen Abstecher auf einen schlaglochdurchsetzten Feldweg, der schließlich direkt am Seeufer an einem einsamen Sandstrand endet. Der perfekte Platz auch für wählerische Wildcamper wie uns!

Wir haben das Gefühl, am einsamsten Ort Norwegens zu stehen und richten uns häuslich ein.

Als wir gerade das letzte Grillgut verspeist haben, kommt jedoch plötzlich ein Pickup den Feldweg heruntergebraust, um ein kleines, am Ufer vertäutes Motorboot zu erreichen. Also müssen wir den Campervan zwei Meter weiter nach vorne in den Tiefsand umparken und allerlei Kram an die Seite stellen, damit der Fahrer freie Bahn hat. Er steigt in sein Boot und fährt kreuz und quer über den See, um irgendwelche Fischfallen zu kontrollieren… Als er nach einer halben Stunde wieder in sein Auto steigt, kündigt er an, morgen früh wiederzukommen. Ganz so einsam wie gedacht stehen wir hier wohl doch nicht. Und trotzdem ist es ein wunderbar abgelegener Platz, an dem sich außer ein paar Spaziergängern aus den nahegelegenen Ferienhäusern für den Rest des Abends niemand mehr blicken lässt.

Am Morgen genießen wir bei einem kleinen Strandspaziergang am Seeufer den knirschenden Kies unter unseren Füßen, die Ruhe und die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Tages. Mit einer kleinen Wende- und Schiebeaktion befreien wir den Camper aus dem Tiefsand, und weiter geht die Fahrt.

Für unseren vorletzten Tag in Norwegen suchen wir uns heute einen Platz, an dem wir noch einmal ein paar Stunden die Seele baumeln lassen können. In der wunderschönen mittelgebirgigen Wald- und Seenlandschaft fühlen wir uns wieder wie in Kanada oder Finnland. Unzählige schöne Orte sehen verlockend für eine weitere Wildübernachtung aus (jetzt sind wir ja im Training…), aber nach so einer knallharten Wildübernachtung ist uns nach einer Dusche zumute. Die schönen Campingplätze scheinen in diesem Landstrich – nur noch eineinhalb Stunden von Norwegens Südküste entfernt – eher rar gesät. Am späten Vormittag finden wir am Ufer des Seljordsvatnet ein adäquates Plätzchen. Für eine Zwischenübernachtung kann sich der Campingplatz „Sanden“ in Seljord durchaus sehen lassen. Zwar ist die direkt neben dem Platz verlaufende Hauptverbindungsstraße zwischen Seljord und Bø deutlich zu hören, und es gibt auch recht viele Dauerstellplätze, aber auch ein schönes, offenes Wiesenareal für Kurzzeitcamper direkt am Kiesstrand (auf dem auch wir unterkommen). Eine Birke spendet Schatten, das klare Seewasser ist herrlich erfrischend, aber nicht zu kalt und das Panorama rundherum ein Traum! Kaffeetrinken, Lesen, Schlafen, Baden, Plauschen mit unseren sehr netten Nachbarn aus dem Frankfurter Raum… ein ganz entspannter Ausklang für unsere Rundreise.

Unsere Fähre für die Rückfahrt nach Hirtshals in Dänemark soll am folgenden Nachmittag in dem beschaulichen Hafenstädtchen Langesund, rund 120 Kilometer südwestlich von Oslo bzw. 100 Kilometer nordöstlich des Fährhafens Kristiansand (von dort kürzeste Verbindung nach Hirtshals / Dänemark), ablegen. In Langesund sind wir letztlich nur gelandet, da unsere Fahrzeugkategorie jetzt zur Hauptsaison ab Kristiansand schon ausgebucht war, als wir erst vor ein paar Tagen eine Reservierungsanfrage für die Rückfahrt starteten.

 

Tipp: In der Nebensaison ist es in der Regel ausreichend, zwei bis drei Tage vor Abfahrt eine Rückfahrt zu reservieren. In der Hauptsaison werden hingegen besonders die günstigen Abfahrtszeiten stark nachgefragt. Hier besser länger im Voraus buchen und ggf. auch alternative Fährhäfen in Betracht ziehen. So gibt es beispielsweise über die Fährgesellschaft Fjordline nicht nur von Kristiansand Verbindungen nach Hirtshals/Dänemark, sondern auch von Langesund. Eine weitere Verbindung zwischen Larvik und Hirtshals wird von der Colorline bedient. Wer sich die Rückfahrt gänzlich offenhalten möchte, kann mitunter Flextarife buchen und damit – je nach Verfügbarkeit – seine Abfahrtszeit ohne Aufpreis frei wählen. Nähere Informationen bieten die Internetseiten der Fährgesellschaften wie Colorline oder Fjordline, aber auch diverse Vergleichsportale.

Langsam verlässt unser Schiff den Hafen von Langesund mit Kurs auf das offene Meer. Wir nehmen Abschied von Fjordnorwegen mit seinen unzähligen Flüssen und Wasserfällen, Gletschern, Fjorden und Schären! In Dänemark rollen wir direkt von der Fähre auf den zentrumsnah gelegenen Campingplatz „Hirtshals“, auf dem wir vorher telefonisch reserviert haben und deshalb in der ersten Reihe zur Küste landen. Hier geht es recht wuselig zu, denn der sehr komfortable Platz wird überwiegend durch ankommende und abreisende Fährgäste als Zwischenübernachtungsort genutzt. Die in Richtung Meer orientierten Stellplätze sind jedoch ein Traum! Nur eine halbhohe Rosenhecke trennt unseren Stellplatz von den Dünen und der Steilküste.

Wer hätte gedacht, dass wir hier ganz zum Schluss mit dem Sonnenuntergang, dem milden Abendlicht, dem weiten Blick oben von der Klippenkante hinab zum Strand und zum Meer eine der schönsten Stimmungen der gesamten Reise erleben würden. Nur schwer werden wir uns wieder an geschlossene Räume und Großstadtbebauung, an anderes Schuhwerk als Flip Flops und an Tage gewöhnen können, die wir nicht irgendwie am Wasser verbringen! Im letzten Licht der Dämmerung, die den dunklen Himmel noch in zartes Rot und Orange taucht, blicken wir aus der offenen Campertür auf das offene Meer und wollen diesen Moment am liebsten noch lange festhalten.

Wart Ihr schon in Fjordnorwegen oder plant eine Reise dorthin? Wir freuen uns auf Eure Empfehlungen, Anregungen und Kommentare!

 

+++ Hinweis: Sämtliche Namensnennungen und Empfehlungen in unseren Beiträgen basieren auf unserer persönlichen Meinung. Für die Erwähnung von Namen, Marken, Titeln etc. und für das Setzen von Links erhalten wir keine Bezahlung und auch keine anderweitige Gegenleistung. +++

 

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