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La Palma – Unsere Top-5-Wanderungen auf der grünen Insel im Atlantik

Als Wanderparadies hatten wir La Palma schon seit längerem auf unserer „Wunschliste“, aber bis auf die Kanarischen Inseln haben wir es bisher nie geschafft. Als es dann endlich soweit ist, sind wir begeistert von der landschaftlichen Vielfalt und der spanischen Lebensart! Für knapp zehn Tage sind wir mit einem Mietwagen und vor allem viel zu Fuß unterwegs. Wandert Ihr auch so gerne wie wir? Dann wird Euch La Palma gefallen…

Wir blicken zurück auf den Herbst 2016. Unser „Basislager“ – eine gemütlich-rustikale Ferienwohnung in der „Casa Sombrero Pico“ – befindet sich in El Paso, einer 7.500-Seelen-Gemeinde in der Mitte der Insel. Die Unterkunft gehört zu einer verwinkelten Ferienanlage mit Ziergärten, Gebäuden aus pastellfarbenen Natursteinmauern, großzügigen Sonnenterrassen mit Aussicht und einer kleinen Poolanlage. Wir fühlen uns wohl hier, wenngleich das Mobiliar teils ein wenig in die Jahre gekommen und wackelig ist. Auf der Terrasse haben wir zum Frühstück einen wunderbaren Panoramablick in die Berge und über die Gärten der Umgebung. Abends blicken wir von dort in den gigantischen Sternenhimmel und zählen die Sternschnuppen!

Die Unterkunft liegt etwas außerhalb zwischen dem Ortskern von El Paso und dem weiter hangabwärts gelegenen, größeren Ort Los Llanos in einer ruhigen Wohnsiedlung. Das Zentrum ist fußläufig bergauf in etwa einer Viertelstunde erreichbar. Will man es etwas bequemer haben, aber den Mietwagen stehen lassen, fährt man auch recht günstig mit dem Taxi.

Auf einer Erkundungstour durch El Paso treffen wir in der malerischen, kleinen Altstadt auf verwinkelte Gassen, einladende Restaurants und gute Nahversorgungsmöglichkeiten. Von El Paso aus sind die Teilregionen der Insel mit dem Auto gut zu erreichen. Da die Straßen jedoch teils eng und kurvenreich sind, sind wir überrascht, wie weitläufig die Insel dann doch tatsächlich ist und bemerken schon nach wenigen Tagen, dass es entspannter ist, sich nicht zu viel Fahrerei vorzunehmen!

Jeden Morgen stehen wir vor der Qual der Wahl – wollen wir noch eine weitere Wanderung unternehmen (die Auswahl spannender Touren ist riesig!!), oder ist es mal Zeit für Besichtigungstouren in den Orten? Wegen des ziemlich wechselhaften Wetters hilft es, flexibel zu sein und sich nicht an einen vorgefassten Plan halten zu müssen. Beim Frühstück werfen wir einen Blick in den Himmel und suchen uns unser Ziel spontan aus – sind die Berge klar zu sehen und der Himmel wolkenlos, stehen die mehrstündigen Wandertouren auf dem Programm. Sind die Gipfel in Wolken und Nebel verborgen, bleiben wir an der Küste, an der es dann oft trotzdem sonnig ist.

Wir möchten Euch hier keine detaillierten Beschreibungen einzelner Wanderrouten präsentieren, die Ihr viel besser in der entsprechenden Reiseliteratur nachvollziehen könnt. Als Reiselektüre haben wir uns für den Rother Wanderführer von Klaus und Annette Wolfsperger (16. Auflage 2016) entschieden, der eine Auswahl von 67 Küsten- und Bergwanderungen auf der gesamten Insel bietet. Schöne Wanderungen sind aber in so gut wie allen Reiseführern über La Palma beschrieben und lassen sich auch vor Ort in den Tourismus- und Nationalparkzentren erfragen. Vor Ort sind die Touren auch in der Regel hervorragend ausgeschildert. In diesem Beitrag möchten wir vor allem die Bilder sprechen lassen! Hier kommen unsere Top-5-Wanderungen:

Top 1 – Hinein ins Paradies! Von Los Brecitos in den Barranco de las Angustias

Das imposanteste Massiv der Insel bildet die beeindruckende Caldera de Taburiente. Kein „echter“, vulkanischer Einsturzkrater, sondern durch Erosion entstanden, bilden die schroffen Felsen einen mächtigen Halbkreis und öffnen sich nach Westen in eine tiefe Schlucht, den Barranco de las Angustias. In diesem Talkessel befindet sich eine eigene, urtümliche Welt. Wir können es kaum erwarten, sie zu ergründen!

Dort, wo sich die Schlucht von Angustias hangaufwärts in den Kessel der Caldera verengt, steuern wir mit unserem Mietwagen einen Wanderparkplatz an. Von hier werden wir mit einem der ungefähr viertelstündlich auftauchenden Shuttle-Vans über eine enge Serpentinenstrecke zum Ausgangspunkt der heutigen Tageswanderung, dem Mirador Los Brecitos, gebracht. Der Preis pro Person für die Fahrt richtet sich nach der Anzahl der Mitfahrer, insgesamt sind es rund 50 Euro pro Fahrzeug.

Ein wunderschöner Wanderpfad führt durch den lichten Hangwald hinab in den Talkessel. Die Tour ist sehr abwechslungsreich. Auf dem ersten Teil der Strecke sind wir noch voller Elan und genießen vor allem eines – ein Wahnsinns-Bergpanorama!

Unten auf der Talsohle der Caldera erwartet uns ein kleines Paradies – die üppig grüne Playa de Taburiente mit sprudelnden Bächlein und idyllischen Ufern.

Allmählich verengt sich der Talkessel, und der Weg führt hinein in den Barranco de las Angustias (die Schlucht der Ängste). Wieder gelangen wir in eine andere kleine Welt aus steilen Felswänden und einem Bachbett aus Geröll. Wenn es regnet, können die Wassermassen aus den Bergen hier zu einem reißenden Strom anschwellen. Um diese Jahreszeit und bei der aktuellen Wetterlage ist es jedoch nur ein kleiner, lieblicher Wasserlauf, der hinab ins Tal strömt. Völlig unerwartet präsentiert er sich durch Algen und Mineralien in irren Rot-, Grün- und Gelbtönen! Wir sind hin und weg! Weiter talabwärts wird die Schlucht immer enger. Über einige Kaskaden kraxeln und rutschen wir nach unten. Oberhalb der Kaskaden führt jedoch auch ein normaler Wanderweg abwärts. Nach rund fünf Stunden und rund 1.000 Höhenmetern bergab erreichen wir durch das immer breiter werdende Tal schließlich wieder den Wanderparkplatz und unseren Mietwagen.

Top 2 – On Top of the World! Die Ruta de los Volcanes (Teilabschnitt)

Ein herrlich klarer, sonniger Tag eignet sich am besten für eine Wanderung über die Cumbre Vieja auf der Route der Vulkane, die sich in diesem Teil der Insel wie auf einer Perlenschnur aneinanderreihen! Zu beiden Seiten reicht das Panorama weit über die Insel und über den umgebenden Atlantik. Im Osten ragt der mächtige Teíde, der große Vulkan der benachbarten Insel Teneriffa aus dem Ozean auf.

Wir starten am Wanderparkplatz des Refugios del Pilar, rund 12 Kilometer von El Paso entfernt und auf 1.440 Metern Höhe über dem Meeresspiegel gelegen. Von hier geht es hinauf durch zum Teil waldbrandgeschädigte, und gerade deshalb goldig leuchtende Kiefernwälder auf fast baumlose, vulkanische Kuppen. Der Wanderpfad führt über grobkörnige, schwarze und rote Aschefelder bis auf die Gipfel der erloschenen Vulkane.

Wir wandern an den Kraterrändern entlang, blicken tief in den Schlund und fragen uns, welche Naturgewalten hier vor geologisch nicht allzu langer Zeit gewirkt haben müssen!

Ein riesiges tiefschwarzes Lavafeld (La Malforada) hat damals alles unter sich begraben und sich seinen Weg durch den lichten Kiefernwald talabwärts gebahnt. Jetzt liegt es weit, pechrabenschwarz und in der Sonne schimmernd vor uns. Das alles muss ein ziemliches Spektakel gewesen sein!

Der Wendepunkt unserer Tour ist auf dem Gipfel des Volcán de la Deseada mit 1.932 Metern über NN erreicht. Inzwischen sind plötzlich um uns herum dichte Wolken aufgezogen und hüllen die karge Vulkanlandschaft in dunstiges, fahles Licht. Vor einer Viertelstunde war es im ungetrübten Sonnenschein noch richtig heiß, dafür hat es sich ganz schön abgekühlt und ein ruppiger Wind weht über den Kraterrand! Wir treten den Rückweg an und erreichen nach rund fünf Stunden wieder den Wanderparkplatz am Refugio El Pilar, erschöpft und sehr zufrieden!

Top 3 – Dunkles Land! Von Los Canarios zum Volcan Teneguía und zum südlichen Faro

Im Ort Los Canarios beginnt eine Wanderung durch die geologisch noch recht jungen Vulkanlandschaften des Südens. Wir durchqueren eine Asche- und Geröllwüste wie aus dem Bilderbuch – düster und karg! Mordor lässt grüßen! Um zum gut gesicherten, mit Seilen abgesperrten Kraterrand des Volcán San Antonio zu gelangen, ist eine kleine Eintrittsgebühr fällig (gleichzeitig Parkplatzgebühr). Von hier können wir hinab in den Kessel blicken und erkennen, dass sich die Vegetation die Landschaft langsam wieder zurückholt und sich die ersten Kiefern schon wieder angesiedelt haben.

Um den erst in den 1970er Jahren zum letzten Mal ausgebrochenen, unterhalb des San Antonio gelegenen Vulkan Teneguía hingegen wächst schlichtweg nichts. Wir wandern auf hoch gelegenen Graten – unter uns die leuchtend blaue See! Über rote Asche und schwarze Schuttfelder gelangen wir hinab zum Wasser, wo inmitten all der Lebensfeindlichkeit emsiges Treiben herrscht. In den Salzgewinnungsanlagen am Leuchtturm der Punta de Fuencaliente sind Arbeiter damit beschäftigt, das weiße Gold in Schubkarren zu verladen und abzutransportieren.

Im gleißenden Licht können wir die akkurat angelegten Becken und schneeweißen Salzhügel bewundern.

Die zweite Hälfte der Wanderung führt dann stetig bergauf durch weite Weinfelder zurück nach Los Canarios. Die einzelnen Reben sind durch halbrunde Steinmäuerchen vor dem Wind geschützt, der über die leicht geneigte, riesige Ebene weht. Der Wanderweg zieht sich endlos bergauf, und wir pfeifen langsam aus dem letzten Loch… Weil die „Belohnung“ für die Anstrengungen (Leckereien im Café des Besucherzentrums am Leuchtturm) nun schon hinter uns liegt, finden wir, dass der Aufstieg nochmal doppelt anstrengend ist!! Zumal man auf der Hangebene irre weit sehen kann… das alles haben wir noch vor uns?! Fix und fertig kommen wir dann aber doch irgendwann oben an – geschafft! Nach insgesamt rund fünfeinhalb Stunden Gehzeit sind wir wieder in Los Canarios. (Wer sich den Anstieg zurück ersparen will, kann vom Leuchtturm und den Salzgewinnungsanlagen – je nach Ankunftszeit – auch eine Busverbindung zurück nach Los Canarios nutzen.)

Top 4 – Auf dem Rand der Caldera! Von der Cumbrecita auf den Pico Bejenado

Unten in der Caldera de Taburiente waren wir schon. Aber wie sieht sie wohl von oben aus? Bei einer Wanderung auf dem Rand des Erosionskraters lässt sich dieses Paradies noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive erleben. Vom Aussichtspunkt der Cumbrecita führt der Pfad stetig leicht bergauf, durch den lichten Kiefernwald, an den Flanken der Caldera und über einen breiten Höhenrücken bis hinauf auf den Pico Bejenado auf 1.854 Metern über NN. Die Bergwelt um uns herum ist fantastisch, und wir kosten jede Minute mit diesen Ausblicken aus, bevor sich auch an diesem Tag um die Mittagszeit wieder Wolken bilden und uns mystischer Nebel umhüllt. Um auf den Pico Bejenado und zurück zu wandern, sind wir ungefähr dreieinhalb Stunden unterwegs (reine Gehzeit).

Top 5 – Durch die nördlichen Barrancos! Küstenwanderung von Barlovento nach Franceses

An der Hauptstraße westlich der Ortschaft Barlovento befindet sich der Aussichtspunkt La Tosca mit einem kleinen Wanderparkplatz. Hier beginnt ein spektakulärer Wanderweg durch die Barrancos der Nordküste.

Obwohl wir hier nicht in den Bergen, sondern fast auf Meeresspiegelniveau unterwegs sind, verlangt uns diese Tour einiges ab. Es geht immer wieder bergauf und bergab in die tiefen Schluchten, die die Flüsse auf ihrem Weg zum Ozean mit den Jahrtausenden in den Untergrund gegraben haben. Bei knapp dreißig Grad eine schweißtreibende Kraxelei! Sie wird aber immer wieder durch überwältigende Ausblicke auf den tiefblauen Ozean belohnt! In den Barrancos gelangen wir an malerische, abgeschiedene und verwunschen wirkende Orte mit herabrankender Vegetation, Kakteen mit roten Früchten und schattigen Felsnischen. Zwischendrin durchwandern wir romantische Dörfchen, in denen die Zeit still zu stehen scheint.

Nach rund vier Stunden Gehzeit erreichen wir den Endpunkt der Wanderung im Ort Franceses. Von hier kann man eine Busverbindung zurück nach Barlovento nutzen. Da wir den Bus knapp verpassen, halten wir den Daumen raus und trampen zurück zu unserem Mietwagen.

Und sonst?

Bootstour zu den Delfinen ab Puerto de Tazacorte

Die Sonne scheint, aber die Wanderstiefel bleiben heute im Basislager. Es schadet ja auch nicht, den Beinen mal eine Pause zu gönnen. Heute geht es aufs Wasser! Am Hafen von Tazacorte gibt es mehrere Anbieter für Bootsausflüge, die unterschiedliche Touren (mit und ohne Essen, mit und ohne Glasboden, mit und ohne Höhlenbesichtigung und so weiter) anbieten und sich dabei in Bezug auf Preis und Leistung nicht wesentlich voneinander unterscheiden. Wir gehen mit rund fünfzig anderen Urlaubern an Bord eines mittelgroßen Bootes und stechen in See. Wir wollen eigentlich nur eines – Delfine und Wale sehen! Den Blick immer auf die Wasseroberfläche am Horizont gerichtet, halten wir nach irgendwelchen Lebenszeichen Ausschau, doch während der ersten Stunde lässt sich kein einziges Tier blicken. Allmählich macht sich Enttäuschung unter den Gästen an Bord breit. Doch dann taucht plötzlich eine Gruppe Zwergwale aus den Fluten vor uns auf.

Die Tiere gleiten fast lautlos durch das Wasser und verschwinden dann irgendwo in der Tiefe. Es ist einfach nur schön!

Wenig später dann das Unbeschreibliche – wir sind umgeben von hunderten (!!) Delfinen, die übermütig vor dem Bug des Bootes hin- und herkreuzen, aus dem Wasser springen, sich in der Luft drehen und unendliche Lebensfreude versprühen! Wir können kaum glauben, was wir sehen und könnten dieses Schauspiel stundenlang betrachten! Nach insgesamt drei wunderbaren Stunden sind wir glücklich wieder an Land.

Puerto de Tazacorte und ein Aufstieg in die Bananenplantagen

Ob tagsüber als Zwischenstopp auf einer Wanderung, nachmittags zum Entspannen oder abends für ein gemütliches Restaurantessen – das Hafenstädtchen Puerto de Tazacorte besuchen wir mehrmals, während wir auf der Insel sind. Ist man durch den Barranco de las Angustias gewandert, gelangt man wie von selbst auf die kleine Promenade und kann eigentlich nicht anders, als hier irgendwo einzukehren! Wer sich nach Wein, Tapas und Fischgerichten immer noch körperlich betätigen möchte, kann die Steilwand neben dem Ort auf einem gut ausgebauten Wanderweg hinaufkraxeln und die oberhalb gelegenen Bananenplantagen erkunden. Die Plantagen sind typisch für die klimatisch mildere Westküste der Insel – nicht im klassischen Sinne „schön“ (Monokulturen und weiße Kunststoffnetze, so weit das Auge reicht!), aber doch interessant.

Santa Cruz

Die Berge sind an diesem Morgen wolkenverhangen, und es scheint, als könne es jeden Moment anfangen zu regnen. Das wird kein Wandertag. Die perfekte Gelegenheit, um einen Ausflug in die engen Gassen der Inselhauptstadt Santa Cruz zu unternehmen! Hier zum Abschluss ein paar Altstadtimpressionen…

Wart Ihr schon einmal auf La Palma oder einer anderen kanarischen Insel und was habt Ihr dort erlebt? Wir freuen uns auf Eure Empfehlungen, Anregungen und Kommentare!

 

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