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New York City – Auf eisigen Wegen durch die Megametropole!

Eisige Temperaturen haben New York City fest im Griff, während wir zehn Tage lang in das pulsierende Leben zwischen den Häuserschluchten eintauchen, über schnurgerade Avenues flanieren und durch ausgedehnte Parkanlagen streifen. Abends bestaunen wir über den Dächern der Stadt das gigantische Lichtermeer. Bei einem Abstecher in die Umgebung atmen wir frische Seeluft an den menschenleeren Stränden der Hamptons.

 

New York City ist alles gleichzeitig – die Stadt pulsiert, polarisiert, fasziniert und stößt ab. Sie umarmt dich, nimmt dich gefangen, verschluckt dich und spuckt dich wieder aus. Schriller Kommerz und geschichtsträchtige Orte liegen eng beieinander. Armut und Obdachlosigkeit gehören genauso zum Straßenbild wie Luxuslimousinen und Designerboutiquen. Manche Orte sind ziemlich schräg, und die Gegensätzlichkeiten sind enorm. In den Straßen Manhattans sind die unterschiedlichsten Menschen unterwegs. Für jeden Lebensstil – und sei er noch so außergewöhnlich – bietet die Stadt eine Nische. Es gibt so vieles, das uns aus Film, Fernsehen, Nachrichten, Büchern und Zeitschriften vertraut erscheint, und es ist kurios, das alles nun einmal in der Realität zu sehen!

Unser Hotel Days Inn Broadway – zweckmäßig und sauber – befindet sich in Manhattan, in einem recht ruhigen Teil der Upper West Side. Zur Winterzeit zieht es durch die einfachverglasten Fenster ziemlich stark. Jemand hat einfach ein Quadrat in die Glasscheibe geschnitten, eine kastenartige Klimaanlage eingesetzt und den Übergang zwischen Glas und Kasten „fachmännisch“ mit Tapeband „isoliert“. Wir behelfen uns mit einem Bettüberwurf, den wir mit zwei Kleiderbügeln ebenso fachmännisch am Vorhang vor dem Fenster befestigen. Problem gelöst. Zumal wir jeden Tag von morgens bis abends unterwegs sind und nach jeweils neun Stunden Sightseeing eh nur noch erschöpft in unsere Betten fallen. In der „Stadt, die niemals schläft“, schlafen wir jedenfalls wie die Murmeltiere!

Mit den U-Bahnen lassen sich alle wichtigen Ziele problemlos, günstig und in kurzer Zeit erreichen. Aber zu Fuß wird uns mal richtig bewusst, wie groß die Downtown und angrenzenden Bezirke New Yorks eigentlich sind. Gleichzeitig ist es eine wunderbare Art, eine Stadt kennen zu lernen – man sieht viel, kann sich treiben lassen und auch spontane Abstecher unternehmen. Werden die Füße müde, geht es mit dem Linienbus weiter.

Wir wollen und können auch an dieser Stelle keinen Reiseführer ersetzen. Deshalb möchten wir uns hier auch gar nicht erst an detaillierten Beschreibungen und an der Aufzählung von Fakten zu einzelnen Sehenswürdigkeiten versuchen. Wir möchten Euch einfach dazu einladen, uns zu den interessantesten Stationen auf unseren Streifzügen durch die Stadt zu begleiten. Es gibt viel zu entdecken!

Lower Manhattan

Die ersten Eindrücke im Herzen der Megametropole sammeln wir in der Downtown. Der Broadway zieht sich als kilometerlange Diagonale von Nord nach Süd durch das schachbrettartige Straßennetz Manhattans. Hier lassen wir uns durch das bunte Gewimmel der Menschen und den dichten Verkehr an unzähligen Theatern, Geschäften, Bars und Restaurants und dampfenden Baustellen entlang treiben. Am Times Square blinkt die riesige, bekannte Werbetafel in bunten Farben auf, und eine rot beleuchtete Treppe dominiert den großen Platz.

Wir gelangen an jenen Ort, an dem vor einigen Jahren noch die beiden Türme des World Trade Centers standen, bis sich am 11. September 2001 der große Anschlag ereignete – Ground Zero. Acht Jahre später klafft in der Downtown Manhattans noch ein riesiges Loch, die Baugrube für den Gebäudekomplex des neuen World Trade Centers. Wir können sehen und spüren, wie traumatisiert die Stadt und ihre Bewohner nach den Ereignissen noch immer sind und wie sich der Tag in das kollektive Gedächtnis der Menschen eingebrannt hat. Beispielsweise hängen in einem Deli – direkt am Ort des Geschehens – an den Wänden unzählige Bilder von Feuerwehrleuten, die bei den Lösch- und Bergungsarbeiten ums Leben gekommen sind. Vor dem großen Panoramafenster des benachbarten World Financial Centers, von dem man freie Sicht auf die mächtige Baugrube hat, lässt sich ein junger Mann im Angesicht einer mitgebrachten US-Flagge für den Militärdienst vereidigen. Einen symbolträchtigeren Ort kann man sich dafür wohl kaum aussuchen.

An der Uferpromenade des Hudson Rivers schlendern wir nach Süden, vor uns die weiten Wasserflächen und die gegenüberliegende Skyline der Nachbarstadt New Jersey. Ein besonderer, irgendwie berührender Moment ist unser erster Blick auf die Freiheitsstatue, die seit Jahr und Tag unverrückbar am Hafeneingang steht und uns wie all die anderen Besucher aus sämtlichen Teilen der Welt willkommen heißt. Später besuchen wir Liberty Island und sehen die große Lady aus nächster Nähe.

Durch den Battery Park im äußersten Süden Manhattans gelangen wir in das Börsen- und Finanzviertel der Stadt und können rund um die New York Stock Exchange viele gehetzte Broker beobachten, die geschäftig durch die Straßen eilen oder in den Stehcafés ihre Latte trinken. Das Gebäude der Börse ist mit wunderbar kitschiger Weihnachtsbeleuchtung dekoriert!

In China Town bestaunen wir die bunten Auslagen in den Geschäften und allerlei exotische Lebensmittel, Pulver und Elixiere. In Eimern mit dampfendem Wasser werden dicke, lebendige Kröten angeboten – wir möchten gar nicht wissen, wozu man sie genau benötigt… In den angrenzenden Vierteln Little Italy (besteht eigentlich nur noch aus zwei Straßen), Noho und Nolita tauchen wir noch tiefer in das urbane Straßenleben der Stadt ein und schlendern an kleinen Boutiquen, Galerien, Restaurants und Bars entlang bis zurück zum Broadway.

Mit der einsetzenden Dämmerung gelangen wir zu dem wunderschönen, im Art déco-Stil errichteten Empire State Building. Im Inneren des Gebäudes wird uns klar, dass der Winter als Reisezeit einen unschlagbaren Vorteil bietet – es gibt keine langen Warteschlangen! Durch mehrere Hallen hindurch passieren wir endlose Absperrungen und können direkt zu den Aufzügen durchlaufen. Nun geht es in die Höhe, und wir gelangen auf die in 320 Metern Höhe gelegene Aussichtsplattform. Das Panorama ist unglaublich! Bis zum Horizont erstreckt sich das großstädtische Lichtermeer, surreal, gigantisch, überwältigend! Wir sind uns sicher: New York City – und insbesondere der Anblick bei Nacht – gehört mit Abstand zu den beeindruckendsten von Menschenhand geschaffenen Orten, die wir bis jetzt gesehen haben!

Harlem und die Bronx

Nördlich des Central Parks, in Harlem und der sich jenseits des Harlem Rivers anschließenden Bronx erleben wir eine andere Seite von New York, fernab der glamourösen Avenues und schillernden Leuchtreklamen. Auf dem Martin-Luther-King-Boulevard treffen wir auf riesige Wohnsilos und eine Bäckerei, in die uns nur nach Betätigung einer Klingel und durch Öffnen einer automatischen Türschließung Einlass gewährt wird. Diese Sicherheitsmaßnahmen werden wohl nicht grundlos getroffen. Wir schauen uns auf einer zentralen Einkaufsstraße ein wenig um, streifen durch die Geschäfte und stellen schnell fest, dass wir als Touristen hier auffallen wie die bunten Hunde! Auf der anderen Seite des Harlem Rivers kommen wir an dem für hochklassigen Baseball bekannten Yankee Stadium vorbei und sind nun in der südlichen Bronx unterwegs. Inwieweit unsere Wahrnehmung von dem allgemeinen Image des Stadtteils beeinflusst ist, können wir nicht sagen, aber wir fühlen uns eher unwohl. Als Carsten dann auch noch auf einer Gittertreppe – ob absichtlich oder versehentlich können wir nicht so recht einschätzen – bespuckt wird, laufen wir schnurstracks zur nächsten U-Bahn-Haltestelle und machen uns aus dem Staub – zurück nach Lower Manhattan.

Long Island / Southhampton

Pflasterlaufen und Sightseeing sind schön, aber kräftezehrend! Nach mehreren Tagen in der Megacity zieht es uns nach draußen. Wir steigen in einen Zug und verlassen den Trubel für einen Tag. Durch ausgedehnte New Yorker Vororte gelangen wir allmählich in ländlicher werdende Gebiete und erreichen nach zweieinhalb Stunden unser Ziel – den Bahnhof von Southhampton. Der mondäne Küstenort auf der Insel Long Island ist im Sommer ein beliebtes Reise- und Naherholungsziel für gestresste Großstädter und Feriendomizil der Superreichen. Im Winter macht er einen ziemlich ausgestorbenen Eindruck. Wir scheinen weit und breit die einzigen Fußgänger zu sein und streifen über menschenleere Alleen, auf denen auch Autos nur vereinzelt unterwegs sind. Riesige Grundstücke und luxuriöse Villen säumen unseren Weg. Das Wetter ist grau und trübe, eine bleierne Schwere liegt über den Straßen. Wir gelangen zum Meer – und genau dorthin wollen wir! Denn dort zottelt der Wind in unseren Haaren, die frische Luft weht uns um die Nase – vor uns der Ozean und der endlose Strand! Bei einem langen Spaziergang tanken wir neue Energie für die noch anstehenden Tage in der Großstadt.

Ellis Island

Am Fähranleger im Battery Park im äußersten Süden Manhattans gehen wir nach ausgiebigen Sicherheitskontrollen an Bord. Auch hier müssen wir – dank der Winterzeit – nicht allzu lange anstehen. Die Fähre steuert zunächst Liberty Island an. Hier können die Gäste aussteigen und sich die Freiheitsstatue ansehen oder sofort bis nach Ellis Island weiterfahren. Die Insel gehört offiziell gemeinsam mit der Freiheitsstatue zum „Statue of Liberty National Monument“, wird also staatlich verwaltet. Von 1892 bis 1924 war Ellis Island das größte Einwanderungszentrum der USA, in dem sich über 12 Millionen Immigranten einer mehrstündigen Registrierung mit Gesundheitscheck unterziehen mussten. Für den Großteil der Menschen war dies der erste Schritt in eine neue Zukunft auf amerikanischem Boden. Einige mussten weitere Zeit in der Quarantänestation verbringen, wurden von ihren Familien getrennt oder ihnen wurde die Einreise in die USA ganz verwehrt, weshalb Ellis Island nicht nur Insel der Hoffnung, sondern auch Insel der Tränen genannt wird (Quelle und weitere Infos auf den offiziellen Seiten zum National Monument). Heute ist die Anlage ein Museum, in dem das Procedere der Einwanderung eindrucksvoll nachvollzogen werden kann. Wir können die große Abfertigungshalle besichtigen, in der die Menschen in den ersten Stunden nach ihrer Ankunft ausharren mussten, und bekommen einen Eindruck von den zermürbenden medizinischen Untersuchungen, die jeder über sich ergehen lassen musste. Viele Schautafeln und Exponate erzählen von persönlichen Schicksalen und Familiengeschichten. Ein interessanter Tag, ein sehenswertes Museum.

Top of the Rock / Rockefeller Center

Vor dem Rockefeller Center, einem Geschäfts- und Bürokomplex, dessen älteste Gebäude aus den 1930er Jahren stammen, herrscht an der berühmten Eisbahn noch nachweihnachtliche Stimmung. Zu dem Komplex gehört auch die Radio City Music Hall, ein Theater aus den 1930er Jahren, dessen prägnanter Leuchtschriftzug vielleicht dem einen oder anderen bekannt ist. Die Dekorationen auf der großen Plaza sind an Kitsch kaum zu überbieten. Der riesige geschmückte Weihnachtsbaum passt perfekt ins Bild! Die Aussichtsplattform des Rockefeller Centers („Top of the Rock“) auf der 70. Etage bietet neben dem Empire State Building eine weitere Möglichkeit, sich die Stadt von oben anzuschauen. Der Vorteil: von hier können wir die Downtown mitsamt dem Empire State Building überblicken! Schon vor Einbruch der Dämmerung stehen wir oben auf der Plattform und lassen uns Zeit. Die riesige Stadt liegt uns so auch einige Zeit noch bei Tageslicht zu Füßen. Allmählich versinken die Gebäude dann in dem immer intensiver werdenden Lichtermeer.

Was gibt es sonst noch zu entdecken…?

…soviel steht fest – viel mehr, als uns in zehn Tagen auch nur ansatzweise möglich ist! New York im Sommer ist bestimmt noch einmal ein ganz anderes Erlebnis, wenn der Central Park sich mit Leben füllt, die Cafés ihre Stühle nach draußen stellen und die Menschen auf den Bänken an den Ufern von Hudson und East River die Sonne genießen! Vielleicht kehren wir ja irgendwann einmal zurück…

 

Wart Ihr schon in New York City oder plant eine Reise dorthin? Wir freuen uns auf Eure Empfehlungen, Anregungen und Kommentare!

+++ Hinweis: Sämtliche Namensnennungen und Empfehlungen in unseren Beiträgen basieren auf unserer persönlichen Meinung. Für die Erwähnung von Namen, Marken, Titeln etc. und für das Setzen von Links erhalten wir keine Bezahlung und auch keine anderweitige Gegenleistung. +++

 

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