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Reiseblog für Flashpacking, Camping, individuelles Reisen

Namibia – Schotterpisten, wilde Tiere und die Einsamkeit der Wüste

Namibia eignet sich hervorragend als „Afrika-Einstieg“, ist also auch für uns das perfekte Ziel, denn wir sind das erste Mal in diesem Teil der Welt unterwegs! Wir erkunden das unendliche, wüstenhafte Land auf einer dreiwöchigen Tour im Allrad-Camper und sind bezaubert von der großartigen Landschaft, einsamen Übernachtungen in der Wildnis und den beeindruckenden „Big Five“.

 

Die Route:
Frankfurt + Windhoek + Camp Gecko + Namib Naukluft + Sesriem / Sossusvlei + Blutkuppe + Swakopmund / Walfis Bay + Spitzkoppe + Erindi Game Reserve + Etosha Nationalpark + Groetfontein + Waterberg Plateau + Okonjima Game Reserve + Windhoek + Frankfurt

Übernachtungsorte – unsere TOP 5 (sind hier 6 geworden, wir konnten uns nicht entscheiden):
1) Spitzkoppe Restcamp (Campen in dramatischer Felslandschaft!!)
2) Okonjima Game Reserve (Komfort und Einsamkeit inmitten der Savanne!!)
3) Kamrav Guestfarm (Großartige Gastfreundschaft!!)
4) Blutkoppe Restcamp (Naturerlebnis und Einsamkeit!!)
5) Camp Elephant, Erindi Game Reserve (mit eigenem Wasserloch!!)
6) Camp Gecko (Unendlicher Savannenblick!!)

Probieren und Genießen – unsere TOP 5:
1) Restaurant NICE, Windhoek
2) ein selbstgemachtes Braai
3) namibische Wildspezialitäten (Oryx-Steak, Springbock etc.)
4) die persönliche Bewirtung auf der Kamrav Guest Farm
5) Frühstücken in der Savanne

Über Nacht in einer anderen Welt!

Noch nie zuvor sind wir eine so weite Strecke über das Festland geflogen – von Frankfurt aus über Algerien, die Demokratische Republik Kongo und Angola hinweg erreichen wir mit nur einer Stunde Zeitverschiebung um halb sechs Uhr Ortszeit nach einem etwa zehnstündigen Flug den Hosea Kutako Flughafen, ca. 45 km östlich von Windhoek.

Wir fragen uns durch, finden keinen öffentlichen Bus und nehmen ein Taxi ins Stadtzentrum. Pünktlich zum Frühstück erreichen wir unsere Unterkunft für die erste Nacht, das gemütliche Puccini Guesthouse. Wenig später brechen wir zu Fuß auf, um die Highlights von Windhoek kennenzulernen – und haben gegen Mittag auch schon das Wichtigste gesehen! Es ist eben alles recht überschaubar. So erkunden wir zum Beispiel das bekannteste Fotomotiv Windhoeks, die auf einer Verkehrsinsel gelegene Christuskirche, mehrere in die Jahre gekommene Kolonialbauten in ihrer Umgebung und das Independence Memorial Museum, das wie ein großer Kaffeeautomat aussieht. Eine Kuriosität sind hier mehrere, ausgerechnet in Nordkorea produzierte bronzefarbene Statuen als Erinnerung an wiedergewonnene Freiheit und Unabhängigkeit. Durch die einladende Parkanlage in der Umgebung des Tintenpalastes, des Parlamentssitzes von Namibia, gelangen wir zurück auf die Independance Avenue mit umgebenden Shoppingmalls und lassen unser Sightseeing im Namibia Craft Center ausklingen. Die Räume sind vollgestopft mit Kunsthandwerk und allerlei schönen Gegenständen – es ist nahezu unmöglich, hier nichts zu kaufen!

Zurück im Puccini House chillen wir auf der Veranda mit zwei kalten Exemplaren der hiesigen Biersorte Windhoek Lager. Schon jetzt, am ersten Tag, breitet sich bereits ein leichter Staubfilm auf unseren Sachen aus.

Am Abend kehren wir in das um die Ecke gelegene Restaurant NICE – das Namibian Institute of Culinary Education – ein. Am Eingang prangt ein Schild mit der Aufschrift „Smart Casual“. Für so einen Dresscode gibt unsere Garderobe bestehend aus Jeans und Trekkingkleidung wenig her… wir versuchen es trotzdem, und werden eingelassen. Im NICE werden Servicepersonal und Köche ausgebildet. Die Atmosphäre ist gediegen, aber entspannt, denn alle Beteiligten lernen noch. Auch die schicke zugehörige Bar kann sich sehen lassen! Heute auf der Speisekarte – unser erstes namibisches Wildgericht: Oryx-Steak!

Die Entdeckung der Langsamkeit

Pünktlich (so gehört sich das ja für deutsche Touristen) stehen wir um zehn vor neun, wie mit unserem Autovermieter verabredet, vor dem Haus hinter einem riesigen Rollgittertor und warten auf unsere Abholung. Keiner kommt. Nach aufwendiger telefonischer Klärung fährt dann um kurz nach zehn ein Taxi vor und bringt uns zur Vermietstation neben dem Flughafen. Noch voll in unserem durchoptimierten Alltagsmodus verfangen, sind wir wegen der Verspätung nicht begeistert, aber grundsätzlich noch guter Dinge. Wir hoffen, um 11.00 Uhr (so steht es auf unserem Voucher) unseren Allrad-Camper in Empfang zu nehmen und loszudüsen.

Die Ernüchterung kommt, und unsere – ebenfalls noch auf deutschen Arbeitsalltag eingetaktete – Geduld wird an diesem Tag auf eine harte, harte Probe gestellt. In den folgenden Stunden kommen wir uns unentspannt und verbissen vor und sind gleichzeitig fasziniert von der unglaublichen Gelassenheit, auf die wir hier treffen. Aus dem Fenster der Mietwagenstation sehen wir unser Fahrzeug auf dem Hof stehen – einen Toyota Hillux Cab Trax. Eine Doppelmatratze ruht auf der Motorhaube. Um die Matratze herum ruhen drei bis fünf Angestellte, die den Camper einsatzbereit machen sollen… Jemand klopft mit einem Holzknüppel auf die Matratze und löst damit eine riesige Staubwolke aus. Zwanzig Minuten später kommt jemand mit einem Teppichklopfer vorbei, und klopft nochmal auf die Matratze (Staubwolke noch genauso groß). Zwanzig Minuten später versucht es jemand anderes kurz mit einem Staubsauger (Staubwolke noch genauso groß). Und wieder zwanzig Minuten später kommt noch einmal der Knüppel zum Einsatz (Staubwolke noch genauso groß). Fertig. Jetzt nur noch ein Reifenwechsel und zum Schluss noch die Einweisung in das Fahrzeug…

Währenddessen warten wir in der Vermietstation begleitet von der absurd hektischen Musik der Comedysendung Benny Hill, die auf einem Fernseher ein Werbevideo untermalt. Wir beginnen gedanklich, unseren Plan A (vier Stunden bis zum Namib-Naukluft-Park fahren) in einen Plan B (zwei Stunden bis zu einem in der Nähe von Rehoboth gelegenen Stausee fahren) abzuändern. Nach weiterem Warten ist klar, dass sich nur noch Plan C realisieren lässt, bevor die Dämmerung einsetzt: vor den Toren Windhoek einen Übernachtungsplatz suchen.

Nach fünf Stunden in der Vermietstation und Übernahme eines recht abgerockten Campers rollen wir vom Hof und haben solch einen mordsmäßigen Hunger, dass wir für die am Wegesrand herumlungernden Bärenpaviane (Baboons) noch keinen wirklichen Blick übrighaben. Es ist schon spät, also fahren wir zum Speed-Shopping nach Windhoek zum nächstgelegenen Supermarkt. Da wir noch nicht wirklich einschätzen können, wie „sicher“ oder „unsicher“ wir hier in der Hauptstadt unterwegs sind, bleibt Carsten am Fahrzeug, während ich in Rekordgeschwindigkeit durch den Laden flitze und alles zusammenraffe, was wir so für die nächsten Tage benötigen könnten.

Nachdem wir gestern auf unserem Stadtrundgang von Einheimischen bereits mehrfach auf Deutsch angesprochen wurden, treffe ich hier kurioserweise auf viele bekannte, deutschsprachige Markennamen und aus der Heimat bekannte Produkte (z.B. Frosch, Schwartau Extra, denk mit). Wegen der ungefähr 30 Jahre währenden deutschen Kolonialzeit im heutigen Namibia (von 1884 bis 1915) werden wir während unserer Reise noch oft auf mehr oder weniger „deutsche“ Überbleibsel stoßen, die sich irgendwie über die Zeit gerettet haben.

Wenig später verlassen wir die Hauptstadt über die B1 in Richtung Süden und erreichen in der Dämmerung das 10 km vom Ortsausgang entfernt gelegene Camp Monteiro. Der Platz ist liebevoll hergerichtet mit Steingärtchen, Pool und Grillplätzen. Zwei fette Stallkarnickel hoppeln um uns herum.

Im schwindenden Tageslicht können wir noch ein paar Sachen einräumen und auspacken und uns ein wenig sortieren. Der Staub ist noch ungewohnt, die Augen brennen, die Nase ist verstopft. Als es stockfinster ist, breitet sich über uns ein gigantischer Sternenhimmel aus, in nicht allzu großer Ferne hören wir ein eindringliches Geheule – vielleicht ein Schakal. Ehrfürchtig genießen wir den Moment und freuen uns auf die erste Nacht im Camper.

Von Windhoek über Rehoboth zum Camp Gecko

Im milden Sonnenschein des frühen Morgens zeigt sich dann vollständig, welch wunderbaren ersten Übernachtungsort wir angetroffen haben! Ein schönes Fleckchen Erde mit sorgfältig angelegten Beeten und allerliebstem, tipptopp gepflegtem Duschhäuschen. Wir frühstücken mit Blick auf die Auas Mountains und beginnen dann unsere Fahrt über die asphaltierte B1 in Richtung Rehoboth (knapp 100 km von Windhoek entfernt). Am Wegesrand sehen wir mehrfach größere Pavianherden.

Die Shopping Mall von Rehoboth hat auch sonntags geöffnet, so dass wir hier noch weitere Lebensmittel und auch einen Besenstiel erwerben können. Eine Stange zum Aufspannen des Schlafzeltes lässt sich nicht festschrauben, so dass das Zelt einseitig ziemlich weit durchhängt. Wir wollen den Besenstil passend zurecht sägen und ihn dann als Stütze in das Schlafzelt stecken.

Auf unserer Einkaufsliste lebenswichtiger Dinge steht auch Bier. Wir lernen jedoch, dass in Namibia der Verkauf von alkoholischen Getränken in den Supermärkten an Wochenenden verboten ist. So befragen wir den Parkplatzwächter, aber auch dem fällt keine Möglichkeit ein. Also befragt er seinen Kumpel. Der wiederum bietet an, vorauszufahren, so dass wir ihm an irgendeinen Ort folgen können, an dem die sonntägliche Regel offenbar nicht gilt. Das Angebot lehnen wir mal freundlich ab und teilen ihm mit, dass wir den Rest des Tages sicherlich auch ohne Bier überleben werden.

Kurz hinter Rehoboth biegen wir auf unsere erste Schotterpiste ab. Zunächst fahren wir durch Buschsavanne und sind bereits beeindruckt von der Weite der Landschaft. Hinter der Siedlung Nauchas erreichen wir einige Zeit später den Spreetshoogte Pass. Es geht bergauf… und dann…

Riesig weit, endlos und unbeschreiblich schön entfaltet sich vor uns die Savanne! Am Horizont zeichnen sich die Berge und die ersten Dünen der Namibwüste ab! Wir sind überwältigt!

Die Passstraße hinunter in die gigantische Ebene ist steil, aber gepflastert und somit gut befahrbar. Auch die Schotterpiste lässt sich mit ca. 80 km/h befahren. Am frühen Nachmittag erreichen wir unser heutiges Ziel, das Camp Gecko. Der legendäre Campsite auf dem Hügel ist leider schon reserviert, aber wir bekommen einen Platz auf dem „Orange Campsite“ – ein schönes, friedliches Plätzchen in der Nähe des Hauptgebäudes ganz für uns allein, mit Open Air Toilette und Open Air Dusche unter Webervogelnestern!

Oben auf dem Hügel zieht uns wenig später der Blick über die endlose Weite der Savanne – ähnlich der Aussicht vom Spreetshoogte Pass – in seinen Bann. Zum Sonnenuntergang genießen wir hier ausgiebig unseren ersten Sundowner der Reise auf einer Bank!

Die immer länger werdenden Schatten der Bäume und der rot und gelb glühende Himmel hinter den Bergen gehören zu den spektakulärsten Ausblicken, die wir bisher auf unseren Reisen erlebt haben.

Mit dem Sonnenuntergang findet sich eine siebenköpfige österreichische Gruppe ein, mit der wir in der oben auf dem Hügel gelegenen Lapa zu Abend essen. Zwei Praktikanten des Camps servieren uns an einer festlich gedeckten Tafel Oryx-Gulasch und zum Nachtisch „Arme Ritter“ (der Praktikant kommt aus Bayern). Nach dem leckeren Essen verabschieden wir uns und stapfen in der Finsternis mit unseren Taschenlampen durch die Savanne den Hügel hinab zurück zu unserem Camp. In der Dunkelheit lassen wir den Abend vor dem Camper ausklingen und blicken in den atemberaubenden, unendlichen Sternenhimmel mit einer Milchstraße und dem Kreuz des Südens wie aus dem Bilderbuch!

Vom Camp Gecko ins Namib Naukluft Gebirge

Über Schotterpisten geht es durch endlose Weiten über Solitaire und Büllsport unserem heutigen Ziel entgegen. Etwa zehn Kilometer hinter Büllsport zweigt eine grandiose, hügelige Nebenstrecke durch bizarre Felsformationen ab. Gegen Mittag erreichen wir den Namib Naukluft Park. Ohne Probleme erhalten wir – auch ohne Reservierung – einen der zwölf Campsites in einem von Felswänden eingefassten und mit Bäumen bestandenen Flusstal. Eine Oase inmitten all der Kargheit! An der Rezeption werden wir vor aufsässigen Baboons (Bärenpavianen) gewarnt, die sich gelegentlich auf dem Campingplatz herumtreiben. Außer uns sind erst wenige andere Besucher hier, aber auch am Abend wird es nicht voll. In der Mittagshitze machen wir uns auf den Weg zum Waterkloof Trail. Wir wollen ihm ca. zwei Kilometer folgen, um zu einigen natürlichen Pools zu gelangen. Bevor wir losziehen halten wir uns für superschlau und verstauen unseren Müll „baboonsicher“ in unserer am Campsite fest installierten Box mit Riegel.

Zu Beginn des Wanderwegs begegnen wir einer zweiköpfigen Reisegemeinschaft, Gall aus Israel, schon viele Jahre in München lebend, und Karl aus der Nähe von Regensburg. Eigentlich seien sie Backpacker, wie Gall betont, aber hier in Namibia mit Mietwagen und Zelt unterwegs. Da Karl an einer hartnäckigen Erkältung leidet, fragt uns Gall, ob sie uns morgen bei unserer Wanderung auf dem Olive Trail begleiten kann. Selbstverständlich stimmen wir zu!

Die beiden kehren zum Zeltplatz zurück. Wir setzen unseren Weg durch eine spektakuläre Fels-Fluss-Landschaft mit Flussüberquerungen, Busch- und Baumvegetation und kleineren Felskraxeleien fort und gelangen irgendwann zu zwei traumhaft gelegenen, über eine Felskaskade miteinander verbundenen, natürlichen Bassins. Hier können wir uns den unteren, eiskalten Pool mit vielen ziemlich dicken Kaulquappen teilen.

Zurück am Campingplatz müssen wir erkennen, dass die Baboons schlauer waren als wir. Der Riegel der Box ist geöffnet, und unser Müll liegt verstreut davor auf dem Boden. An einem weiter oben gelegenen Stellplatz sitzt ein dicker Affe vor einer umgekippten Mülltonne und fischt darin herum. Da haben wir den Übeltäter!

Um halb sieben Uhr ist es bereits stockfinster.

Auch am Abend und in der Nacht streunen oben in der Felswand die Baboons umher, und in der Dunkelheit dringen allerlei fremdartige Geräusche durchs Tal.

Nachts werden wir mehrfach von dem Gebrüll der Affen geweckt, die sich gegenseitig etwas zuzurufen scheinen.

Auf dem Olive Trail

Unser Frühstück müssen wir hart verteidigen, denn ein ziemlich dreister Baboon streunt über den Platz und schaut, ob er irgendwo etwas Essbares erbeuten kann. Nebenan bei einer niederländischen Familie klaut er einen Apfel, bei den Campern dahinter sitzt er IM Auto und bei dem benachbarten Pärchen aus Nordspanien auf dem Frühstückstisch. Aber nicht mit uns! Durch Gebrüll und Steinewerfen erreichen wir, dass er um unser bescheidenes Lager einen großen Bogen macht.

Um halb acht fahren wir gemeinsam mit Gall zum ca. 3 km entfernten Ausgangspunkt für den Olive Trail. Der 10 km lange Rundwanderweg führt zunächst entlang einer Bergflanke hinauf auf eine Hochebene, ein Stück über die Hochebene und durch ein imposantes ausgetrocknetes Flussbett wieder zurück. Auf unserem Weg genießen wir tolle Ausblicke in die weiten Ebenen, entdecken ein paar Felsenratten, die aus ihren Felslöchern hervorkrabbeln, und eine Schlange, die über den Weg huscht. Am Fuß der Schlucht beeindrucken uns rote, gemusterte, schiefrige schwarz-lila gefärbte und konglomeratartige Felsformationen, Köcherbäume und kleine Pools. Spektakulär wird es, als wir einen weiteren Pool überwinden müssen, indem wir uns an einer Felswand ca. sechs Meter oberhalb der Wasserfläche auf winzigen Trittflächen entlanghangeln müssen, nur gesichert durch eine Kette, an der wir uns festklammern können. Ich bin die erste, die sich traut, und taste mich mit Herzklopfen Schritt für Schritt über den zunächst ungesicherten Teil vor, bis ich die Kette erreiche. Dann ist es nicht mehr ganz so unangenehm, denn die Kette gibt ein wenig mehr Sicherheit. Auf der anderen Seite bin ich ein bisschen stolz, dass ich das ohne Schiss gemeistert habe. Auch Carsten bewältigt die schwierige Passage ohne Probleme. Dann ist Gall an der Reihe. Sie verlässt auf dem ersten Abschnitt ohne Kette der Mut, so dass Carsten noch einmal zurück klettert, um ihr die Hand zu reichen. So gelangt auch Gall sicher auf die andere Seite, und Carsten ist der Held!

Nach fünf Stunden erreichen wir wieder den Parkplatz.

Zurück an der Lodge werden wir schon von Karl erwartet und verbringen dort noch gemeinsam ein Stündchen, bevor die beiden sehr angenehmen Zeitgenossen dann in Richtung Mariental und Köcherbaumwald aufbrechen. Sie haben noch ein paar Tage in Namibia und weitere drei Wochen in Botswana vor sich. Wir bleiben noch eine weitere Nacht auf dem Campground. Dort angekommen, stellen wir fest, dass wir wenigstens heute schlauer waren, als die Paviane! Das heute Morgen vor dem Riegel unserer Baboonbox als Blockade angebrachte Vorhängeschloss sitzt noch immer bombenfest! Dafür haben die Affen jedoch unsere Kerzen angenagt…

Vom Namib Naukluft Gebirge ins Sossusvlei

Über einsame Schotterpisten gelangen wir an diesem Vormittag nach Sesriem, dem Ausgangspunkt für Touren in die berühmten Sanddünenlandschaft des Sossusvlei. Bereits um halb zehn müssen wir feststellen, dass unser Wunschcampingplatz in der Nähe des Eingangstors zu diesem vielbesuchten und wohl auf fast jeder Namibia-Rundreise angesteuerten Naturhighlight ausgebucht ist. Auf dem im Park gelegenen und ebenfalls ausgebuchten Sossusvlei-Campground ergattern wir schließlich noch einen Platz mit einem mickrigen Bäumchen auf der ansonsten kargen Overflowfläche.

Um die Mittagszeit brechen wir zu einer Tour in das weite, von Sanddünen eingefasste, vollständig ausgetrocknete Tal des Tsauchab-Rivers auf, das nach ca. 65 Kilometern im Sossusvlei endet. Bis auf die letzten paar Kilometer ist das Tal durch eine komfortable Asphaltstraße erschlossen.

Nach 45 Kilometern gelangen wir an die „Düne 45“, die wir durch den in der Mittagshitze empfindlich aufgeheizten Sand erklimmen. Vom oberen Teil der Düne haben wir einen unglaublichen Rundumblick über das weite Tal. Für Carsten endet dieser kleine, aber anstrengende Abstecher mit zwei riesigen Brandblasen an den Füßen, die in den kommenden Tagen immer sorgsam mit Desinfektionsspray behandelt werden müssen.

Am Ende der Asphaltstraße parken wir unseren Camper und beschließen, die letzten nur noch allradtauglichen Kilometer nicht selbst zu fahren. Wir haben keine Lust, im Tiefsand stecken zu bleiben und uns freischaufeln zu müssen, auch wenn das natürlich abenteuerlicher wäre. Also steigen wir in einen der unabenteuerlichen Shuttle-Trucks um, der uns über die buckelige Sandpiste bis zu einem ca. 5 km weit entfernten weiteren Parkplatz tiefer im Tal bringt. Von dort wandern wir die letzten 1,1 km zu Fuß in die Dünenlandschaft hinein bis zum berühmten Dead Vlei. Die meisten Besucher kommen in der Regel zum Sonnenauf- und -untergang.

In der Mittagshitze sind nur wenige Menschen unterwegs. Diese Tageszeit ist eine wunderbare Alternative , um den großen Massen zu entgehen!

Im Dead Vlei erwarten uns die berühmten abgestorbenen Baumstümpfe und das Farbspiel des roten, gelben und weißen Wüstensands. Ein wunderschöner, spezieller Ort.

Zurück am Campground frischt ein brausiger Wind auf und fegt über die karge Ebene. Wir klappen unser Dachzelt ein.

Von Sesriem zur Blutkuppe

Nach dieser zotteligen Nacht treibt auch am nächsten Morgen der Wind den Staub in alle Ecken unseres Campers. Einige Zelte auf dem Campingplatz haben diesem regelrechten Sandsturm nicht standgehalten und sind in sich zusammengesackt. Heute noch einmal ins Tal hineinzufahren macht keinen Sinn, denn wir würden nichts sehen. Also verlassen wir den Park. Wir fahren direkt zur Tankstelle Sossus Oasis, denn unser linkes Hinterrad verliert Luft. Für umgerechnet acht Euro wird wenig später das Rad abmontiert, geprüft, ein undichtes Ventil ausgetauscht, alles wieder montiert und Luft auf allen Reifen überprüft. Da Reifenpannen auf den zahlreichen Schotterpisten ständig vorkommen, gibt es auch in nahezu jedem kleinen Dörfchen eine Werkstatt.

Wir nutzen die Zeit, um Pläne für den heutigen Tag zu schmieden. Das Ziel ist die Blutkuppe. Für den dortigen staatlichen Campground benötigen wir eine Permit, die gegen eine Gebühr an der Rezeption des Sossus Campgrounds – wie auch an jedem anderen staatlichen Campingplatz – erhältlich ist.

Über Schotterpisten gelangen wir in die winzige Siedlung Solitaire. Der Ort besteht eigentlich nur aus einer Tankstelle, einer Kapelle, einer Lodge mit angegliedertem Zeltplatz und einer Bäckerei, in der es neben allerlei sonstigem Gebäck auch den angeblich leckersten Apfelkuchen Namibias gibt. Ein kurzer Stopp lohnt sich hier allemal, um die malerisch in der Landschaft angeordneten Autowracks zu fotografieren. Auf dem weiteren Weg machen wir wenig später eine beklemmende Entdeckung. Am Fahrbahnrand liegt ein umgekippter Geländewagen mit im Wind flatterndem Dachzelt. Wir halten an und können uns vergewissern, dass sich glücklicherweise keine Menschen mehr darin befinden. Mit einer Geschwindigkeit von ca. 80 km/h verliert auch unser Camper schnell an Bodenhaftung, und in einem unkonzentrierten Moment rauschen wir an diesem Tag beinahe in die kleine Mauer eines Viehrostes, der plötzlich vor uns auftaucht, als wir gerade eine kleine Lodge am Wegesrand bewundern…

Über den mit einem Schild gekennzeichneten südlichen Wendekreis (Tropic of Capricorn), den Gaub Pass und durch den Gaub Canyon gelangen wir durch eine spektakuläre schiefrige Schichtrippenlandschaft hindurch zum Kuiseb-Canyon, in dem sich einst zwei deutsche Geologen versteckt hielten, die dadurch dem Einzug zum Militärdienst im Zweiten Weltkrieg entgehen wollten. In dem Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ schildert einer der beiden, wie sie mehrere Jahre in dieser Umgebung auf sich gestellt überleben konnten… Hier, an diesem lebensfeindlichen Ort des Geschehens, sind wir umso erstaunter, wie ihnen das gelingen konnte. Wir durchqueren das Randgebiet des Namib-Naukluft-Parks. Auf unserer Strecke wird es immer einsamer, und in den letzten zwei Stunden unserer heutigen Fahrt begegnet uns kein einziges Fahrzeug mehr. Dafür werden die Tiere zahlreicher: Strauße, Zebras, Oryx-Antilopen, Springböcke, Hörnchen, rabenartige Vögel und ein Warzenschwein.

Auf einer einsamen Nebenstrecke zeichnet sich plötzlich am Horizont die unverkennbare Silhouette einer einzelnen Giraffe gegen das Sonnenlicht ab! Majestätisch schreitet sie über die Ebene!

Nach ca. sieben Stunden Fahrt erreichen wir am späten Nachmittag die Blutkuppe, ein markantes Felsmassiv aus Granit, das sich prachtvoll aus der Ebene erhebt. Den ganzen Tag wurde ich von der Befürchtung getrieben, der Campingplatz könnte – wie in Sesriem – voll belegt sein. Völlig zu Unrecht, wie sich herausstellt. Wir sind weit und breit die einzigen Menschen hier! Es scheint einer der einsamsten Orte zu sein, an denen wir jemals übernachtet haben.

Wir umrunden den Felsen auf der Suche nach dem schönsten Lagerplatz und landen auf der gegenüberliegenden Seite im Tiefsand. Jetzt bloß nicht anhalten und stecken bleiben! Unsere Wahl für die heutige Übernachtung fällt auf ein traumhaftes Plätzchen mit freiem Blick auf die flache Flanke der Blutkuppe. Der Wind weht leicht, ein paar Vögel krächzen, ein paar Zickaden zirpen… ansonsten herrscht absolute Stille!

Wir genießen den Ausblick, die Ruhe, die leuchtenden, windgeschliffenen Felsen, Windhoek Lager und ein schönes Feuerchen unter dem Kreuz des Südens. Immer wieder bekommen wir Besuch von den ein wenig gruselig anmutenden Corn Crickets, nicht ganz handtellergroßen, imposant bewehrten Heuschrecken, die immer wieder unsere Nähe zu suchen scheinen und sich auch im Dunkeln an uns bzw. unseren Stirnlampen und dem Lagerfeuer orientieren. Wir leuchten zwischendurch mit einer der Lampe in die Dunkelheit auf dem Boden in unserer Nähe – und da sitzt wieder eines der riesigen Viecher! Ein Grund mehr, die Füße lieber einzuziehen. Wir wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die Corn Crickets – zumindest für den Menschen, wenn er nicht gerade betrunken am Boden liegt und sich die Augäpfel anknabbern lässt – ziemlich harmlose Gesellen sind. In Scharen kapern sie jedoch auch die Nester von Webervögeln und können den Küken ziemlich gefährlich werden.

Von der Blutkuppe nach Swakopmund

Im Morgengrauen erklimmen wir die Blutkuppe und sehen uns das imposante Felsmassiv aus der Nähe an: die vielfältigen Erosionsformen, von den starken Temperaturunterschieden abgeplatzte Granitplatten, kleine Kolke und Kaskaden.

Zum Sonnenaufgang blicken wir in die Ferne und entdecken eine Uranabbaustätte – wir sind offensichtlich doch nicht ganz so einsam unterwegs, wie gestern noch gedacht. Es weht ein frischer Wind, bei dem wir unser Frühstück festhalten und gleichzeitig die dicken Corn Crickets im Auge behalten müssen, die schon wieder um uns herumkrabbeln.

Wir verlassen diesen herrlich einsamen Ort in Richtung Swakopmund. Die Umgebung wird immer karger und wüstenhafter. Kurz vor der Küstenstadt unternehmen wir einen kleinen Abstecher durch das Tal des Swakop River und auf die Welwitschia-Ebene. Die Welwitschien sind eine endemische, ziemlich unansehnliche Pflanzenart, deren älteste Exemplare über 1000 Jahre alt sind. Wie riesige Spinnentiere sitzen sie verteilt auf der weiten Fläche. Die berühmte Mondlandschaft ist über eine Piste zu erreichen, die sich in einem ziemlich bedauerlichen Zustand befindet. Sie besteht aus übelstem Wellblech. Zwar können wir zum Teil auf einer neben der Fahrbahn gelegenen Ausweichpiste fahren, müssen jedoch dann auf die eigentliche Spur zurück, die in einem so schlechten Zustand ist, dass wir nach ein paar Kilometern aufgeben. Von Weitem haben wir aber wenigstens einen kurzen Blick auf die Mondlandschaft.

Gegen Mittag erreichen wir in Swakopmund das Resort „Alte Brücke“ mit Ferienwohnungen und Bungalows, aber auch mehreren komfortablen Campingstellplätzen mit je einem eigenen Badezimmer, Spülstelle, Kamin und Terrasse. Der größte Luxus ist jedoch die Rasenfläche, auf der wir hier stehen. Hier können wir in aller Ruhe den Camper entstauben, aufräumen, reinigen und Wäsche sortieren! Herrlich nach einer Woche Staub! Über ganz Swakop hängt der dichte Küstennebel und taucht den Ort in diesiges Licht.

Auf einem kleinen Rundgang entdecken wir viele Überbleibsel der deutschen Kolonialvergangenheit. Viele Gebäude und Geschäfte haben deutsche Namen, auch in der Architektur ist ein deutscher Einfluss erkennbar, Fachwerk und gründerzeitlich anmutende Schmuckfassaden! Trotzdem erinnern die Gebäude bis auf wenige Ausnahmen eher an Wertheim Village als an traditionelle deutsche Bausubstanz! Das Wetter ist rau, die Seebrücke „Jetty“ umgeben vom tosenden Atlantik. Der Ort wirkt durch die Kälte und das diffuse Licht irgendwie merkwürdig träge und verschlafen.

Walvisbay und Swakopmund

Nach einer ungewohnt kühlen Nacht brechen wir am Morgen auf, um über die Küstenstraße durch die unwirkliche Dünenlandschaft nach Walvis Bay zum dortigen Bootsanleger zu fahren – wir wollen Delfine und mit etwas Glück Wale beobachten. So stechen wir wenig später auf dem Katamaran „Que será“ mit ca. 25 anderen Gästen in See. Begleitet werden wir von einem rauhbeinigen, aber herzlichen Guide, der das Piraten-Casting für Fluch der Karibik auf jeden Fall mit Erfolg durchlaufen hätte und gerne schlüpfrige Anekdoten erzählt.

An Bord herrscht eine frische Brise, und es werden Decken werden verteilt. Wir sehen zwar nur wenige Delfine und leider keine Wale, dafür aber eine sehr geruchsintensive Seelöwenkolonie und werden von Pelikanen und Seelöwen an Bord unterhalten, die wir selbst mit Fischen füttern können. Zudem gibt es diverse Häppchen, einschließlich Austern, und ein Gläschen südafrikanischen Sekt dazu.

Am frühen Nachmittag sind wir zurück in Swakopmund und lassen uns noch einmal durch das beschauliche Stadtzentrum treiben. Wir decken uns anschließend für die nächsten Tage im traditionellen, schon seit 1898 existierenden Woermann Supermarkt für die nächsten Tage ein. Nach einem Abendessen in einem von Deutschen betriebenen Westernsaloon verbringen wir den restlichen Abend an unserem Camper am Kaminfeuer, eingemummelt in eine riesige Wolldecke, die bis jetzt noch unangetastet und sogar staubfrei in unserer Staubox gelegen hat. Im Hintergrund rauscht leicht der Verkehr, und eine Lifeband spielt irgendwo auf. Fast schon ungewohnt in unseren Ohren, die vorgestern Nacht in der Wildnis NICHTS vernommen haben!

Von Swakopmund zur Spitzkoppe

Wir öffnen am Morgen die Campertür – und alles ist nass! Der Nebel ist so dicht, dass die Luft mit Tröpfchen gesättigt ist! Zudem ist es richtig kühl! Unsere Zeit im Resort Alte Brücke ist heute vorbei, und wir brausen neuen Abenteuern entgegen!

Am späten Vormittag verlassen wir die asphaltierte Straße und biegen auf die Schotterpiste zur Spitzkoppe ab. Mitten im Nichts bilden ein paar Wellblechhütten und ein Schulgebäude das Spitzkoppe Village.

Das neben dem Dorf gelegene Restcamp besteht aus weit verstreut am Fuße des Felsmassivs gelegenen Sites und ist nur spärlich belegt. Wir finden ein traumhaftes Plätzchen am Fuße des Dinosaur Rocks mit freiem Blick auf die vor uns aufragende Spitzkoppe! Bei unserer Ankunft suchen etwa zehn putzige, murmeltiergroße Klippschliefer das Weite und im Felsen über uns nisten kleine bunte Love Birds. Wir markieren unser Revier durch Hinterlassen unserer Stühle, Tisch und Feuerholz am Campsite und brechen zu einer ca. 20 Kilometer langen Umfahrung des Bergmassivs auf. Wir können die rot-beigen Felsen von allen Seiten bewundern. In die andere Richtung blicken wir in die karge Halbwüste.

Ein paar Ziegenherden streifen umher, ein paar Erdhörnchen, ansonsten um uns herum sengende Hitze und vollkommene Stille!

Zurück am Campsite werden die Temperaturen langsam milder. Zum Sonnenuntergang kraxeln wir auf eine nahe gelegene Felskuppe und haben von dort einen grandiosen Rundumblick. Dies ist landschaftlich der wohl schönste Campsite unserer bisherigen Reise. Hingegen war die Blutkuppe der einsamste Übernachtungsplatz. Hier, an der Spitzkoppe, sind noch einige andere Camper unterwegs, jedoch befinden sich die Sites in einem sehr großen Abstand zueinander, so dass wir kaum etwas voneinander mitbekommen.

Die Sonne verschwindet hinter den Hügeln und der Himmel legt sich dunkelrot glühend über die Stille.

Nach zwei Tagen im kühlen Dunst von Swakop sehen wir endlich auch wieder das Kreuz des Südens über uns.

Von der Spitzkoppe ins Erindi Game Reserve

Am Morgen nehmen wir an einer kleinen, geführten Tour teil. Mit zwei Amerikanern aus San Diego, einer Familie aus München und unserem Guide Franz cruisen wir zunächst durch das weitläufige Areal rund um die Spitzkoppe. Unterwegs erfahren wir, dass der Campground von den Ortsansässigen verwaltet und unterhalten wird. Eine neue Lodge auf der anderen Seite des Massivs ist ein Joint Venture eines privaten Investors mit den Dorfbewohnern. Der 32-jährige Franz hat sein ganzes Leben hier verbracht und war noch nie in Windhoek. Er lebt hier mit seinem Bruder, seiner zwölfjährigen Schwester und seinen Eltern. Sein Bruder arbeitet ebenfalls im Spitzkoppe-Park, die Mutter ist die Hebamme des Dorfes und ist nebenbei und inoffiziell tätig als eine Art Schamanin für Nierenkrankheiten. Sie behandelt ihre Patienten mit in Holzkohle erhitzten Nadeln, die dann an entsprechenden Stellen im Körper platziert werden. Franz führt uns zunächst einen steilen Felsen hinauf auf ein Plateau, zum so genannten Bushmans Paradise. Dort oben gibt es Bäume, kleine Senken, die zeitweise mit Wasser gefüllt sind, mehrere Höhlen und mehrere ca. 1.000 Jahre alte Felszeichnungen der San (Buschmänner). Franz gibt uns eine faszinierende Kurzeinführung in die Sprache der Damara, die für eine Viezahl unterschiedlicher Klicklaute berühmt ist. Auch wir versuchen uns an den Klicklauten und scheitern kläglich. Bis zum späten Vormittag durchstreifen wir gemeinsam das Gelände, dann ist unsere Zeit an der Spitzkoppe leider auch schon wieder vorbei.

In Richtung Osten geht es weiter, über den asphaltierten Transkalahari-Highway durch Usakos, Karibib und Omaruru.

Die Kargheit der Halbwüste verändert sich allmählich hin zu einer mit Bäumen und Büschen überzogenen, bildschönen, leicht hügeligen Savannenlandschaft. Die letzten 40 km geht es über dunkelrote Sandpisten bis wir am frühen Nachmittag an ein imposantes Tor mit einem Pförtner gelangen, der mit einem ebenso imposanten Gewehr bewaffnet ist. Wir befinden uns am Eingang des Erindi Game Reserves, eines Areals in Privatbesitz, mehr als 700 Quadratkilometer groß. Der Pförtner beschreibt uns den Weg zum Elephant Campground und weist uns an, unterwegs nicht anzuhalten und nicht auszusteigen, denn „Lions are roaming around…“.

Offensichtlich roamen sie gerade woanders around, denn auf der ca. 20 km langen Strecke sehen wir keinerlei Getier. Wir sind froh, in der Rezeption mit gut sortiertem Shop einen Stellplatz zugewiesen zu bekommen und buchen uns für den Nachmittag direkt in einen „Game Drive“ im offenen Geländebus ein. Unser Stellplatz ist sehr komfortabel mit Rasen, Sonnendach, Baum, Sitzecke, Grillstelle, Kühlschrank, Spülstelle und eigenem Badezimmer ausgestattet. Wir richten uns ein wenig ein und brechen dann schon zu unserer dreistündigen Pirschfahrt auf. Niemals hätten wir in der Frühe damit gerechnet, schon heute Nachmittag so viele Tiere zu sehen – Kudus, Oryx-Antilopen, Springböcke, Strauße, drei Giraffen, vier Elefanten, Krokodile, zwei Nilpferde, ein Dik Dik, einen Schakal, Zebras, Gnus, Perlhühner, Löwen und ein Impála. Beglückt, ein wenig ausgekühlt und hungrig erreichen wir um halb sieben wieder den Campground und beschließen direkt, drei Nächte hier zu bleiben. Immerhin gibt es auch einen Pool und diverse Aktivitäten, von denen jedoch nicht sicher ist, ob die erforderliche Mindestteilnehmerzahl zusammenkommt (Tour mit getrackten Tieren und Morning Walk). Werden wir sehen. Bewaffnet mit Stativ und zwei Dosen Windhoek Lager brechen wir später zum beleuchteten Wasserloch auf. Eine lange Hose und eine Mütze sind nun angebracht, denn es ist empfindlich kühl geworden.

Am Wasserloch lauschen wir einem beeindruckenden Froschkonzert, im Hintergrund leider etwas gestört von einigem Palaver an den umgebenden Chalets. Bald schon nähern sich eine Oryx-Antilope, mehrere Zebras und ein Schakal dem Wasserloch. In der Ferne hören wir weitere Schakale heulen. Der Rest des Abends am Wasserloch bleibt ereignislos, also kehren wir schon bald zum Camper zurück.

Nach einer ziemlich kalten Nacht knapp über dem Gefrierpunkt schälen uns widerwillig aus unseren gemütlich warmen Schlafsäcken und stapfen in der aufkommenden Dämmerung zum Wasserloch. Es ist noch ganz ruhig. Wir vernehmen in einiger Entfernung ein Geräusch, das an das Abkippen von Kies von einer Ladefläche erinnert. Wenig später stellen wir fest, dass das kein Kies ist, sondern das Schnaufen eines der träge herumhängenden Hippos.

Als die Sonne erst aufgegangen ist, beginnt am Wasserloch das Leben zu pulsieren! Galoppierende Gnus, Schwärme von Vögeln, scheue Oryx-Antilopen, Impálas, Springböcke, Warzenschweine, Krokodile und mehrere Kudus.

Wir sitzen gemeinsam mit zwei sympathischen älteren Paaren aus Johannesburg und Namibia unter einem schattigen Abdach und beobachten, beobachten, beobachten. Es ist schön, dass die Einheimischen von der Vielfalt der Tiere ebenso fasziniert sind wie wir, obwohl sie das alles quasi direkt vor der Haustüre haben. Erst halten wir sie für Skandinavier, zwischendurch klingt ihre Unterhaltung aber auch irgendwie englisch, doch auf meine neugierige Nachfrage teilen sie mit, dass sie sich auf Afrikaans austauschen. Die beiden Südafrikaner, Vanessa und ihr Mann sind Zeugen Jehovas und waren im Rahmen eines Freiwilligendienstes auch schon mehrmals in Deutschland.

Plötzlich tauchen am Horizont in der Buschsavanne zwei graue Berge auf – Elefanten!

Sie nähern sich majestätisch dem Wasserloch, trinken, bespritzen sich mit Wasser und überschütten sich anschließend mit Staub. Es ist inzwischen Mittag, und wir staunen immer noch!

Nach weiteren Tierbeobachtungen zelebrieren wir am Abend unser erstes richtiges Braai – das namibische Barbecue – mit der klassischen Boerewors, einer endlos langen, zu einer großen Schlaufe zusammengerollten groben Bratwurst und allerlei Leckereien.

Den ganzen Vormittag verbringen wir auch heute am Wasserloch und sind fasziniert von der unglaublichen Artenvielfalt! Das spektakulärste Ereignis des heutigen Tages ist eine Herde aus fast 40 Gnus, die einen ziemlichen Wirbel veranstaltet. Am Nachmittag nehmen wir noch einmal am Game Drive teil. Neben den üblichen Verdächtigen sehen wir heute Unmengen an Perlhühnern, Giraffen, eine Horde Baboons, mehrere Hippos und vier Löwen, die sich ein totes, gestern gerissenes Oryx einverleiben! Sensationell! Mit uns am Tatort sind noch zwei kleinere Jeeps mit durchweg betagten Besuchern der Old Traders Lodge, die für das Fußvolk vom Campsite als No Go Area deklariert ist. Im uns bei unserer Anreise ausgehändigten Kartenmaterial ist ausdrücklich vermerkt, dass es den Campinggästen nicht gestattet ist, die Lodge zu besuchen.

Am Abend statten wir dem nun beleuchteten Wasserloch einen weiteren Besuch ab. In dem gelblichen Flutlicht wirkt die Szenerie wie in einem Theater. Zunächst herrscht Stille, doch mit dem sonoren Quaken der Frösche betreten die ersten Akteure die Bühne: Zebras, Oryxe, Springböcke und Elandantilopen. Mit einem Mal galoppieren alle Darsteller davon und kündigen damit den nächsten Akt an. Sie machen Platz, und damit steht eindeutig fest, wer am Wasserloch das Sagen hat: ein Elefant nähert sich für einen imposanten Soloauftritt. In aller Ruhe lässt er das Wasser in seinen Rüssel und dann ins Maul laufen. Es wird kühl, ich will in meinen Schlafsack. Auf dem Rückweg sitzt etwas Kleines jenseits des Zauns. Ich leuchte mit meiner Taschenlampe direkt in zwei grün schimmernde Augen – ein Schakal, der schleunigst das Weite sucht. Als sich auch auf der großen Bühne nur noch ein Schakal herumtreibt, kommt auch Carsten zum Camper zurück.

Vom Erindi Game Reserve zum Etosha Nationalpark

Früh sind wir abfahrbereit für unseren heutigen großen Trip zum Etosha Nationalpark. Ca. 500 Kilometer sind zu bewältigen. Der Reifendruck scheint ein wenig niedrig zu sein. Glücklicherweise kann Erwin, der Fahrer des gestrigen Game Drives, helfen. So verlassen wir wenig später unsere umzäunte Trutzburg und fahren hinaus in die ungezähmte Wildnis!

Bis zum Gate an der B1, der Hauptverkehrsschlagader Namibias, über die wir möglichst zeitsparend nach Norden gelangen wollen, sind es immerhin noch ca. 40 Kilometer Schotterpiste innerhalb des Parks. Wir sind als einzige Menschen weit und breit gemeinsam mit unzähligen Giraffen, Zebras, Springböcken und Gnus unterwegs. Vier halbstarke Giraffen tollen direkt vor uns auf der Straße herum und schlagen mit den Beinen aus! Zwischen dem Gate und der Hauptstraße begegnen wir unzähligen Dik Diks (winzige Antilopen mit riesigen Kulleraugen), Warzenschweinen und Perlhühnern.

Es ist schön, die Reise fortzusetzen und einfach abzuwarten, was der Tag heute für uns bereithält. Das sind die schönsten Tage im Leben. Alles ist offen!

Auf der Asphaltstraße angelangt, führt uns unser Weg 110 Kilometer durch endloses, zivilisationsfreies Buschsavannenland, über die Orte Otjiwarongo und Outjo bis zum Etosha Nationalpark. Gegen Mittag entern wir Etosha durch das Anderson Gate von Süden.

Direkt hinter dem Gate steuern wir das erste Wasserloch mit dem Namen „Ombika“ an und sind überwältigt, denn hier tummeln sich mindestens dreißig große und kleine Elefanten! Mit einem solchen Aufgebot an Tieren hatten wir direkt hinter dem Parkeingang beim besten Willen nicht gerechnet! Wir können uns kaum losreißen, müssen jedoch in Anbetracht des fortgeschrittenen Tages weiter, da das für heute reservierte Camp ganz und gar nicht um die Ecke liegt. Am Camp Okaukuejo entrichten wir unsere Gebühr für die Zutrittserlaubnis, kaufen noch ein paar Kleinigkeiten im Shop, tanken, und weiter geht die Fahrt.

Wir müssen noch 120 km innerhalb des Nationalparks bis zum Camp Olifantsrus im westlichen Teil des Parks zurücklegen. Hinter einem kleinen Damm über einen ausgetrockneten See stoßen wir auf ein weiteres Wasserloch. Unzählige Tiere sind hier versammelt – mehrere Giraffen, hunderte Springböcke, Zebras, Gnus, Strauße… wir wissen gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen! Die Zebras, die im Erindi so scheu waren, stehen hier überall neben der Straße und sind alles andere als schreckhaft.

Den Rest der Strecke reißen wir nur noch einfach ab und erreichen um viertel vor vier mit dem Olifantsrus Restcamp einen Ort, der heute Campground ist, an dem jedoch früher Elefanten gekeult und zu Dosenfleisch verarbeitet wurden. Der Campground verfügt über Sandplätze mit Sonnendach und gepflegte Sanitäranlagen, Rezeption und Kiosk / Imbiss. Das Besondere ist ein Hochsteg, der zu einem Beobachtungspunkt direkt über einem Wasserloch führt.

Den Rest des Abends lassen wir am Lagerfeuer ausklingen. Um das Camp herum bis zur nächsten Zivilisation (Dolomite Camp) liegen 50 km unbesiedelte Wildnis! 50 km Nichts! Im Park gibt es 2.500 Elefanten, davon haben wir heute gefühlt schon die Hälfte gesehen!

Im Etosha Nationalpark von Olifantsrus nach Halali

Am Morgen cruisen wir durch die endlosen Weiten des Parks und steuern diverse, auf dem Weg liegende Wasserlöcher an. Die Schotterpiste mit Wellblech rumpelt unter uns – African massage (Zitat: Erwin)! Das Highlight sind heute Löwen und Elefanten. Am Nachmittag erreichen wir das Halali-Restcamp. Es ist deutlich gefälliger als das recht karge Olifantsrus Camp und deutlich weniger rummelig als Okaukuejo. Trotzdem fegt auch hier der Staub über den Platz. Insgesamt unterwegs: viele Italiener individuell und in Gruppen, recht viele Niederländer und Südafrikaner, Briten, vereinzelt Amerikaner, selten Asiaten.

Wir stellen fest, dass unser Camper inzwischen an allen Ecken und Enden auseinanderfällt. In unserer Phantasie sehen wir uns schon nur noch mit dem Fahrzeuggestell unter uns wieder auf das Gelände unseres Vermieters rollen. Zudem ist der Kühlschrank schon ein paar Mal ausgefallen.

Wir besuchen zum Sonnenuntergang das dem Halali-Camp zugehörige Wasserloch „Moringa“, an dem sich zwar viele, immerhin jedoch weitestgehend stille Menschen aufhalten (niemand braucht das Gequatsche fremder Leute um sich herum, wenn er Tiere beobachten möchte – da sind sich offenbar alle einig…und wer das anders sieht, wird gleich bei der Ankunft am Wasserloch mit mehreren Zischgeräuschen der Anwesenden „eingenordet“ und zur Ruhe gemahnt.). Außer ein paar Perlhühnern und einer Manguste sind jedoch keine Tiere dort.

Im Etosha Nationalpark / Halali

Das Halali-Camp erscheint uns am Morgen karg und wenig einladend. Zwischendurch fegen die Böen den Staub auf, und die Sonne brennt schon am frühen Morgen ziemlich intensiv. Gefühlt ist es schon später Vormittag, als wir um halb neun zu unserer heutigen Pirschfahrt aufbrechen. Zuerst checken wir zu Fuß das Geschehen am Moringa-Wasserloch, wo jedoch zunächst keine Tiere anzutreffen sind. Aber wir können immerhin einen Kampfadler in unsere Tierliste aufnehmen, der nur kurz auftaucht und ein paar Minuten am Wasserloch verweilt. Mit dem Camper brausen wir als nächstes zu dem beeindruckenden Etosha Lookout. Hier sehen wir zum ersten Mal die weiße Salzpfanne und können an dieser Stelle ein Stück auf die Pfanne hinausfahren.

Wir blicken in die gleißende Endlosigkeit! Ebenes Weiß, soweit das Auge reicht!

Irgendwann sind die anderen paar Besucher weitergefahren und wir sind ganz allein an diesem skurrilen Ort. Anders als an anderen Stellen im Park, in dem wegen der mitunter nicht ungefährlichen Tiere grundsätzlich davon abgeraten wird, das Fahrzeug zu verlassen, können wir hier ohne Sorge einige Meter in die Pfanne hineinlaufen. Selbst wenn sich irgendein verwirrter Löwe an diesen unwirtlichen Ort verirren sollte, würde man ihn bereits aus zwei Kilometern Entfernung kommen sehen und hätte genug Zeit, wieder ins Auto zu sprinten.

Weitere Wasserlöcher am heutigen Vormittag präsentieren viele Zebras und Antilopen, jedoch keine wirklichen „Highlight-Tiere“ (wir sind ja nach mehreren Tagen des Tierebeobachtens langsam verwöhnt), und an zwei Wasserlöchern ist gar nichts los. Die Zufahrtswege sind teils abenteuerlich mit tiefen Schlaglöchern versehen. Und mit jedem Gerumpel drohen hinten im Fahrzeug Schränke und Bett ein wenig mehr auseinanderzubrechen.

Gegen Mittag sind wir wieder zurück im Halali Camp. Könnten wir uns noch einmal entscheiden, hätten wir uns hier die zweite Nacht gespart, wir sind nach knapp zwei Wochen unterwegs ein wenig geschafft von der Hitze, dem Staub und dem unwirtlichen Gelände. Auch hatten wir – nach dem traumhaften Erindi Game Reserve – nicht damit gerechnet, so viele Wasserlöcher verwaist vorzufinden. Irgendwann wird die Hitze dann endlich erträglicher, und dann wird es auch schon wieder Zeit für den heutigen Sundowner (Windhoek Lager) am (zumindest von Menschen) ziemlich gut besuchten „Tote-Hose-Wasserloch“. Angenehm auch heute: die Horde ist still und beobachtet das, was da ist. Ein paar Perlhühner, einen Hasen, eine Manguste mit Ringelschwanz, die eine Maus jagt, drei Schakale. Zum Abschluss folgt noch eine ca. 1,50 m lange Schlange… wollen wir wirklich im Dunkeln und nur mit Flipflops an den Füßen zum Camper zurücklaufen? Müssen wir wohl…

Zurück am Zeltplatz fragen uns unsere Nachbarn Marc und Lynn (beide Anfang bis Mitte Sechzig), ob wir ihnen Gesellschaft leisten wollen. Sie sind gebürtig aus Zimbabwe und in den 1980er wegen des dortigen Diktators Robert Mugabe nach Südafrika ausgewandert. Wir plaudern den ganzen Abend bei Bier und südafrikanischem Wein vor ihrem überaus gepflegten Zelt, dem Campinganhänger mit Kochecke und Gewürzregal sowie Tisch mit Tischdecke, mit denen sie versuchen, auch in diesem uneinladenden, staubigen Camp noch die Fahne des Komforts hoch zu halten! Eigentlich mögen sie lieber die schattigen Rasenplätze Südafrikas. Marc klärt uns auf, dass betrunkene Tiere durch den Verzehr von Amarula-Früchten – wie wir es aus dem alten Filmklassiker „Die lustige Welt der Tiere“ kennen – ein Mythos sind! Wir erklären, dass er uns damit der Illusionen unserer Kindheit beraubt hat!

Im Etosha Nationalpark von Halali nach Namutoni

Das morgendliche Öffnen der Campertür verheißt nichts Gutes. Schon wieder wirbelt der Wind den Staub umher, und schnell steht fest, dass wir diesen Ort so rasch wie möglich verlassen wollen. Beim Verpacken der Gegenstände im Stauraum des Campers hat sich inzwischen eine gewisse Routine eingestellt. Trotzdem wird dann im halb gepackten Zustand immer noch irgendetwas ganz Wichtiges von ganz hinten benötigt! Dann hangeln wir uns über Stühle, Tisch und Taschen nach hinten durch, hauen uns den Kopf ein, klemmen uns den Fuß ein, und die Brille hängt schief.

Wieder geht es hinaus in die ungezähmte Natur. Die Highlights des Vormittags: ein Riesentausendfüßler auf der Straße, unser erster Strauß von Nahem, mehrere Elefanten, jeweils einzeln, mit Straßenüberquerung und ein langbeiniger Sekretär.

Die Etosha-Pfanne breitet sich – nicht nur vom nochmals angesteuerten Lookout – immer wieder endlos vor uns aus. Die Landschaft wirkt, als würde man bei Ebbe ans Meer kommen. Wie in einem Endzeitfilm ist dieses Meer wie auch die Flussmündung ausgetrocknet.

An den heutigen Wasserlöchern ist fast immer nichts los. Erwähnenswert ist nur eines, an dem sich unzählige Zebras tummeln. Gegen Mittag erreichen wir unser heutiges Übernachtungsziel, das ebenfalls im Nationalpark gelegene Camp Namutoni. Ein grüner, entspannter Ort in all der Kargheit, mit historischem Fort, viel Rasen, Restaurant und Pool. Auch auf dem Campground sind weite Flächen von Bäumen verschattet und es gibt Rasen, der bewässert wird. Der Platz wirkt sofort viel einladender als die Übernachtungsplätze an den Tagen zuvor. Und 14 Mangusten jagen über die Rasenflächen! Wir entstauben den Camper und unsere Sachen und erkunden anschließend das Camp, dessen Besonderheit ein historisches Fort ist, das eine ehemalige, historische Polizei- und Militärstation darstellt. Das zu Namutoni gehörige Wasserloch ist nicht so schön angelegt, wie die beiden vorherigen und schon gar nicht mit Erindi zu vergleichen. Der Beobachtungsunterstand ist hingegen sehr gelungen. Leider lassen sich auch hier am Wasserloch keine Tiere blicken. Das historische Fort ist ein schönes Gebäude mit einem idyllischen Innenhof, in dem ein kleiner Souvenierladen betrieben wird. Auf ein ehemaliges Restaurant deutet nur noch ein Schild hin. Den Rest des Nachmittags lassen wir am einladenden, gar nicht mal so kalten, ruhigen Pool auf Sonnenliegen im Schatten mit kühlem Windhoek Lager die Seele baumeln.

Zurück am Campsite bereiten wir uns ein leckeres Braai über der offenen Glut des Lagerfeuers. Zu späterer Stunde statten wir dem bislang verwaisten Wasserloch einen Besuch in der Dunkelheit ab. Unsere Erfahrung hat ja vor allem im Erindi Game Reserve gezeigt, dass sich die Situation an den Wasserlöchern minütlich ändern kann. Aber auch jetzt lässt sich wieder kein einziges Tier blicken. Wir tauschen uns gerade ein wenig über unsere allmählich aufkeimende Enttäuschung wegen der unerwartet vielen verwaisten Wasserstellen im Nationalpark aus, da finden sich plötzlich drei Elefanten ein… Ein kleiner, ein mittlerer und ein großer Elefant!

Kurze Zeit später tauchen aus der undurchdringlichen Schwärze der Umgebung wie Geister, völlig geräuschlos, weitere Elefanten auf, einer nach dem anderen… bis es insgesamt 33 dieser imposanten Tiere sind!

Wie versteinert sitzen wir da, starren in die Dunkelheit und können kaum fassen, was wir sehen! Die Elefanten trinken friedlich schnaufend und wandern weiter zu einer weiteren, hinter dem Fort gelegenen unbeleuchteten Wasserstelle. Von dort hören wir sie noch plantschen und später, als wir in der Bar sitzen, laut trompeten! Magisch!

Ergriffen kehren wir zu unserem Camper zurück und erhalten hier den Beweis, dass fünf deutsche Camper (auf dem Nachbarstellplatz) in der Lage sind, gemeinsam mehr Krach zu machen, als 33 Elefanten am Wasserloch!

Kleiner Zwischenstand zu unserer körperlichen Verfassung nach etwas mehr als zwei Wochen in Sand und Staub: Erstens – wir haben inzwischen ein Sonnenmilchproblem. In sämtlichen Läden des Etosha-Nationalparks gibt es zwar haufenweise T-Shirts und Schlüsselanhänger, gelegentlich auch mal ein Duschgel, jedoch keine Sonnenmilch! Deshalb wird der verbliebene Rest rationiert. Unsere Fußsohlen fühlen sich an wie Schmirgelpapier, und die Haut an Armen, Beinen und Händen könnte ebenfalls dringend Feuchtigkeit vertragen! Da vielerorts hungrige Geschöpfe im Busch lauern, bewegen wir uns relativ wenig und haben bislang nur eine größere Wanderung (zu Beginn im Naukluft-Gebirge) unternehmen können. Deshalb tut uns aber auch sonst nix weh. Angenehm und erholsam ist, dass wir auf dieser Reise dem natürlichen Tageslauf folgen können. Wir gehen mit der Dunkelheit früh ins Bett und stehen mit der Dämmerung wieder auf.

Vom Etosha Nationalpark zur Kamrav Guest Farm

Nach dem Frühstück sind wir um halb acht wieder auf der Piste, um den östlichen Teil des Nationalparks zu erkunden. An allen Wasserlöchern herrscht wieder einmal nahezu vollständig tote Hose, so dass wir uns die Zeit mit Gesang und Quatsch vertreiben müssen.

Am nördlichst gelegenen Wasserloch stoßen wir dann auf eine bisher noch nicht da gewesene Szenerie. Eine morbide Atmosphäre hängt über diesem Ort, denn hier lungern mehrere Geier herum, und zwei Hyänen machen sich an einem toten, bereits eingefallenen Elefanten zu schaffen. Obwohl wir mit unserem Camper in ca. 100 m Entfernung zum Elefanten stehen, riecht es hier deutlich nach Verwesung.

Wir beobachten das Treiben ein wenig und treten dann die Weiterreise an. Um die Mittagszeit erreichen wir das wuselige Grootfontein, das in einer Region liegt, in der – für Namibia ja bislang durchaus unüblich – auch Maisanbau und Obstplantagen betrieben werden. In einer Einkaufsstraße mit vielen Marktständen und Läden stocken wir unseren Bargeldbestand auf, kaufen ein paar Lebensmittel in einem Supermarkt, und auch hier gibt es keine Sonnenmilch zu kaufen. So fragen wir uns durch und werden schließlich in einer Pharmacy fündig. Und nicht nur das! Hier gibt es auch endlich Baby-Bodylotion für unsere trockene Haut! An einem weiteren Einkaufszentrum mit großem Spar-Supermarkt und Liquor-Store ersteht Carsten noch ein paar Windhoek Lager, und nach einem Besuch der Tankstelle verlassen wir Grootfontein dann auch schon wieder.

Nach einem kurzen Stopp am Hoba-Meteoriten (laut Reiseführer der größte Metallmeteorit weltweit), erreichen wir am Nachmittag die 2.000 ha Fläche umfassende Kamrav-Gästefarm. Was von der Zufahrtsstraße zunächst recht unspektakulär erscheint, entpuppt sich als Traum von Übernachtungsplatz! Wir sind die einzigen Gäste und werden von Farmmitarbeitern und Hausherrin Maryna herzlich und gesprächsfreudig empfangen! Erst einmal werden wir eingeladen, an einem großen Tisch Platz zu nehmen. Mit am Tisch sitzt auch die Tochter einer Farmangestellten, die über ihren Hausarbeiten brütet. Ich bekomme Kaffee, und es wird erst einmal ausgiebig geplauscht über Gott und die Welt! Anschließend zeigt uns Maryna den Platz für unseren Camper auf einer großen Wiese mit Blick hinab über eine weite Grasfläche bis zu Baum- und Buschwerk mit einzelnen Lichtungen. Wir stehen direkt neben einer kleinen Lapa (halboffene Hütte) mit Tisch und Stühlen und einem Pool. Das Wasser ist ziemlich kalt, so dass Carsten sich nur bis zur Hüfte und ich mich nur mit den Füßen hineintraue. Wir werden mit Poolhandtüchern versorgt, und am späten Nachmittag bringt uns Maryna unseren Sundowner in Form von zwei Bieren vorbei und bleibt gleich zum Plausch.

Auf der weiten Grasebene finden sich zur Dämmerung Strauße, Oryxe, Gnus, Warzenschweine, Perlhühner und Schakale ein. Als es dunkel wird werden wir an die große Tafel am prasselnden Kamin zum abendlichen Dinner gebeten – wir sind begeistert über das beste Essen der Reise, u.a. mit Straußenrauchfleisch-Avocado-Crackern, Oryxsteak, Gemüse und Erdbeeren aus dem eigenen Garten. Die Katze streift den ganzen Abend um unsere Beine, und Maryna gesellt sich zu uns ans Feuer, um uns viel über ihr Land, die Gepflogenheiten und Probleme in Namibia, aber auch das Farmleben und die Familienhistorie zu erzählen. Der Abend vergeht wie im Fluge. Zu guter Letzt stattet mich die Hausherrin mit einer großen Wolldecke für die voraussichtlich kalte Nacht aus und begleitet uns bis zu unserem Camper. Gastfreundlicher geht es nicht!

Aus der Dunkelheit dringen allerlei unbekannte Tiergeräusche zu uns herüber. Wir kuscheln uns in unsere Schlafsäcke, und es geht wieder ein herrlicher Tag zu Ende.

Unterwegs auf der Kamrav Guest Farm

Die Nacht ist wunderbar ruhig, durchsetzt mit allerlei Tiergeräuschen. Noch nie konnten wir aus dem Schlafsack heraus Perlhühner, einen Strauß, eine Kuhantilope und ein Gnu sehen!

Wir stehen etwas später als der krähende Hahn auf und frühstücken erst einmal in aller Ruhe in unserer Lapa. Nach einigem Geräume brechen wir zu einem kleinen Bush Walk auf. Da uns Maryna berichtet hat, dass hier auf dem Farmgelände neben harmlosem Getier auch Geparden und Leoparden unterwegs sind (uns jedoch versichert hat, dass zwar die Raubkatzen uns, aber wir die Raubkatzen nicht sehen werden), bewaffnen wir uns mit unserem Stück Besenstiel, das eigentlich zum Abstützen des Schlafzelts gedacht ist, und los geht´s!

Über einen sandigen Weg wandern wir entlang eines Zauns, dann stromern wir den ganzen Vormittag quer durch das Gelände auf ausgetretenen Tierpfaden. Es gibt im Busch einiges zu entdecken. Aus einiger Entfernung sehen wir unterschiedlichste Tiere der Kategorie „ungefährlich“. Leopaden und Geparden halten sich – wie versprochen – im Verborgenen!

Wir werden von mehreren Gnus misstrauisch beobachtet, die aufgeregt herumbocken und sich dann glücklicherweise nicht für den Angriff, sondern für die Flucht entscheiden.

Wir sehen auch einige ziemlich große Warzenschweinbauten, die in Wirklichkeit Stachelschweinbauten sind, wie Maryna uns später aufklärt. Es ist auch immer schön, wenn man unterwegs etwas sammeln kann. An diesem Tag sind es Straußen- und Perlhuhnfedern. Zwischendurch legen wir eine kleine Pause unter schattigen Akazienbäumen mit kleinem Schlummer im Sitzen ein.

Das Highlight des Bush Walks ist ein Straußennest mit 14 wunderschönen, großen, glatten, cremeweißen Eiern!

Um die Mittagszeit sind wir wieder zurück auf der Farm und geben uns einem Entspannungs­programm in herrlicher Ruhe hin. Wir lassen die Beine im eiskalten Pool baumeln, duschen, liegen auf der Wiese herum, hören Musik, bereiten uns den Rest Boerewors vom Namutoni-Braai in der Pfanne zu, sehen den Perlhühnern beim Scharren zu, cremen uns die Beine und Füße ein und blicken in die Landschaft.

Von Kamrav zum Waterberg Plateau

Am Morgen frühstücken wir noch einmal in der schönen Lapa und bereiten anschließend alles für die Weiterfahrt vor. Wir sind wohl noch nie von einer Gastgeberein in einer Unterkunft so persönlich umsorgt worden wie bei Maryna. Wirklich außergewöhnlich! Ein letztes Foto, Umarmen, wildes Winken… und schon sind wir wieder auf neuen Pfaden unterwegs. Auf gerader Piste brausen wir durch verbuschtes Land, müssen mehrere Viehgatter öffnen und schließen und irgendwann taucht vor uns die imposante Wand des Waterberg-Plateaus auf. Der bereits von Weitem sichtbare, ca. 200 m aus der Umgebung ragende Tafelberg gehört zum gleichnamigen Nationalpark.

Eine ganze Weile fahren wir in einigem Abstand unterhalb des Plateaus entlang und erreichen schließlich das Waterberg Restcamp. Auf dem noch wenig gefüllten Campground beziehen wir einen Platz und brechen am Nachmittag zu einem geführten Game Drive auf das Plateau auf. Über eine Serpentinenstrecke geht es im offenen Truck hinauf auf die Ebene, wo wir an der Plateaukante über die weite Baum- und Buschsavanne blicken können. Ein großartiges Panorama, aber wir müssen weiter. Unterwegs sehen wir ein paar Giraffen, mehrere Säbelantilopen (neu auf unserer Tierliste), spektakuläre rote Sandsteinformationen und an einem Beobachtungspunkt eine sehr große Herde Büffel mit ein paar Eland-Antilopen. Zurück am Campingplatz heißt es nur noch duschen, ein wenig sitzen, schreiben und Bier trinken.

Vom Waterberg zum Okonjima Game Reserve

Wir schälen uns früh aus unseren Schlafsäcken, da wir zum Sonnenaufgang eine Wanderung hinauf zum Plateaurand unternehmen wollen, bevor wir zu neuen Abenteuern aufbrechen. Zunächst erscheinen jedoch die ersten Baboons auf der Bildfläche, für die der Waterberg Campground berühmt-berüchtigt ist. Sie machen sich an den unbewachten Mülltonnen zu schaffen. Nicht mit uns! Wir bewachen unsere Mülltonne und halten Fenster und Türen des Campers geschlossen.

Die Wanderung auf das Plateau lässt sich auf besonders im letzten Abschnitt etwas steilem und kraxeligem Pfad sehr gut in einer halben Stunde bewältigen.

Auf dem Weg zum Trailhead treffen wir auf mehrere putzige Dik Diks. Wir sind entzückt über diese unglaublich kleinen und zierlichen Antilopen mit den riesigen Kulleraugen, die wir nun aus nächster Nähe beobachten können.

Der letzte Teil des Aufstiegs ist besonders schön, da er direkt durch die Felsen der Plateaukante führt. Hier sind auch Klippschliefer aus nächster Nähe anzutreffen, die dreinschauen wie brummelige Nachbar, die sich über die morgendliche Ruhestörung ärgern. Auf dem Plateau angekommen, breitet sich tief unter uns die weite, stille Savanne aus. Auf demselben Pfad gelangen wir wieder zurück in die Ebene.

Wir verlassen die Waterberg-Region und stehen am späten Vormittag am Tor des 100 km weiter westlich gelegenen Okonjima Game Reserves. Da wir vorher nicht reserviert haben, bitten wir unangemeldet um Einlass. Wir haben Glück. Für eine Nacht ist einer der vier Campsites noch verfügbar. Die Lodge für die zweite Nacht erscheint uns zunächst teuer, aber wir haben auch keine Ahnung, was uns dort erwartet, sondern wissen nur, dass sich hier auf dem Areal auch die AfriCat Foundation befindet. Beim Durchfahren zweier imposanter, stark gesicherter Toranlagen kommen wir uns vor wie im Jurassic Park. Irgendwann erreichen wir das Day Center des Reservats. Hier buchen wir uns einen Game Drive für den heutigen Nachmittag und bekommen unseren Campsite zugewiesen. Wir sind uns einig, dass wir es uns hier die letzten zwei Tage vor der Heimreise noch einmal richtig gut gehen lassen wollen, und reservieren uns nun doch für morgen ein Zimmer in der Lodge. Anders als ursprünglich angedacht, haben wir während der gesamten Reise nicht ein einziges Mal in einer Lodge übernachtet und finden, dass die letzte Nacht in Namibia eine gute Gelegenheit ist, dieses Erlebnis nachzuholen.

Der Campsite entpuppt sich als absoluter Traum: einsam gelegen inmitten der grandiosen Savannenlandschaft am Hang einer Buntsandstein-Felswand, supergepflegt, frisch geharkt, riesengroß, fernab der anderen drei Sites, mit einem Unterstand mit staubfreiem Betonboden, Waschbecken und Ablageflächen, zwei Feuerstellen, bereitliegendem Feuerholz und als Oberhammer: zwei Freiluftduschen mit Panorama und zwei Freilufttoiletten, ebenfalls mit Panorama! Und zu guter Letzt haben wir auch noch unseren eigenen Aussichtspunkt! Wenige hundert Meter weiter befindet sich ein kleiner Pool, den die Gäste der vier Campsites nutzen können. Nichts wie rein in die kühlen Fluten! Eine herrliche Erfrischung in der Mittagshitze!

Pünktlich auf die Minute werden wir am Nachmittag zu unserem Game Drive abgeholt und sind als einzige Gäste an Bord eines kleinen, offenen Geländetrucks. Gemeinsam mit unserem Guide fahren wir durchs Gelände und sehen diverse Antilopen, Dik Diks, Steenboks, Warzenschweine und einen Schakal. Unser Ziel ist das Visitor Center der AfriCat Foundation, wo uns unser Begleiter die Aktivitäten der Stiftung erläutert. Hier werden z.B. verletzte Tiere in einer kleinen Tierklinik mit OP versorgt. Zudem beheimatet die Stiftung Tiere, die in der freien Wildbahn bzw. auf fremdem Farmland dem Abschuss preisgegeben wären oder für die ein Leben in freier Wildbahn nicht (mehr) möglich wäre. Das Highlight des Tages ist dann aber die Besichtigung eines Leoparden in einem streng abgesicherten Gehege. Wir gelangen durch eine Sicherheitsschleuse zu einem Beobachtungspunkt, vor dem der Leopard durch ein an einem Baumstumpf befestigtes Stück Eselfleisch angelockt wird, um für die Besucher sichtbar zu sein. Der Guide berichtet, dass dieses Tier den Menschen in der Vergangenheit zu nahe gekommen ist und in Freiheit deshalb nicht lange überleben, sondern erschossen werden würde. Daher lebt er nun in einem Gehege, aber immerhin lebt er.

In einem anderen Gehege, durch das wir hindurchfahren, sind mehrere Geparden beheimatet. Hier sind die Tiere offenbar weniger gefährlich und die Sicherheitsmaßnahmen daher weniger streng.

Nach unserer Tour nutzen wir das letzte verbliebene Tageslicht für einen späten „After-Sundowner“ an unserem Aussichtspunkt und lassen den Tag mit dem letzten Lagerfeuer unserer Reise ausklingen. Den Campsite ernennen wir zu einem unserer besten Übernachtungsorte überhaupt! Der Mond strahlt hell vom Himmel und hüllt unser Lager in fahles Licht – eine sehr besondere, fast zum Heulen schöne Atmosphäre, was nicht zuletzt auch an der passenden Musikuntermalung liegt (Temple of the King von Rainbow). Vom Day Center wehen noch eine Zeit lang Stimmen und Musik herunter. Wir hören zum ersten Mal seit Wochen wieder ein Flugzeug. Ansonsten herrscht auch hier wieder wunderbare Stille! Nachts können wir aus unserem Schlafzelt heraus ganz klar und deutlich das Sternbild Orion hoch über uns leuchten sehen – und es steht auf dem Kopf!

Den Vormittag haben wir dafür vorgesehen, in aller Ruhe zu frühstücken und alles für die Abreise zu sortieren und zu verpacken. Es wird gekramt, geräumt, gefegt, gewischt, gepackt, gestopft und ausgemistet. Am späten Vormittag siedeln wir ins Plains Camp, die Lodge von Okonjima, um.

Die großen, geschmackvoll ausgestatteten Zimmer befinden sich in aneinandergereihten Bungalows und verfügen über eine eigene Veranda und ein Panoramafenster! Sie gruppieren sich in der Nähe einer geschmackvoll durchgestylten ehemaligen landwirtschaftlichen Halle, genannt „The Barn“ mit Rezeption, Shop und Restaurant. Von der großen Terrasse aus können wir den Blick über ein Wasserloch und die Savanne schweifen lassen.

Am Nachmittag brechen wir zu einem einstündigen Bush Walk auf eigene Faust auf. Die Wanderung auf dem „Giraffe Trail“ verläuft jedoch vollständig ereignislos. Zum Abschluss der Reise erfülle ich mir dann noch einen kleinen Wunsch – ein Sundowner auf einer „richtigen Lodge-Veranda“ mit Blick in die Wildnis!! Die Sonne geht rotglühend unter, am Wasserloch vor uns tummeln sich Springböcke, Schakale, Oryx-Antilopen und Kudus. Dankbar, glücklich und auch ein Bisschen wehmütig verbringen wir den letzten Abend unserer Reise.

Vom Okonjima Game Reserve zum Flughafen

Morgens öffnen wir die Augen, blicken aus dem Panoramafenster in den Busch und fragen uns, warum die Fototapete eigentlich so aus der Mode gekommen ist!! Wenig später verlassen wir schweren Herzens diesen wunderbaren Ort und fahren über asphaltierte Pfade nach Windhoek. Wir rollen auf das Gelände der Vermietstation, und das, ohne dass das Fahrzeug wie befürchtet unter uns zusammenfällt! Die Abgabe gelingt zügig, wir werden zu dem ein paar Minuten entfernten Terminal gefahren.

Die Weite, Stille und Menschenleere, leuchtende Felslandschaften und die vielfältige Tierwelt werden wir vermissen. Gleichzeitig freuen wir uns auf Staubfreiheit, glatte Fahrbahnen, frische Brötchen und ein richtiges Bett! In Frankfurt öffnen sich die Flugzeugtüren, und in unserer Vorstellung entweicht aus dem Inneren eine riesige Wolke aus rotem, namibischem Staub! Zu Hause!

Wart Ihr schon in Namibia oder plant eine Reise dorthin? Wir freuen uns auf Eure Empfehlungen, Anregungen und Kommentare!

 

+++ Hinweis: Sämtliche Namensnennungen und Empfehlungen in unseren Beiträgen basieren auf unserer persönlichen Meinung. Für die Erwähnung von Namen, Marken, Titeln etc. und für das Setzen von Links erhalten wir keine Bezahlung und auch keine anderweitige Gegenleistung. +++

 

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