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Reiseblog für Flashpacking, Camping, individuelles Reisen

Costa Rica – ¡Pura vida!

Tiefe Tropenwälder, üppige Vegetation, schroffe Vulkanlandschaften, endlose Strände und eine an Artenreichtum kaum zu überbietende Tier- und Pflanzenwelt… das ist Costa Rica! Jeder, der gerne individuell unterwegs ist, wird begeistert sein, wie einfach dieses Land auch auf eigene Faust bereisbar ist. Wir unternehmen in der „Schweiz Mittelamerikas“ eine dreiwöchige Rundreise mit einem Mietwagen.

 

Die Route:
San José / Alajuela – Volcán Poas – Boca Tapada – La Fortuna – La Virgen – Cinco Ceibas / Pangola – Puerto Viejo de la Caribe – Valle de Orosi – San Gerardo de Dota – Matapalo – Quepos – San José / Alajuela

Übernachtungsorte – unsere TOP 4:
Laguna del Lagarto Lodge, Boca Tapada
Rafiki Beach Camp, Matapalo
Azania Bungalows, Puerto Viejo de la Caribe
Orosi Lodge, Valle de Orosi

 

Von Essen nach San José

Pura vida – das reine Leben! Frei nach dem costaricanischen Lebensmotto sind wir nach anstrengenden Monaten zu Hause (u.a. aufgrund zweier urlaubsfreier Probezeiten) reif für die lang ersehnte Auszeit und freuen uns auf viele Tierbegegnungen, selbstbestimmtes Reisen, Praxis im Spanischsprechen, endlose Strände und üppige Vegetation! Ich bin stolz auf meinen Mini-Koffer, der nicht mehr als das Allernötigste beinhaltet und nur 10 kg wiegt! Auch Carsten reist dieses Mal nur mit mittelgroßem Gepäck. Wir erwarten sommerliche Temperaturen und keine besonderen Feierlichkeiten (über eine Hochzeitsfeier in Peru erfahrt Ihr hier mehr), also benötigen wir dieses Mal weder Winter- noch Festtagskleidung – das spart Platz!

Von Alajuela nach Boca Tapada

Vor ein paar Stunden noch im deutschen Nieselregen, stehen wir schon kurz nach unserer Landung in Alajuela, dem internationalen Flughafen der Hauptstadt San José, auf einer Aussichtsplattform mit freier Sicht auf einen riesigen Krater! Er gehört zum Volcán Poas und ist mit 1.500 m im Durchmesser und 300 m Tiefe einer der größten Krater der Welt! Alles erscheint absolut surreal… Um acht Uhr morgens und todmüde stehen wir auf einem aktiven Vulkan! Der letzte Ausbruch ist gerade einmal zwei Jahre her… Wir können uns kaum satt sehen an dem milchigen Wasser des Kratersees, an den dampfenden Fumarolen und bunt gefärbten Ascheschichten!

Wir sind mit Marvin, einem sympathischen und auskunftsfreudigen Fahrer, unterwegs, der uns nach Boca Tapada zur ersten Station unserer Reise in die Grenzregion zu Nicaragua bringen soll. Wegen des zu erwartenden Jetlags wollten wir uns nicht direkt selbst ans Steuer setzen.

Auf unserer Fahrt gelangen wir immer weiter in das nördliche Tiefland hinein. Über eine private Schotterpiste der US-amerikanischen Firma Dole durchqueren wir ein riesiges Ananasanbaugebiet rund um das Örtchen Pital. Überall findet sich die charakteristische tropische rote Erde… Hibiskus, ausgedehnte Ananas-, Süßkartoffel- und Maniokfelder, ein gigantischer Ceiba-Baum (bekannt aus dem Fantasyfilm Avatar), Kokospalmen und eine Palmenherzenplantage säumen unseren Weg. Wir sehen Geier, viele Sombrillas de pobre (riesige rhababerartige Pflanzen), Mango- und Feigenbäume, einen Tucan im Vorbeiflug, Zuckerrohrfelder und Bananenstauden, schlappohrige und bucklige indische Zeburinder mit Höckern und Silberreihern.

Der Jetlag und der fehlende Schlaf sitzen uns in den Knochen und lassen uns trotz der großartigen Landschaft und der Schlaglöcher in der Schotterpiste immer wieder einnicken. Im Gespräch mit Marvin bin ich zwischendurch regelrecht benebelt vor Müdigkeit und zwischendurch nicht mehr sicher, ob wir uns nun auf Englisch oder Spanisch unterhalten haben!

Als die ausgedehnten Ananasplantagen allmählich in immer größere Waldbereiche übergehen, gelangen wir an den Rio San Carlos und erreichen am frühen Nachmittag das verschlafene Nest Boca Tapada und die malerisch außerhalb des Dorfes inmitten der Wälder gelegene und von mehreren Seen umgebene Laguna del Lagarto Lodge.

Von unserem kleinen, zweckmäßigen Bungalow mit Veranda, Hängematte und Schaukelstuhl blicken wir in einen tropischen Paradiesgarten im abgeschiedenen Teil der Lodge. Um uns herum üppiges Grün und die unterhalb des Grundstücks gelegene Lagune.

Das Highlight und Zentrum der Lodge bildet eine große, offene Restaurantveranda, auf der es sich herrlich entspannen und Vögel beobachten lässt – unsere Hauptbeschäftigung in den kommenden Tagen. Von hier aus haben wir den mit Bananen gespickten Mast im Blick, der als Futterstelle dient und unzählige Tiere anlockt – kleine bunte Exemplare in schillernden Farben, Kolibris, Webervögel (genannt Oropendula de Montezuma, die markante, auerhahnähnliche Geräusche von sich geben und dabei eine Art Tanz aufführen), grüne Loris mit bunt gefiederter Flügelunterseite und Tukane, umgeben von der paradiesischen Szenerie des tropischen Gartens. Sensationell! Awesome! Maravilloso!

Ein traumhafter Ort zum Wohlfühlen und Ankommen. Nach über vierzig Stunden Wachheit lassen wir uns am Abend erschöpft, aber glücklich ins Bett fallen.

Unterwegs in der Grenzregion zu Nicaragua

Mit einer kleinen Gruppe brechen wir zu einer Bootstour auf dem Rio San Carlos auf. Auf unserer Fahrt flussabwärts blicken wir über die wild bewachsenen Uferbereiche, landwirtschaftlich genutzte Flächen und kleinere Anwesen und sind erstaunt über die Artenvielfalt, die sich uns auch jetzt wieder zeigt: Kormorane, schwarze Schildkröten, Blaureiher, einen Eisvogel, Truthahngeier, Graureiher, mehrere grüne Leguane im Geäst eines Baumes, zwei rote Aras weit entfernt im Flug und Krokodile, die am Ufer vor sich hindösen. Eines davon können wir unmittelbar neben unserem Boot beobachten, nur ein, zwei Meter von uns entfernt.

Unsere Tour führt uns bis zur Mündung des Rio San Carlos in den Grenzfluss zu Nicaragua, den Rio San Juan. Dort befindet sich auch das letzte Dörfchen vor Nicaragua, Boca de San Carlos. Hier legen wir an, um das winzige Dorf zu besichtigen und die Bar am Ende des Universums zu besuchen. Die „Mainstreet“, ein kleiner, asphaltierter Fußweg an einigen kleineren Häusern vorbei, ist schnell entlang spaziert. Zum Dorf gehören erstaunlicherweise auch zwei Schulen, die jedoch vermutlich die Anlaufstelle für Kinder aus der ganzen ziemlich dünn besiedelten, dafür umso dichter bewaldeten Region sein dürften. In der Bar am Ende des Universums nehmen wir zu entspannten Reggae-Klängen ein paar Getränke zu uns. Die Mitreisenden plaudern über die (nicht vorhandene) ärztliche Versorgung im Dorf. Und so bemerkt jemand, dass man von hier ja ganz schön lange benötigt, um zum Beispiel bei einem Herzinfarkt zum nächsten Krankenhaus zu gelangen. Darauf antwortet jemand anderes: „Ja, aber hier bekommt man einfach keinen Herzinfarkt!“ Die absolute Ruhe an diesem idyllischen Ort ist wirklich ansteckend. Tiefenentspannt kehren wir zur Lodge zurück und bemerken dort am Abend, dass es in der Umgebung der Lodge weit und breit keine größere Siedlung mit künstlichem Licht zu geben scheint!

Wir blicken in die atemberaubende dunkle Weite des Alls mit unzähligen funkelnden Sternen! Die Milchstraße in ihrer ganzen, gigantischen Pracht!

In Boca Tapada und Santa Rita

Am nächsten Morgen stapfen wir in aller Frühe einen Dschungelpfad entlang, bis zu einem Unterstand, an dem Kolibri-Futterstationen aufgehängt sind. Leider hat es bereits die ganze Nacht und den ganzen frühen Morgen hindurch geregnet. Während ich zurück zum Zimmer eile, um die vergessenen Regenschirme zu holen, läuft Carsten schon einmal vor. Als ich wenig später eintreffe, ist kein einziger Kolibri in Sicht. Nur Carsten sitzt wie ein alter Feldforscher einsam und im strömenden Regen unter dem Abdach, umringt von allerlei merkwürdigen Stativen und verwaisten Futterstationen. Wir kehren zur Veranda der Lodge zurück.

So könnten wir jeden Tag beginnen – ein abwechslungsreiches Frühstück und dazu der Blick auf die exotischen Vögel, den Paradiesgarten und den umgebenden urwüchsigen Wald!

Es gießt noch immer, so dass wir es auch überhaupt nicht eilig haben! In einer Regenpause schnappen wir uns zwei Paddel und laufen über die schlammige, aufgeweichte rote Piste ein paar hundert Meter in die Landschaft hinein. Auf dem Weg stoßen wir auf einen kleinen Pfad und ein Schild mit der Aufschrift „Bosque Unna“ – offensichtlich ein Aufforstungs- oder Umweltprojekt im Austausch mit einer Schule in der gleichnamigen Ruhrgebietsstadt! Die Heimat lässt also auch an in der Grenzregion zu Nicaragua grüßen! Wir setzen unseren kleinen Marsch fort bis zu einem grünen Holztor. Von dort gelangen wir über einen Trampelpfad durch den Wald hinunter zur zweiten Lagune. Dort nehmen wir uns eines der beiden unter einem Abdach vertäuten Boote und paddeln los.

Der Wald und die Geräusche der Oropendulas de Montezuma und anderer Vögel sind wunderschön! Unterwegs begegnen wir einem Helmbasilisken (auch Jesus Christ Lizard genannt, da diese flinken Tiere über das Wasser laufen können), einem Eisvogel und wunderbaren, großen blauen Morpho-Faltern, deren schillernde Färbung mit den Flügelschlägen in der Luft immer wieder aufblitzt! Hoch über uns tauchen am Himmel zwei Aras (in Costa Rica heißen sie Lapas) auf, deren markante Rufe aus dem Wald von mehreren Artgenossen beantwortet werden! Grandios!!

So paddeln wir in die hinterletzten Winkel der Lagune und warten zwei heftige Regenschauer unter überhängenden Bäumen in Ufernähe ab. Irgendwann verhindert ein umgestürzter Baum die Weiterfahrt, und wir kehren zurück zu dem überdachten Anleger. Auf der Lagune und auch auf dem Weg dorthin sind wir keiner Menschenseele begegnet!

Den Nachmittag verbringen wir zunächst auf der Terrasse der Lodge und vor unserem Zimmer. Ich plaudere ein wenig mit der Angestellten, die uns bereits das Frühstück zubereitet hat und nun unser Zimmer herrichtet. Sie kommt aus Nicaragua und lebt schon seit vielen Jahren in Costa Rica in dem kleinen Dorf Santa Rita, etwa einen Kilometer von der Lodge entfernt. Jeden Tag in der Woche läuft sie morgens um halb sechs zur Lodge zum Arbeiten. Sie hat fünf erwachsene Kinder, drei Enkelkinder und eine 93-jährige Mutter, die noch in Nicaragua lebt und die sie ab und zu besucht. Die familiäre Atmosphäre in der Lodge und die kleinen Gespräche mit Adolpho und jetzt auch mit ihr sind schön, und es gefällt mir, meine begrenzten Spanischkenntnisse auch einmal zum Einsatz zu bringen. Ein bisschen unangenehm ist mir das Gespräch aber auch – da arbeitet jemand bei diesen Temperaturen hart und viele Stunden am Tag, damit wir uns hier eine schöne Zeit machen können. Das an sich ist zwar keine neue Erkenntnis, aber sie wird uns auf Reisen immer wieder umso deutlicher bewusst.

Die Veranda des Restaurants ist inzwischen unser Lieblingsplatz geworden. Hier gibt es immer etwas zu beobachten (Federvieh und Besucher)! Neben den „üblichen“ Vögeln, die sich am Futtermast tummeln, sehen wir heute auch einen Nasenbären! Wir ahnen: Dort, wo sich ein Nasenbär herumtreibt, können weitere nicht weit sein! Und siehe da, am Waldrand entdecken wir im Garten weitere schnaufende Pelztiere! Ein mutiges Exemplar stibitzt später auf der Terrasse eine Banane.

Wir sind inzwischen so tiefenentspannt von Vogelbeobachtungen und dem permanenten Blick ins üppige Grün, dass es uns vorkommt, als seien wir schon deutlich länger als drei Tage in Costa Rica.

Später starten wir zu einer weiteren Bootstour auf der ersten Lagune, unmittelbar unterhalb der Lodge. Diese ist nicht ganz so groß wie die zweite Lagune, führt jedoch tiefer in den Regenwald hinein. Unsere Tierbegegnungen: es beginnt unspektakulär mit einer schwarzen Ente, dann überrascht uns ein über das Wasser laufender Helmbasilisk! Plötzlich raschelt es über uns im Geäst eines Baumes, etwas platscht ins Wasser und schwimmt davon – ein Otter? Ein Affe? Eine Bisamratte?! Nein, nach dem ersten Schrecken und mit genauerem Hinsehen erkennen wir eine grüne Baumechse, die sich auf eine kleine Insel aus Pflanzenteilen rettet. Leise, leise können wir uns ihr in unserem Kanu nähern, bis es ihr irgendwann zu ungemütlich wird und sie noch einmal ins Wasser springt und zum anderen Ufer übersetzt. Den ganzen Tag über schüttet es immer wieder zwischendurch, so dass wir immer unsere Regenschirme griffbereit haben. Auch jetzt ziehen wieder in Minutenschnelle dicke Wolken auf. Wir versuchen, möglichst noch vor dem zu erwartenden Wolkenbruch den rettenden Hafen zu erreichen. Carsten muss jedoch die Kamera vor dem einsetzenden Nieselregen sichern und sitzt hinten im Boot unter seinem blauen Regenschirm, während ich vorne ungeschützt paddle was das Zeug hält, um möglichst schnell unter das schützende Dach zu gelangen. Das nennt sich Arbeitsteilung! Es funktioniert nicht ganz, aber beim Einsetzen des Starkregens haben wir wieder am Steg angelegt.

Erneutes tiefenentspanntes Rumlungern auf der Terrasse. Vögel beobachten und den halbstarken Lodge-Mitarbeitern (der Sohn eines Angestellten, sein Kumpel und ein deutscher Praktikant) beim heimlichen Biertrinken zusehen.

Was für eine herrliche Ruhe. Vögel fliegen vorbei. Vögel fliegen herum. Vögel essen Bananen. Bananen fallen herunter.

Wenig später wird das beschauliche Idyll durch einen herannahenden Bus mit einer Reisegruppe unüberhörbar US-amerikanischer Vogelfreunde gestört. Gerade aus dem Fahrzeug gesprungen, entern sie bewaffnet mit riesigen Kameraobjektiven die Terrasse und fangen an, die Vögel zu fotografieren, als gäbe es kein Morgen mehr! Einer der Fotografen macht einen besonders verbissenen Eindruck und klettert Carsten kommentarlos fast bis auf den Schoß, um über ihn hinweg irgendeinen Vogel abzulichten. Wir sind uns sicher: Da helfen nur drei Tage hier im Wald, dann wird auch dieser Zeitgenosse die vollständige Entspannung erfahren!

Auf dem Weg zurück zu unserem Zimmer spricht uns Adolpho an, ob wir Lust haben, ihn zu sich nach Hause zu begleiten, um dort Kolibris zu sehen. Das lassen wir uns nicht zwei Mal sagen und stehen fünf Minuten später an der Rezeption parat! Mit einem 48 Jahre alten Land Rover, der gefühlt zwei Minuten zum Vorglühen benötigt, brausen wir gemeinsam mit Adolpho die schlaglochübersäte Schotterpiste entlang bis in das nahe gelegene Dörfchen Santa Rita.

Dort lebt er, der vor vielen Jahren als Flüchtling aus Nicaragua nach Costa Rica gekommen ist, mit seiner Frau und seinen zwei jugendlichen Kindern in einem kleinen Häuschen mit angeschlossenem Schweinestall. Adolpho hat rund um sein Haus mehrere Vorrichtungen zum Anlocken von Vögeln installiert. Neben dem Gebäude befinden sich schienenartige Halterungen für Bananen, an denen jedoch nicht allzu viel los ist – immerhin zwei Oropendulas de Montezuma und kleine schillernde blaue Tiere. Als wir jedoch hinter das Haus gelangen, trauen wir unseren Augen kaum!

Um mehrere Spender mit Zuckerwasser schwirren unzählige Kolibris herum! Es ist ein einziges Huschen, Surren und Brummen!

Wir können unmittelbar neben den Spendern stehen, die Kolibris wenige Zentimeter neben unseren Gesichtern! Wir spüren die zirkulierende Luft der Flügelschläge! Es ist unglaublich! Wir beobachten, fotografieren und sind hin und weg. Nach eineinhalb Stunden kehren wir mit Adolpho zur Lodge zurück und sind glücklich und dankbar, dass er uns dieses wunderbare Erlebnis ermöglicht hat. Das war toll!!

Von Boca Tapada nach La Fortuna

Heute verlassen wir diesen wunderbaren Ort und werden im Kleinbus zu unserem heutigen Übernachtungsort La Fortuna gebracht. Als wir der Stadt näherkommen, sehen wir am Horizont bereits den bilderbuchartigen Schildvulkan Arenal frei von Wolken aufragen!

La Fortuna präsentiert sich als sehr touristischer Ort mit unzähligen aneinandergereihten Bars, Restaurants, Souvenierläden und Unterkünften. Etwas außerhalb des Ortes befindet sich unsere Unterkunft, das Hotel Casa Luna – eine großzügige Anlage mit einem tropischen Garten, einem Pool mit Bar und Jacuzzis in der Mitte, umgeben von einzelnen kleinen Gebäuden, in denen sich jeweils vier Zimmer mit eigener Terasse oder Balkon befinden. Von den oberen Etagen aus hat man den ultimativen Vulkan-View (sofern er denn wolkenfrei ist, was wohl nicht so häufig vorkommt). Wir wohnen im Erdgeschoss, aber hier ist dafür die Aussicht in den Garten nicht zu verachten. Die Gäste sind überwiegend ältere amerikanische und deutsche Paare und Reisegruppen. Aus Zeitgründen haben wir den Flug und die Unterkünfte bei einer auf Costa Rica spezialisierten Reiseagentur namens md Tours vorgebucht. Selbst hätten wir uns zumindest hier in La Fortuna bei der Hotelwahl für eine einfachere Kategorie entschieden, aber in Erwartung des Pools und der Jacuzzis bleiben wir gerne! Im Hotel nehmen wir auch den vorreservierten Mietwagen entgegen, mit dem wir ab jetzt mobil sind.

Am späten Nachmittag unternehmen wir eine erste kleine Tour und umrunden den Volcán Arenal bis zu einer Schotterpiste, die zum hiesigen Nationalpark führt. Im Sonnenuntergang präsentiert sich der Arenal wolkenlos und in seiner ganzen Pracht.

Wanderung auf den Cerro Chato

Am frühen Morgen geht Carsten auf die Terrasse hinaus, um den Morgen zu begrüßen und seine Badehose vom Stuhl zu nehmen. Plötzlich kommt er wieder zurück ins Zimmer gesprungen und ruft: „Mich hat was gestochen!!“ Es scheint sich in seiner Badehose zu verbergen und entpuppt sich bei näherer Untersuchung als fette, grellgrüne Raupe mit feinen, weißen Haarbüscheln, bestimmt acht Zentimeter lang und einen Zentimeter im Durchmesser. Carstens Hand brennt extrem und der Daumen schwillt etwas an – es war wohl kein Stich, sondern nur die Berührung mit den feinen Haaren. Sicherheitshalber fotografieren wir das eigentlich wunderschöne Tier, und Carsten nimmt die Kamera mit zur Rezeption, um sich dort zu erkundigen, ob und wann ihm wohl die Hand abfallen wird. Laut Rezeptionist sollte es nach spätestens zwei Tagen besser werden. Die Berührung mit der Raupe sei zwar schon sehr schmerzhaft, aber wohl nicht zu vergleichen mit dem Biss der hier heimischen Bullet-Ant (genannt 24-Stunden-Ameise, da ihr Biss – so ist zu lesen – 24 Stunden lang höllische Schmerzen verursacht, die einem vor Augen führen, wie es sich anfühlen muss, bei lebendigem Leib zu verbrennen).

Kurze Zeit später brausen wir schon zum etwa drei Kilometer vom Hotel entfernten Ausgangspunkt zum Trail auf den erloschenen, alten Vulkan Cerro Chato, was „der flache Berg“ bedeutet. Wir zahlen am Parkplatz unsere Zugangsgebühr und machen uns auf den Weg. Zunächst geht es durch hügelige Weiden, gartenartig angelegte Wiesen und über einen ziemlich breiten, ausgewaschenen Pfad, bis wir in die Waldzone gelangen. Der Pfad wird zunehmend steiler, und der Nebelwald macht seinem Namen alle Ehre. Je höher wir kommen, umso ungemütlicher wird das Wetter. Es ist zwar nicht kalt, aber windig und regnerisch. Durch den Regen wird der Pfad immer schlammiger, es geht immer steiler hinauf, mit einigem Geklettere über Wurzelwerk und glitschige Trittstufen. Irgendwann kommt uns eine Wandergruppe entgegen, deren Mitstreiter fast alle ziemlich eingesudelt vom Schlamm sind und als Vorboten das erahnen lassen, was noch auf uns zukommen soll. Nach etwa zwei Stunden Aufstieg stehen wir am höchsten Punkt des Trails auf 1.140 m Höhe. An der Stelle, wo sich der grün leuchtende Kratersee befinden soll, sehen wir nur dichten Nebel.

Von hier führt ein Pfad etwa zwanzig Minuten hinab zum Seeufer. Das Wort „Pfad“ ist eigentlich nicht ganz zutreffend. Man erkennt die braune Schneise im Wald, die man offensichtlich für den Ab- und Aufstieg zu nehmen hat. Hier ist es allerdings so steil und glitschig, dass der Morast schon nach kürzester Zeit überall an uns klebt! Schlamm an Hosenbeinen, Händen, Rucksack und in dicken, schweren Klumpen an den Stiefeln. Belohnt werden wir unten mit einem kleinen Strand und dem etwa fünf Meter weit reichenden Blick über den Kratersee, der ansonsten in mystischen Nebel gehüllt ist.

Der Abstieg zurück zum Fuß des Vulkans und dem Ausgangspunkt unserer Wanderung gestaltet sich dann einfacher als erwartet. Es ist nicht mehr ganz so schlammig und der trockener werdende Boden nicht mehr so rutschig. Da wir eh schon aussehen wie die Wildschweine, ist es aber auch egal! Nach eineinhalb Stunden erreichen wir wieder die Wiese mit tropischen Pflanzen und genießen bei einer kleinen Pause den Fernblick über das plattebene Valle Central mit kleinteiligen Agrarlandschaften und kleinen Siedlungen.

La Fortuna und der Lago Arenal

Von der Cerro Chato-Wanderung habe ich einen unglaublichen Muskelkater. Carstens Hand ist – trotz Salbe und Tabletten aus der Apotheke – noch immer angeschwollen, aber nicht mehr ganz so extrem wie am Vortag. Um halb neun stehen wir am Eingang des Nationalparks Volcán Arenal. Dort müssen wir 15 Dollar Eintritt zahlen und erhalten von einem Ranger eine kleine Übersichtskarte, in der nur ein einziger, etwa 2,5 km kurzer Rundweg verzeichnet ist. Dieser führt vom Parkplatz zunächst durch zuckerrohrähnliche Wildpflanzen, dann wird es immer nebelwaldiger, bis wir zu einem mächtigen 400 Jahre alten Ceibabaum gelangen, der durch seine Höhe und seine riesigen Brettwurzeln beeindruckt. Wir überholen mehrere geführte Gruppen, aber um diese Uhrzeit ist der Park noch nicht allzu überlaufen. Die zweite Attraktion des Parks ist das Lavafeld von 1993, auf das man an einer unbewachsenen Stelle klettern kann und bei guter Sicht hier einen freien Blick auf den Vulkan hat. Das Lavafeld selbst ist nur mäßig spektakulär, da es sich die Vegetation bereits zurückerobert hat und es größtenteils schon wieder bewachsen ist. Kurze Zeit später sind wir auch schon wieder an unserem Auto angelangt. Wir müssen zugeben, dass wir – auch in Anbetracht des Eintrittspreises im Verhältnis zu den Möglichkeiten im Park – nicht überwältigt sind. Zu viele Menschen, zu wenig Tiere, ein zugewuchertes Lavafeld… aber immerhin der wirklich beindruckende Ceibabaum.

Wir beschließen, von dem Besuch weiterer zahlreich vertretener, jedoch allesamt eintrittspflichtiger Attraktionen abzusehen und stattdessen in unserem Mietwagen den Lago Arenal zu umrunden. Eine gute Entscheidung, denn schon bald mausert sich der erst etwas enttäuschende Morgen zu einem abenteuerlichen und abwechslungsreichen Tag!

Die Schotterpiste am südlichen Seeufer erweist sich als absolut untouristisch, wild und landschaftlich unglaublich malerisch!

Wir gelangen an eine ziemlich breite Furt durch einen Fluss und sind unsicher, ob wir diese trotz Allradantrieb durchqueren können. Auf der anderen Seite des Flusses kommt ein weiterer Wagen aus der Gegenrichtung an, dessen Insassen – eine US-amerikanische Familie – ebenfalls im Zweifel zu sein scheinen, was hier geht und was nicht. In Badeschuhen laufe ich vorweg, um die Wassertiefe zu prüfen. Genau in dem Moment, in dem ich kopfschüttelnd in Richtung unseres Autos blicke, um ein „Besser nicht!“ zu signalisieren, beschließt Carsten, über manche Dinge nicht zu lange nachzudenken, schaltet auf Allrad um, tritt aufs Gaspedal und braust mutig und erfolgreich durch die Fluten! Der Amerikaner auf der anderen Seite scheint es ähnlich zu sehen und wischt eventuelle Bedenken mit der Bemerkung: „Well, it´s a rental!“ vom Tisch. Und so gelangen alle wohlbehalten auf die jeweils gewünschte Seite der Furt.

Weiter geht es durch die wundervolle, kleinteilige Uferlandschaft mit Weidewirtschaft und ein paar Pferdehöfen. Das Nordufer ist deutlich weniger ursprünglich und mit einer Asphaltstraße erschlossen. Vorbei an unzähligen Windkraftanlagen, Hostales, kleinen Sodas (traditionellen kleinen Restaurants), zu verkaufenden Grundstücken und Maklerschildern fahren wir über das Dörfchen Nuevo Arenal zurück. Das alte Arenal wurde in den 1970ern im aufgestauten See versenkt. Kurz vor La Fortuna überqueren wir dann auch den zugehörigen Damm. Angeblich werden durch die Wasserkraft des Stausees fast 60 Prozent der costaricanischen Energieversorgung abgedeckt!

Von La Fortuna nach La Virgen

Es schüttet die ganze Nacht und den ganzen Morgen hindurch, und auch am Nachmittag fällt ein schwerer, kräftiger Dauerregen. Der Regen begleitet uns den ganzen Tag. Wir machen uns heute auf den Weg zu unserem nächsten Etappenziel, dem Ort La Virgen, den wir schon um zehn Uhr am Vormittag erreichen. Der Ort ist bekannt für organisierte Raftingtouren auf dem Rio Sarapiqui, Canopy-Abenteuer, Ausritte und sonstige Vergnügungen in der Umgebung. Um zu unserer Unterkunft – dem Zeltdorf der Hacienda Pozo Azul – zu gelangen, müssen wir den breiten, wilden Rio Sarapiqui über eine Brücke überqueren und noch ein ganzes Stück Schotterpiste bestreiten. Es geht vorbei an einer Siedlung mit kleinen, aneinandergereihten, pastellfarbenen Häuschen, an denen teilweise auch jetzt noch die Weihnachtsdekoration hängt! Kurz bevor wir schon geneigt sind, umzukehren, weil hier so weit draußen eigentlich nichts mehr kommen kann, erscheint dann doch das Schild der Hacienda mit der Aufschrift „The Tents“. Wir sind da – gefühlt mitten im dauerverregneten Nirgendwo – und bekommen unser Zelt mit Veranda und Badverschlag zugewiesen. Die Zelte sind einfach und vergleichsweise dunkel, verfügen aber über elektrisches Licht, Moskitogitter rundherum und ein abschließbares Bad mit Safe. Die überdachte Veranda ist ausgesprochen gemütlich.

Doch bevor wir uns hier einigeln, brechen wir noch einmal auf und fahren nach La Virgen zurück, um bei dem Regenwetter den Snake Garden, einen Reptilienzoo, zu besuchen.

In einer kleinen, offenen Art Voliere können wir aus nächster Nähe einige heimische, große Schmetterlinge beobachten und fotografieren. Am Boden zwischen den Bepflanzungen entdecken wir unter anderem viele der kleinen, roten Pfeilgiftfröschlein.

Der Rest des kleinen Zoos ruft bei uns eher Mitleid als Faszination für die Tiere hervor, wenn man bedenkt, welch atemberaubende Natur sich hier überall drumherum befindet und wie gut es ihre frei lebenden Freunde in der Wildnis haben. Im Zoo leben neben Krokodilen, Kaimanen und Schildkröten viele heimische und einige nichtheimische Schlangenarten. Nach unserem Empfinden haben fast alle Tiere ein ziemlich kleines, kärgliches Domizil. Wir haben keine Ahnung, wie artgerecht so etwas ist. Vielleicht steigern wir uns da auch in etwas hinein, und durch den Dauerregen wirkt natürlich alles noch trostloser. Zum Abschluss kehren wir aber noch einmal ins Schmetterlingshaus zurück, denn dort hat es uns am besten gefallen.

Trotz des noch immer strömenden Regen hat Carsten das innige Bedürfnis, noch einen kleinen Ritt über die Schotterpiste zu wagen. Wir fahren ein paar Kilometer ortsauswärts in Richtung Pueblo Nuevo und entdecken dabei ein Schild zu einem offensichtlich privaten Naturpark namens Cinco Ceibas. Da es jedoch schon drei Uhr am Nachmittag ist, lohnt sich der Weg bis zum Naturreservat nicht mehr, und wir kehren zum Zeltcamp zurück. Es regnet und regnet ununterbrochen, und so verbringen wir hier den Rest des Nachmittags im Rauschen des Niederschlags unter dem heimeligen Zeltdach, geschützt hinter den Moskitonetzen, und hoffen, dass es morgen wieder aufklart.

Kleine Abenteuer auf „Cinco Ceibas“

Es regnet auch noch die ganze Nacht hindurch. Doch endlich, in den frühen Morgenstunden, ist nur noch das Tropfen von den Blättern aufs Zeltdach zu hören.

Und als wir noch ein wenig dösend in unserem Zelt liegen, hören wir plötzlich die Rufe der Brüllaffen ganz in unserer Nähe! Wundervoll!!

Durch das gestern entdeckte Schild von Cinco Ceibas sind wir neugierig geworden und besuchen die Internetseite des privaten Naturreservates. Wir erfahren, dass es dort den angeblich längsten Boardwalk Mittelamerikas durch den Dschungel gibt. Der Boardwalk soll an fünf großen Ceibabäumen entlangführen. In einem kurzen Telefonat melden wir uns an und sind kurze Zeit später auf der Schotterpiste in Richtung Norden unterwegs, durch Wälder und riesige Ananasplantagen. Jede noch so kleine Ansammlung von Häusern scheint hier über eine eigene Schule zu verfügen. Erst in den etwas größeren Dörfern entdecken wir auch eine Kirche.

Im Dorf Pangola weist uns ein Mann mit Machete den Weg zu einem bunten Tor. Bald schon stehen wir vor einem riesigen blockhüttenartigen Gebäude und werden in der Empfangshalle mit hübscher, farbenfroher Einrichtung von Isaac willkommen geheißen. Offensichtlich ist Cinco Ceibas eher eine Anlaufstelle für Gruppen als für Einzelpersonen, heute jedoch sind wir die einzigen Gäste. Isaac erklärt uns, was hier alles möglich ist, uns so starten wir in seiner Begleitung in den Tag. Der Spaß ist leider nicht ganz günstig, aber wo wir nun schon einmal hier sind, möchten wir natürlich auch etwas unternehmen und sind mit den 80 Dollar pro Person für eine Entdeckungstour zum Boardwalk, das Mittagessen und eine Kanutour am Nachmittag einverstanden.

Cinco Ceibas ist eine Mischung aus Naturschutz-, Tourismus-, Land- und Forstwirtschaftsprojekt. Das insgesamt 1.100 ha große Privatareal gehört einer Amerikanerin und einem Niederländer. Isaac berichtet, dass die Inhaber die Ländereien 1999 vom Staat erwarben, nachdem dieser mit dem hiesigen Drogenkartell aufgeräumt hatte. Das Areal war zu einem großen Teil freigerodet und wurde durch die Erwerber wieder aufgeforstet. Ein mit Primärwald bewachsener Teilbereich blieb offenbar unangetastet, so dass dort die namensgebenden großen Ceibabäume überleben konnten. Zu den Tätigkeitsfeldern der Farm gehören auch die Herstellung von Teakholzmöbeln für den Export in die USA, die Bewirtschaftung von Ananasfeldern und die Herstellung und der Verkauf eigener Kunsthandwerksgegenstände. Das ganze Projekt ist noch im Aufbau. So können die Gäste derzeit auf der Farm noch nicht übernachten, sondern nur Tagesaktivitäten nachgehen: Tierbeobachtungen auf dem Boardwalk, Ochsenkarrenfahrten, Ausritte und Kayaktouren. Jedoch sind Hütten in Planung. Von Isaac – der ursprünglich aus Nicaragua stammt – erfahren wir, dass er und auch weitere Familienmitglieder seit drei Jahren auf der Farm arbeiten. Isaac lebt mit seiner Frau und zwei Kleinkindern in einem angemieteten Häuschen in der Nähe der Farm.

Mit einem quietschbunten amerikanischen Hippie-Schulbus aus Georgia brausen wir auf einem zugewucherten Pfad in den wilden Teil des Farmgeländes hinein, ein Opossum huscht über die Straße, um uns herum wird der Wald immer tiefer und unergründlicher.

Irgendwo im Nichts stoßen wir auf den Zugang zum Boardwalk. Isaac warnt uns, keinesfalls das Geländer des Stegs zu berühren, da sich hier gerne die berühmt-berüchtigten bullet ants – 24-Stunden-Ameisen – aufhalten. Auf einen Tag mit höllischen Schmerzen können wir verzichten, und so bleiben wir schön in der Mitte des Stegs. Im dichten Primärwald bewundern wir die mächtigen Ceibas und unzählige weitere Pflanzenarten und halten nach Tieren Ausschau. Der älteste hier stehende Ceibabaum ist ca. 60 m hoch und 500 Jahre alt.

Wir bemerken, dass es im Gegensatz zu der Fülle an Geräuschen, die an der Grenze zu Nicaragua zu vernehmen war, hier ungewohnt still ist. Isaac hat zu der Ursache eine Vermutung, mit der er zögerlich herausrückt. Sichtlich aufgewühlt berichtet er von seiner gestrigen Begegnung mit dem holzfällenden Eigentümer des Nachbargrundstücks, den er sozusagen auf frischer Tat dabei ertappte, als dieser gerade damit beschäftigt war, einen Baum einzuschlagen, obwohl mehrere Affen verängstigt in der Krone saßen! Mit freundlichen Worten habe er nichts bewirken können, und erst die Drohung mit einer Anzeige habe den Eigentümer dazu bewogen, seine Leute zurückzupfeifen. Ignorante Idioten gibt es offenbar überall!

Trotz der Stille sind natürlich Tiere im Wald unterwegs, und so beobachten wir vom Boardwalk aus blaue Morpho-Schmetterlinge, Spidermonkeys (Klammeraffen), Fledermäuse am Stamm eines Ceibabaums, ein weiteres Opossum und Green Macaws (Papageien), Aras im Vorbeiflug, mehrere Oropendulas de Montezuma mit vielen, lang herunterhängenden Nestern hoch über uns im Baum und eine fidele Brüllaffenfamilie mit Nachwuchs. Wunderbar!!

Am Nachmittag steht unsere sieben Kilometer lange Paddeltour auf dem Rio Cuarto in offenen Ocean Kayaks auf dem Programm. Mit dem Hippiebus kutschiert uns Isaacs Schwippschwager Wilson zum Anfangspunkt der Tour flussaufwärts. Isaac kommt auch mit, um den Bus wieder zurück zu fahren, denn die Kanutour macht Wilson mit uns, der nur Spanisch spricht. Offenbar traut man uns aber zu, dass wir das zusammen hinkriegen.

Der Fluss führt nach dem tagelangen Regen ziemlich viel Wasser und fließt Respekt einflößend schnell.

Wir wissen nicht so recht, was wir davon halten sollen, ziehen aber tapfer unsere Schwimmwesten an und setzen unsere Helme auf. Im Kanu stellen wir dann schnell fest, dass die starke Strömung schlimmer aussieht, als sie tatsächlich ist. Alles klappt super, und es macht Spaß. Unterwegs erspähen wir Eisvögel und zwei dicke Nutrias. Ich laufe einmal auf Grund, ansonsten überstehen wir die Fahrt ohne besondere Zwischenfälle und ohne zu kentern. Bei jeder „Stromschnelle“ ist jedoch volle Konzentration gefragt! Nach einer Dreiviertelstunde heißt es, großzügig Abstand voneinander halten, damit wir ganz entspannt nacheinander am Zielpunkt anlegen können.

Es ist Zeit, diesen schönen Ort zu verlassen, und so nehmen wir zurück nach La Virgen auf Empfehlung Isaacs nicht die Schotterpiste vom Hinweg, sondern eine schnellere, da asphaltierte Strecke durch zwei Dörfer bis in einen kleinen Flecken namens Santa Rita. Es wird dann auch schon allmählich dunkel, als wir um viertel nach fünf wieder am Zeltcamp ankommen. Und am Abend stellt sich auch der Regen wieder ein.

Von La Virgen nach Puerto Viejo

Wir brechen heute zu einer insgesamt etwa viereinhalbstündigen Fahrt in die Karibik auf. Die meiste Zeit sind wir wieder im strömenden Regen unterwegs. Die vielen Flüsse, die wir überqueren, sind hoch voll, vielfach über die Ufer getreten und reißend. Teils liegen dicke Äste auf der Fahrbahn. Viele Bananenplantagen, aber auch Vorgärten und Grundstücke sind überflutet. Meistens stehen die Häuschen – sicher aus gutem Grund – auf Stelen, einige aber auch nicht. Wir fragen uns, was hier wohl in der eigentlichen Regenzeit abgeht!

Je näher wir der großen Hafenstadt Limón kommen, umso mehr Gewerbe befindet sich am Straßenrand, mehr Müll und irgendwann auch unzählige Containerterminals der großen Lebensmittelkonzerne wie Del Monte und Chiquita. Riesige Stapel mit Hamburg Süd- und Hapag Lloyd-Containern türmen sich auf. Die Straße ist mittlerweile voll mit Container-Trucks. Im Dunstkreis von Limón sehen wir vermehrt Siedlungen mit auffallend einfachen, barackenartigen Gebäuden. Vielleicht sticht die Einfachheit der Behausungen hier auch nur mehr heraus, weil diese nicht in der sonst üblichen lieblichen Landschaft stehen – obgleich wir bereits gelesen haben, dass es ein Wohlstandsgefälle zwischen der Karibikküste und den anderen Regionen Costa Ricas gibt.

Hinter den Ausläufern der Hafenstadt öffnet sich die Landschaft plötzlich zu dem weitläufigen, baumlosen Areal des Flughafens, und im Hintergrund brandet die tosende karibische See mit hohen Wellen auf die Küste. Imposant, aber nicht uneingeschränkt schön! Irgendwie hatten wir uns unsere Ankunft in der Karibik anders vorgestellt. Zumindest hört es während unserer weiteren Fahrt entlang der palmen- und lagunengesäumten Ausgleichsküste endlich einmal auf zu regnen! Wie auch andernorts schon häufig beobachtet, steht auch hier gefühlt jedes zweite Grundstück zum Verkauf. Die Hütten triefen vor Feuchtigkeit und stehen inmitten schlammiger Vorgärten.

Am frühen Nachmittag erreichen wir das Backpacker- und Aussteigerzentrum Puerto Viejo de Talamanca/Caribe. Etwa zwei bis drei Kilometer außerhalb des Ortes an der Playa Cocles finden wir kurze Zeit später unsere Unterkunft für die nächsten drei Nächte, die Azania Bungalows. Malerisch in einem tropischen Garten mit Pool gelegen, verfügen die urigen und sehr gemütlichen Bungalows über mit Maquenque-Blättern gedeckte Dächer und eine Veranda mit Hängematte. Zur Benutzung der Dusche werden wir angehalten, den Duschkopf nicht zu berühren, da dieser unter Strom steht… Wir geben uns Mühe und sollen auch während unseres Aufenthalts keinen elektrischen Schlag bekommen.

Nach einem kurzen Lagecheck machen wir uns in Flipflops im Regen (wie soll es anders sein) zu einem Strandspaziergang nach Puerto Viejo auf und können zum ersten Mal unsere Füße in die brausende karibische See halten! Wenig später streifen wir schon durch den Ort mit seinen vielen alternativen Cafés, Restaurants und Hostels. An fast jeder Straßenecke wird uns Sensimilla, Ganja, Herb, Weed – und wie man Marihuana sonst noch nennen kann – angeboten.

Aus den Bars tönen Reggaeklänge, die Atmosphäre ist bunt, alternativ und entspannt.

Aber um ehrlich zu sein wirkt der ganze Ort auf uns auch ziemlich abgerockt und vermüllt. Wir finden, das karibische Paradies sieht anders aus… Trotzdem lassen wir uns noch ein wenig treiben und beenden unsere Dorferkundung in einer übedachten Gartenbar mit zwei kühlen Cervezas zu den Klängen von Bob Marley, Peter Tosh und UB40.

Auf dem Rückweg, der diesmal über die asphaltierte Hauptstraße führt, macht uns der Strandsand in unseren Flipflops zu schaffen und fängt an zu scheuern, die Autos brausen unaufhörlich an uns vorbei, und es regnet, regnet, regnet. Der Marsch zurück zur Unterkunft ist wirklich der bisherige Tiefpunkt der Reise. Ich habe keine Lust auf Regen, keine Lust auf Aussteiger und keine Lust auf Karibik. Es macht einfach keinen Spaß…

Erst kurz vor unserem Ziel laufen wir noch ein wenig über die recht menschenleere Playa Cocles mit brausenden Wellen, Gischt und ein paar Rettungsschwimmern, wenigen Badenden und Wellenreitern, und wir sind wieder etwas versöhnt. Anschließend nehmen wir ein Bad im kühlen Azania-Pool und machen es uns für den Rest des Abends auf unserer Veranda gemütlich. Der Regen prasselt, die Frösche quaken, und im Hintergrund rauscht gleichbleibend der Ozean.

Von Puerto Viejo in den Nationalpark Cahuita

Wir werden vom strömenden Regen geweckt und haben in Erwartung eines weiteren Tages mit bescheidenem Wetter wenig Lust aufzustehen. Aber wir haben heute Großes vor! Den Besuch des Sloth Sanctuary zwischen Puerto Viejo und Cahuita!

Kurze Zeit später warten wir unter einem Abdach der Faultier-Station den letzten heftigen Schauer des Tages ab, dann klart es endlich auf! Wir sind zu so früher Stunde die einzigen Besucher. Ein Guide führt uns zunächst zu mehreren Gehegen, in denen zwei Zweifingerfaultiere (schweineartig) und drei Dreifingerfaultiere (mit Plätzchen-Frisur) untergebracht sind. Endlich können wir diese herzallerliebsten Tiere aus nächster Nähe beobachten! Wir sind ab sofort Sloth-Fans!!

In vielen Fällen hat die Unterbringung der Tiere in der Station jedoch sehr unschöne Gründe. So ist eines der Dreifingerfaultiere mit einer Stromleitung in Berührung gekommen und hat dabei einen Arm verloren. Andere Jungtiere wurden verwaist aufgefunden oder von der Mutter verstoßen. Diese sind in der Faultier-Nursery untergebracht, die wir im zweiten Teil der Führung kennenlernen. In diesem Bereich wird der Nachwuchs aufgezogen und möglichst für ein Leben in Freiheit vorbereitet. Wir können beobachten, wie die kleinen, flauschigen Faultiere gewogen werden und nacheinander zur Freizeitgestaltung in den Garten getragen werden. Wir sind hin und weg…

Nach der Sloth-Verzauberung fahren wir in den benachbarten Ort Cahuita und parken den Wagen im Ort in Strandnähe. Hier beginnt der rund 8,5 km lange Wanderweg durch den gleichnamigen Nationalpark. Statt einer Eintrittsgebühr können wir eine freiwillige Spende entrichten. Direkt am Eingang bietet uns ein einheimischer, offensichtlich „inoffizieller“ Guide seine Dienste an. Er verlangt 25 Dollar pro Person für seine Begleitung bis zur Punta Cahuita, einer Landmarke ca. 2,5 Stunden entfernt. Wir wollen erstmal abwarten, uns einen Überblick verschaffen und wandern alleine los. Der Weg führt flach direkt an der hier bewaldeten Küste entlang. In einem Abstand von etwa 50 Metern laufen dann drei offensichtlich offizielle Parkranger vor uns her. Sie weisen uns gelegentlich auf irgendwelche Tiere im Gebüsch hin. Bei der ersten Tiersichtung zeigen sie uns drei Waschbären, die etwas vesteckt im Unterholz vor sich hin waschen, dann folgen Leguane, Spinnen und vier winzige Fledermäuse an einem Baumstamm. Kurze Zeit später fragt uns dann einer der Ranger, ob er uns für zusammen 20 Dollar bis zur Punta Cahuita begleiten soll. Dadurch, dass er durch diverse Tiersichtungen bereits in Vorleistung gegangen ist, hat er das Geschäft geschickt eingefädelt. Wir sind nicht unbeeindruckt, der Preis scheint mehr als fair zu sein, und so wandern wir nun in Begleitung von Marco.

Zunächst durchqueren wir den stark strömenden, viel Wasser führenden Rio Suárez mit hochgekrempelter Hose und tragen ab hier Wasserschuhe statt Wanderschuhe. Der Weg ist teils völlig überflutet. Ohne unseren kundigen Guide würden wir uns wahrscheinlich nicht trauen, mit bloßen Füßen durch stehendes Flachwasser zu waten (man weiß ja nie, welches Getier dort kreucht und fleucht!) und würden auch an unglaublich vielen Tieren achtlos vorbeilaufen! Bunte Krabben, mehrere giftige Lanzenottern und andere Schlangen, riesige hartschalige Tausendfüßler, Blattschneiderameisen, Dreifingerfaultiere, ein Stirnlappenbasilisk – den wir fälschlicherweise zunächst für ein Chamäleon halten –, zwei braune Jesus-Christ-Lizards, viele Eidechsen und Fregattvögel säumen unseren Weg. Die giftigen Schlangen kommentiert Marco mit der Bemerkung „Una hora!“ und einem angedeuteten Schnitt durch die Kehle, woraus wir schließen, dass einem nach einem Schlangenbiss ungefähr eine Stunde Zeit bleibt, um das nächste Krankenhaus aufzusuchen und sich ein Gegenmittel verabreichen zu lassen, bevor man das Zeitliche segnet. Wir werden nicht versuchen, diese Aussage auf Richtigkeit zu überprüfen!!

Später, als wir uns an der Punta Cahuita im Bereich des Korallenriffs bereits von Marco verabschiedet haben, geht es aber noch weiter. Wir sehen Pelikane, Agutis, Spidermonkeys und eine Waschbärenfamilie, die neben dem Küstenpfad an einer engen Stelle um einen Busch gebogen kommt und sich genauso erschreckt wie wir, aber tapfer weiter an uns vorbei läuft.

Am Ende des Korallenriffs treffen wir auf einen Karibikstrand wie aus dem Bilderbuch!

Selbst eine Palme wie aus dem Reisekatalog ist vorhanden! Wir können hier baden, denn es scheint hier nicht die berühmt-berüchtigten Strömungen (Ripptiden) zu geben, vor denen hier in Costa Rica so häufig gewarnt wird. Hinein in die Fluten!

Wenig später gelangen wir auf eine breite Piste, über die wir zur etwas zwei Kilometer entfernten Bushaltestelle am Parkausgang gelangen. Eigentlich ist dieser Streckenabschnitt nicht so spektakulär im Vergleich zum vorherigen ultimativen Karibiktraum – wären nicht selbst hier noch einige flinke Waldbewohner in den Bäumen unterwegs: zwei Gruppen Weißschulter-Kapuzineräffchen („Cappuccino-Äffchen“) turnen im Geäst, und aus der Nähe ist unverkennbar Brüllaffengebrüll zu hören! Damit haben wir mitsamt den Spidermonkeys nun schon drei von vier Affenarten Costa Ricas beobachten können. Einzig die aus den Pipi Langstrumpf-Büchern bekannten Totenkopfäffchen (Herr Nilson!) sollen sich auch für den Rest der Reise versteckt halten.

Mit dem Linienbus geht es zurück nach Cahuita und dort direkt in eine Bar. Nach einem ereignisreichen, aber auch anstrengenden Tag gibt es nichts Besseres, als leckere Batidos, in Costa Rica überall erhältliche frisch zubereitete Mixgetränke mit Milch und frischen Früchten (Ananas, Apfel, Erdbeere und Banane)!

Wir haben den Eindruck, dass es in Cahuita noch chilliger und entspannter, aber gleichzeitig aufgeräumter und beschaulicher zugeht als in Puerto Viejo. Aber auch dort macht heute alles einen gefälligeren Eindruck als am regnerischen Vortag. Das Wetter hat sich nun vollständig gewandelt – es ist schwülwarm. Erst am späteren Abend fängt es wieder an zu nieseln. Wir sind ziemlich platt! Im Hotel nebenan wird noch gefeiert, und Bob Marley singt uns in den Schlaf!

Kleine Abenteuer in Manzanillo

Heute düsen wir in unserem Mietwagen nach Manzanillo nahe der Grenze zu Panama, um dort das Refugio Nacional de Vida Silvestre Gandoca-Manzanillo zu besuchen. Am Parkplatz empfängt uns ein freundlicher Parkplatzwächter, der für 1.000 Colones seine Dienste anbietet, die wir gerne annehmen. Ich frage ihn, ob er uns bei der Suche nach einem lokalen Guide behilflich sein kann, denn wir erhoffen uns mit Hilfe kundiger Unterstützung wieder so zahlreiche Tierentdeckungen wie gestern. Er ruft die Frau eines Bekannten an, teilt unser Ansinnen mit, und zwanzig Minuten später steht Walter vor uns auf dem Parkplatz. Er macht einen etwas benebelten Eindruck, hat eine Machete dabei und steckt sich beim Betreten des Waldes als allererstes mal eine Fluppe an. Okay, er soll uns ja nur die Tiere zeigen. Als wir unterwegs sind, bemerken wir jedoch schnell, dass letztlich wir es sind, die IHM die meisten Tiere zeigen…

Das Refugio ist eine Kombination aus Naturpark und bewirtschaftetem bzw. besiedeltem Bereich. Vielleicht auch deshalb scheint dieses Gebiet nicht an den Artenreichtum des Nationalparks in Cahuita heranzureichen. Dennoch entdecken wir mehrere bunte Frösche, zwei umschlungene riesige Tausendfüßler, die sich auf meiner Hand entkringeln, bis die Grenze zum Ekel erreicht ist (erst später erfahre ich, dass es da auch giftige Exemplare zu geben scheint), Tukane, Schwarzspechte, eine riesige Libelle und mehrere Lanzenottern. Fast die ganze Zeit sind wir in Begleitung zweier Hunde, die hinter uns her und um uns herumrennen, sich kratzen, bellen, damit wahrscheinlich ziemlich viele Tiere verjagen und uns deshalb ganz schön auf den Keks gehen.

Nebenbei plauschen wir mit unserem Guide. Walter ist 32 Jahre alt, verheiratet und hat einen kleinen Sohn. An seinem Bein fällt eine ziemlich große Narbe auf, über die er berichtet, dass er sich diese vor sechs Jahren durch einen Schlangenbiss bei der Feldarbeit zugezogen hat. Als die Hälfte der vereinbarten Zeit herum ist, führt er uns zu seinem Haus mitten im Wald, umgeben von einem schönen, großen Garten und einer hügeligen Weide mit drei Pferden, und stellt uns dort mehrere typische Gewächse vor. Wir glauben, dass der eigentliche Grund für diesen Besuch ist, dass er schnell zu Hause eine Kleinigkeit zum Mittag essen kann. So warten wir währenddessen draußen auf einer Bank vor dem Haus. Auf dem kleinen Grundstück gibt es ein separates Kochhäuschen, Wasser aus einer Zisterne und eine Solarzelle auf dem Dach zur Stromversorgung. Walter berichtet, dass er hier sein ganzes Leben verbracht hat. Nach seiner Mittagspause verläuft dann der Rest der Wanderung zurück zur Küste bis auf die Sichtung einer Armee von Blattschneiderameisen ziemlich ereignislos. Walter schneidet mit der Machete einen neuen Pfad im Gestrüpp frei, obwohl wir auch den daneben verlaufenden Weg hätten nehmen können – wer weiß warum… Wenn auch vielleicht nicht der beste Guide, so ist Walter doch irgendwie ein ganz netter und auch interessierter Typ, mit dem es sich ganz gut plaudern lässt. Zurück am Meer und am dortigen Aussichtspunkt Punta Manzanillo mit angegliedertem, recht gut besuchten Strand verabschiedet er sich, und so sind wir auf den letzten Kilometern zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung wieder alleine unterwegs.

Da wir auch nach dem heutigen Tag noch nicht genug von Tierbeobachtungen bekommen können und uns der gestrige Traumstrand magisch anzieht, beschließen wir, noch einmal zum Nationalpark Cahuita zu fahren. Auf der Durchfahrt durch Puerto Viejo ist unüberseh- und unüberhörbar, dass hier gerade irgendein Surfevent im Gange ist. Das muss aber erst einmal auf uns warten, und so treffen wir kurze Zeit später auf der Zufahrtsstraße im Nationalpark schon auf die erste Brüllaffenfamilie in den Bäumen.

Wir laufen den Küstenpfad entlang, durch abgestorbene Palmen und Treibholz hindurch bis zu unserem menschenleeren Traumstrand. Nur noch wir, die Palmen und der Ozean!

In Puerto Viejo wird noch immer gesurft und gefeiert. Alle warten auf die „Salsa Brava“ – die wilde Riesenwelle für die ganz Mutigen. Am Strand sitzen unzählige lässige Menschen, trinken Bier und lauschen den Beats aus den Boxen und den coolen Ansagen eines Surfertyps, der auf einer kleinen Tribüne das Geschehen auf dem Meer kommentiert. Puerto Viejo zeigt sich heute von seiner lebendigen und gleichzeitig lässigen Seite. Unzählige Backpacker, Hipster, Aussteiger, Gestrandete, Althippies, Surfer, afro-karibische Familien, Rastas und sonstige Touristen (wir nehmen an, dass wir wohl in die letzte Kategorie fallen) machen sich hier mit alkoholischen Getränken, Musik und teils auch mit bewusstseinserweiternden Substanzen einen schönen Tag. Hier genießen wir das Getümmel, den Sonnenuntergang und das milde Licht des ausklingenden Tages.

Von Puerto Viejo ins Valle de Orosi

Unsere Rundreise führt uns heute weiter in das etwa viereinhalb Stunden entfernt liegende Orosital. Die Route verläuft wieder an der Karibikküste entlang und durch riesige Bananenplantagen in Richtung Norden zurück zur Hafenstadt Limón. Die Flüsse fließen wieder in ihrem üblichen Bett, die Überschwemmungen sind zurückgewichen, die Häuser stehen wieder auf trockenem Grund. In der Nähe des Ortes Siquirres biegen wir in Richtung Südwesten ab und fahren allmählich in die Berge hinein.

Die Landschaft verändert sich – die Plantagen und einfachen Hütten weichen lieblichen Bergwiesen und schmucken, kleinen gepflegten Anwesen mit blitzeblanken Terrassen. Über Serpentinenstraßen gelangen wir in die wuselige Stadt Paraíso, und schon kurze Zeit später erstreckt sich unter uns das malerische Valle de Orosi auf etwa 1.659 m über NN – Kaffeeplantagen und Korallenbäume, eine Akazienart mit orangefarbenen, leuchtenden Kronen, soweit das Auge reicht! Nach kurzer Suche finden wir die unter deutscher Leitung geführte Orosi Lodge. Wir beziehen unser geräumiges, gemütliches Zimmer mit Handtuchschildkröte und bunten Papierschmetterlingen auf dem Bett. Die Inhaber scheinen ein Faible für verspielte Dekoration zu haben.

Der Tag ist noch jung, also leihen wir uns in der Lodge zwei Mountainbikes und brechen direkt zu neuen Abenteuern auf. Wir erwarten eine beschauliche, kleine Ringstraße durchs Tal und sind erstaunt! Da viele Costaricaner heute frei haben und auch noch Valentinstag ist, brausen sie mit ihren Familien und Kühltaschen im Gepäck in gerne getunten Stufenheckautos umher, um sich in dieser Gegend einen schönen Tag zu machen. So sind Blechlawinen mit Ausflüglern unterwegs, und wir mit unseren Rädern mitten dazwischen. Zudem geht es irgendwie ständig leicht oder fies bergauf. Und wenn es einmal bergab geht, so weiß man schon, dass man da auch später wieder rauf muss… Für Carsten kein Problem, für mich jedoch ist Radfahren bergauf so ziemlich das Schlimmste, zu dem man mich in meiner Freizeit zwingen kann!

Nach einiger Quälerei (bergauf) gelangen wir zu einer Hängebrücke mit mehreren Verkaufsständen. Hier rasten viele Ausflügler, und in ohrenbetäubender Lautstärke schallt Boney M. aus den Lautsprechern. Nach einer dreiviertel Stunde scheint der steilste Teil der Strecke erst einmal überwunden, da fängt es an zu regnen. Alles in allem steht diese Radtour unter keinem so guten Stern. Carsten macht den Vorschlag, dass er zur Hängebrücke zurückfährt, um über diese Flussüberquerung eine Abkürzung zurück nach Orosi zu nehmen und mich und mein Rad dann von dort mit dem Auto abzuholen. Und so trennen sich unsere Wege zum ersten Mal während dieser Reise. Es ist ein guter Plan, denn statt 5 km auf dem Hinweg benötigt er nur etwa 600 m zurück ins Dorf! Ich fahre in faultierartiger Geschwindigkeit zurück über die Talstraße bis in ein kleines Örtchen. Kurz bevor ein Megaanstieg kommt, gebe ich erschöpft und resigniert auf und lasse mich an einer Bushaltestelle nieder. Während ich auf meinen Retter warte, beobachte ich die vorbeifahrenden Autoinsassen und werde von vorbeifahrenden Autoinsassen beobachtet. Carsten eilt schneller herbei als gedacht, und so endet die schmachvolle Radtour zehn Minuten später an unserer Unterkunft.

Als Entschädigung für die sinnlosen Strapazen gibt es auf der gemütlichen Veranda des Lodgecafés zwei Tassen Cappuccino und ein riesiges Stück Schoko-Bananen-Kuchen. Mit Sahne. Ein herrlicher Schmaus!

Vulkanfahrt in den Nationalpark Irazú

Am Morgen ist das Wetter klar und sonnig, der Blick auf den Volcán Irazú ist frei. Damit steht unser Plan für den heutigen Vormittag fest: rauf auf den 3.432 m hohen Feuerberg!

Nachdem wir das wuselige Paraíso hinter uns gelassen haben, ist schon der Weg nach oben schön und abwechslungsreich. Die fruchtbaren Hänge des Vulkans sind größtenteils landwirtschaftlich genutzt, mit vielen Weiden und terrassenartig angelegten Feldern. Wir fahren so hoch, dass wir die sich mittlerweile bildende Wolkendecke durchbrechen und von oben im strahlenden, kraftvollen Sonnenschein auf den weißen, endlosen Watteteppich schauen können.

Oben im offiziellen Nationalparkgebiet angekommen, folgen wir im einem mit einer Holzabsperrung gesicherten Pfad zum Hauptkraterrand. Von hier bieten sich spektakuläre Ausblicke über einen kleineren Nebenkrater und eine weite Ebene aus feinem Vulkangestein. Die karge Fläche wird langsam wieder von einem Grasteppich und ein paar Büschen zurückerobert. Wir erklimmen wenig später über eine mit Schlaglöchern übersäte Straße zu Fuß einen noch höheren Aussichtspunkt.

Die Sonne brennt, die Luft ist dünn, und wir sind kurzatmig. Oben werden wir dafür mit einem grandiosen Panorama über den Hauptkrater und den unendlichen Wolkenteppich belohnt.

Am Nachmittag statten wir der ökologischen Kaffeefinca Christina einen Besuch ab. Die Voranmeldung hat am Vormittag die Inhaberin der Orosi-Lodge für uns übernommen. Mit uns nimmt auch eine vierköpfige Familie aus Atlanta an dem Rundgang teil, die eine Woche in Costa Rica verbringt. Auch Linda, die Inhaberin der Finca ist US-Amerikanerin. Während unseres Rundgangs über die seit 1977 von dem Inhaberpaar geführte Plantage können wir den Weg des Kaffees im Produktionsprozess nachvollziehen. Angefangen mit dem Rohmaterial durchlaufen wir die Schritte des Prozesses in flexibler Reihenfolge über den Röstvorgang, den Anbau auf dem Feld mit Kaffeepflanzen und Schattenbäumchen bis hin zum Wasch- und Trocknungsprozess. Jeder Produktionsprozess bringt auch Abfallstoffe hervor, so auch ein schleimiger Saft aus den Kaffeebeeren. Dieser hält zusammen mit zwei Schweinen die Biogasanlage in Betrieb. Auf der Plantage fühlen sich auch Pflanzen wie Orchideen und Bromelien, Bananenbäume und Armeen von Blattschneiderameisen wohl. Zum Abschluss können wir einen Espresso aus Eigenproduktion verkosten und Kaffee für uns und die Daheimgebliebenen erwerben. Die Führung ist lang, interessant und wegen der lustigen Lady ausgesprochen unterhaltsam.

Auf dem Rückweg zur Unterkunft trägt sich ein unschöner Zwischenfall mit einigermaßen glimpflichem Ausgang zu. Wir fahren bergab auf eine kleine Brücke zu, auf der ein Hund liegt. Dieser springt jedoch nicht wie erwartet zur Seite, sondern windet sich und zuckt vor Schmerzen. Offensichtlich ist er angefahren worden und verletzt. Das Auto, das dies verursacht haben muss, ist weit und breit nicht zu sehen. Wir halten an, und während Carsten bei dem armen Tier bleibt, um es zu beruhigen, sprinte ich zurück bergauf zu einem Supermarkt und bitte die dortigen Angestellten, einen Tierarzt zu rufen. Der Kassierer ruft mehrere Nummern an, alles vergeblich, da die Tierarztpraxen in der Umgebung um diese Uhrzeit schon geschlossen sind. Auf meine verzweifelte Frage, was wir denn nun tun können, erwidert der Kassierer relativ unbeeindruckt, wir könnten den Hund ja ins Auto packen und nach Paraíso bringen – aber wohin, wenn wir uns nicht auskennen? Er, weitere Angestellte und eine anwesende Kundin scheinen sich zu fragen, was die ganze Aufregung soll und ich für ein Gewese um einen Hund mache…

Währenddessen findet Carsten das Tier übersät von Blutspritzern vor. Es zuckt und windet sich auf der Straße. Autos fahren vorbei, die Insassen blicken entgeistert auf das Geschehen. Aber niemand macht Anstalten zu fragen, ob Hilfe benötigt wird. Carsten geht davon aus, dass sich der Hund mindestens eine Pfote gebrochen haben muss, so sieht es zumindest aus. Carsten zieht ihn an seinem Halsband (also hat er bestimmt einen Besitzer) an den Straßenrand und redet beruhigend auf ihn ein. Nach mehreren Versuchen kann er sich irgendwann wieder aufrappeln. Nachdem der Hund die Böschung hinunter gehumpelt und sich zweimal in einem Erdloch verfangen hat, benutzt er nun wieder alle vier Pfoten – anscheinend ist doch nichts gebrochen.

Zur selben Zeit im Supermarkt erbarmt sich irgendwann der Kassierer und begleitet mich zur Brücke. Als wir unten ankommen, traue ich meinen Augen kaum! Carsten blickt vom Straßenrand aus ins Gebüsch, und dort unten im Graben läuft der Hund herum! Immer noch etwas angeschlagen, aber schon wieder recht munter, entschwindet er schließlich durch ein Loch im Maschendrahtzaun. Wir sind froh, dass dem Hund nichts Schlimmeres widerfahren ist – und felsenfest davon überzeugt, dass uns der Kassierer für völlig übergeschnappt halten muss. Ich entschuldige mich bei ihm für die Panikmache, und wir fahren aufgewühlt und beschämt zurück zur Orosi-Lodge. Und so haben wir uns auf Reisen einmal wieder ganz hervorragend zum Deppen gemacht!

Durch das Orosital in den Nationalpark Tapantí Macizo de la Muerte

Über eine erst noch asphaltierte, später dann nur noch geschotterte Straße fahren wir heute durch das wunderschöne Orosital vorbei an Kaffeefeldern, hügeligen Weiden, pastellfarbenen Häusern und Korallenbäumen, die gerne von Horden krakeelender Papageien besetzt werden. Schließlich erreichen wir den Eingang in den Nationalpark Tapantí Macizo de la Muerte. Der Park ist alles andere als überlaufen. Ein Ranger erläutert uns die Wandermöglichkeiten und verweist zudem auf ein kleines Museum, welches wir auch sofort in Augenschein nehmen – ein kleines Räumchen mit ausgestopften Tieren und aufgespießten Insekten hinter Glas.

Über eine vier Kilometer lange Schotterpiste gelangen wir in den Park hinein. Von dieser Haupterschließung zweigen dann drei mehr oder weniger kurze Wanderwege ab – einer davon sehr sehr sehr steil – bis die Straße an einem Mirador endet. Auf den ersten Metern treffen wir auf eine japanische Reisegruppe mit Guide. Die Herren haben alle monströse Teleobjektive, Fotokameras und Stative dabei und versuchen verbissen, jedes noch so kleine Vögelchen im Gestrüpp abzulichten. Währenddessen versucht der Guide, die Vögel mit einem Laserpointer für seine Kunden sichtbar zu machen. Sie fotografieren, als gäbe es kein Morgen mehr! Wir beschließen, die Piste nicht abzulaufen, sondern den Mirador und die Zugänge zu den Senderos mit dem Auto anzufahren. Das spart Energie, und wir haben mehr Zeit auf den schönen, schmaleren Pfaden.

Die Landschaft ist grandios, der Hangwald mit vermoosten Ästen bildschön. Der Rio Grande de Orosi kommt hier als naturbelassener Fluss aus den Bergen. Nur die Tiere bleiben weitgehend im Verborgenen, denn die Vegetation ist ziemlich undurchdringlich. Wir lassen uns viel Zeit zum Beobachten, Lauschen, Staunen und Genießen.

Unsere erste kleine Wanderung führt uns über den 400 m langen Sendero La Pava und den 500 m langen Sendero La Catarata durch den dichten Hangwald hinunter zum Flussufer und wieder hinauf. Uns umgibt verwunschener Wald mit Bambus, wundervollen Baumfarnen, wilden Bananen, Helikoniengewächsen, Bromelien, Lianen, Flechten und Maquenques. Vom Sendero aus haben wir mehrfach freie Sicht auf einen Wasserfall und begegnen – außer vier Arbeitern des staatlichen Energieunternehmens ICE, die am Weg Ausbesserungsarbeiten durchführen – keiner Menschenseele! Als wir das erste Mal ans Ufer und in das kiesige Bett des glasklaren Orosiflusses gelangen, lädt das direkt zum Baden ein! An dieser Stelle ist jedoch die Strömung vergleichsweise stark, so dass wir es erst einmal nur bei einer kleinen Pause am Ufer belassen. Beim zweiten Abstieg zum Fluss treffen wir auf einen wunderbaren, malerischen Uferplatz mit großen Felsen und schwacher Strömung in den Randbereichen. Nichts wie rein in die mitgebrachten Badesachen und Wasserschuhe! Wir malen uns aus, dass irgendwo im Gebüsch jetzt die Herren der japanischen Reisegruppe aufgeregt ihre Riesenfernrohre auf uns richten! Das Wasser ist eiskalt, und es kostet einige Überwindung ganz einzutauchen. Aber es ist herrlich, und danach fühlen wir uns wie neu geboren!

Es wird Zeit, den schweißtreibenden, zwei Kilometer langen Sendero Natural Arboles Caídos in Angriff zu nehmen. Über einen sehr steilen Naturpfad gelangen wir in den höheren, besonders verwunschen wirkenden höheren Hangwald. Wir sind froh, als der Peak irgendwann erreicht ist und es danach nur noch bergab geht. Auf flachem Terrain gelangen wir dann über den 1,2 km langen, am besten und einfachsten erschlossenen Sendero Oropéndula ganz entspannt noch einmal ans Ufer des Río Orosi. In diesem Teil des Parks befinden sich auch mehrere Grillhütten, die darauf schließen lassen, dass es an anderen Tagen deutlich weniger einsam zugeht. Heute treffen wir hier auf eine traumhafte, menschenleere Badestelle. Wir können bis in die Flussmitte waten und uns dort mit der Strömung treiben lassen! Das Wasser ist wunderbar klar und erfrischend, und ein Bad in diesem schönen Bergfluss der beste vorstellbare Abschluss für einen Wandertag!

Von Orosi nach San Gerardo de Dota

Mit duftendem Kaffee im Kofferraum setzen wir heute unsere Rundreise fort. Es geht durch die ehemalige Hauptstadt Costa Ricas – Cartago – hindurch, bis wir zur Carretera Interamericana Sur, dem mittelamerikanischen Teil der legendären Panamericana gelangen. Vor einigen Jahren waren wir auf der Panamericana schon in Chile und Peru unterwegs und können jetzt einen weiteren, kleinen Abschnitt hinzufügen.

Zunächst noch von Gewerbe gesäumt, windet sich die Straße allmählich in die Berge hinein. Wir haben Respekt, denn in der Reiseliteratur wird der Cerro de la Muerte häufig als schwierige Strecke mit Serpentinen, riskanten Überholmanövern und vielen Unfällen beschrieben. Bislang ist davon jedoch nichts zu merken.

Die Carretera präsentiert sich als liebliche Landstraße durch alpin anmutende, wunderhübsche Berglandschaften.

Ab und an haben wir mal einen lahmen LKW-Stinker vor uns, den es schleunigst zu überholen gilt, um den Abgasen zu entkommen, aber das war es auch schon. Wir sind gespannt, was noch kommt.

Am späten Vormittag erreichen wir den Abzweig von der Interamericana ins Tal von San Gerardo de Dota und des Savegre-Flusses. Teils asphaltiert, teils geschottert führt die Serpentinenstraße steil ins Tal hinab vorbei an mehreren Lodges, bis wir unser heutiges Ziel, die Trogon Lodge, erreichen. Es scheint, als seien wir in Bruchtal angekommen! Die Hütten liegen verstreut am Hang umgeben von einem idyllischen Garten mit tropischen Pflanzen, kleinen Pavillons, Forellenteichen und schmalen Pfaden. Wir beziehen unser gemütliches Zimmer mit eigener Veranda.

Auf einer kleinen Rundtour durch das Tal zeigt sich, dass es „das Dorf“ San Gerardo de Dota eigentlich so gar nicht gibt, sondern dass sich die zugehörigen Wohnhäuser und Lodges weit verstreut über das gesamte Tal verteilen. Das Savegretal ist die Hochburg der costaricanischen Forellenzucht – das spiegelt sich auch in der Speisekarte einer kleinen Soda wider, in die wir mittags einkehren. Wir bestellen Casado mit Forellenfilet (klassisches Gericht bestehend aus Gemüse, Reis, Bohnen, Kochbananen und einer Fleisch- oder Fischbeilage) und sind begeistert, aber auch erschlagen von der Größe der Portion!

Den Nachmittag verbringen wir bei recht hohen Temperaturen mit einer kleinen Wanderung über einen etwa drei Kilometer langen Rundweg durch den Bergwald, der direkt an der Lodge beginnt. Sobald die Sonne hinter den Bergen verschwunden ist, wird es im verschatteten Tal dann direkt empfindlich kühl. Anders als an der Küste und im Orosital haben wir es hier mit viel stärkeren Temperaturschwankungen zu tun. Während in unserem Zimmer bereits ein kleiner Gasofen in Betrieb genommen wird, lassen wir den Abend gemütlich am knisternden Kamin der Bar bei ein paar Partien Billard ausklingen, die Carsten fast alle gewinnt. Vor unserer Zimmertür wartet eine auf dem Schaukelstuhl drapierte Wärmflasche auf uns! Heizofen, Kamin, Wärmflasche und dicke schwere Decken – kaum fällt die Temperatur unter die 15 Grad-Marke, und wir kommen uns vor wie auf einer Skihütte!

Auf der Jagd nach dem Quetzal

In aller Frühe quälen wir uns aus dem Bett, um in die geheimnisvolle Welt der Quetzales einzutauchen!

Diese wundersamen, bunt schillernden Vögel kommen nur in Mittelamerika vor und wurden zur Zeit der Azteken als Götter verehrt.

Mit langen Hosen, langem Oberteil und Regenjacke als Kälteschutz bekleidet treffen wir unseren heutigen Guide und unsere Gruppe, bestehend aus etwa zwanzig überwiegend niederländischen Gästen. Nach einer kurzen Einführung steigen wir alle in einen Kleinbus und brausen zur Straße hoch. Die Fahrt dauert nur kurz, denn dort oben kann schon direkt die Suche nach den bildhübschen Tieren beginnen. Sie mögen es gerne windstill und fressen gerne Avocado, also suchen wir an windstillen Stellen mit Avocadobäumen. Wir suchen nicht alleine, denn aus allen Lodges rundherum sind in den frühen Morgenstunden die Gäste mit ihren Guides herbeigeströmt. Immer wenn ein Guide glaubt, etwas entdeckt zu haben, läuft er voraus, und die ganze Rotte im Schlepptau schnellen Schrittes mit gezückten Kameras und Ferngläsern hinterher. Manchmal auch hin und her. Das gibt ein unterhaltsames Bild und hat etwas von Monty Python´s Flying Circus. Einer trabt voraus, alle anderen traben hinterher. Ein unglaublicher Menschenauflauf wegen ein paar (zugegebenermaßen wunderschönen) Vögeln!

Nach einigen Fehlversuchen an verlassenen oder zu windigen Stellen sehen wir sie dann aber endlich doch noch! Erst taucht nur ein einzelner Quetzal hoch über uns als schwarze Silhouette am Himmel auf, dann folgen mehrere Artgenossen in den Bäumen – die Männchen mit dem charakteristischen langen, doppelt gefiederten Schwanz.

Nach dem Frühstück brechen wir auf, um in den erst vor kurzer Zeit neu gegründeten Nationalpark „Los Quetzales“ zu fahren. Es gibt noch keine besondere Infrastruktur oder großartige Beschilderung im Park, kein Rangerhaus und dementsprechend auch keine Eintrittsgebühr.

Über eine Schotterpiste gelangen wir tief in die Wildnis hinein, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben, wohin und wie weit der Weg uns führt.

Wir sind uns sicher, dass wir hier heute früher oder später irgendwo im Wald verloren gehen werden, man uns als verschollen melden und so unsere Costa Rica-Reise enden wird… Doch nach insgesamt etwa einer Stunde Fahrt tauchen erste Häuser und sogar ein Fußballplatz auf! Wir sind in dem in einem tiefen Tal gelegenen Dörfchen Providencia angelangt. Nun werfen wir doch einmal einen Blick in unsere Straßenkarte und sehen, dass wir nicht unbedingt die Strecke durch den Nationalpark wieder zurückfahren müssen, sondern dass von hier über den Ort Copey noch ein weiterer Weg zurück zur Interamericana führt. Insgesamt 30 km spektakuläre, teils ultrasteile Schotterpiste mit traumhaften Ausblicken über die Berge, Wälder, Weiden und Wolkenteppiche! Mann und Maschine werden wieder eins!

Mit dem Erreichen der Carretera ändert sich das bislang sehr schöne Wetter ganz plötzlich. Wir hängen hier oben mitten in den Wolken. Es ist nebelig und Nieselregen fällt. Unter diesen Bedingungen offenbart uns die Straße dann doch schon einmal einen kleinen vermeintlichen Vorgeschmack auf den Cerro de la Muerte. Ein LKW, der ein paar Autos hinter uns fährt, bremst abrupt, der Motorradfahrer dahinter rutscht beim Bremsen auf der nassen Fahrbahn weg und landet im Straßengraben. Im Rückspiegel erkennt Carsten jedoch, dass schon Autos anhalten. Trotzdem kehren wir noch einmal um, um uns zu vergewissern, dass unsere Hilfe nicht doch benötigt wird. Glücklicherweise ist alles in Ordnung, der Motorradfahrer steht schon wieder und ist unverletzt. Wir drehen und setzen unsere Fahrt fort. Einige Meter weiter versuchen zwei Männer im Regen, ihren verreckten SUV von der Straße zu schieben, schaffen es aber alleine nicht. Wir halten erneut und helfen anschieben – nicht ohne unser eigenes Auto abzuschließen, da wir von vorgetäuschten Pannen gelesen haben, bei denen den Helfern das Fahrzeug ausgeräumt wird – eine hier aber unbegründete Sorge. Als auch diese gute Tat vollbracht ist, kehren wir ohne weitere Vorkommnisse zur Trogon Lodge zurück. Nach diesen Zwischenfällen sind wir wirklich auf den morgigen Streckenabschnitt gespannt…

Über den Cerro de la Muerte nach Matapalo

An diesem Morgen bringen wir uns auf der Serpentinenpiste hinauf zur Hauptstraße mit lauten Iron Maiden-Songs für den berühmt berüchtigten Cerro de la Muerte in Stimmung. Wieder auf der Carretera geht es im Sonnenschein und auf tipptopp asphaltierter Fahrbahn zunächst leicht bergauf, so dass wir ein paar lahme Trucks überholen müssen. Schon geht es auf leicht kurviger Strecke wieder bergab. Den Pass haben wir somit anscheinend schon hinter uns. Wir sind irritiert – das soll es jetzt gewesen sein? Wir fragen uns, welche Horrorgeschichten die Autoren manch eines Reiseführers zum Besten geben würden, wollten sie über diverse Passstraßen in den Alpen berichten…!! Zügig durchqueren wir die Stadt San Isidro und gelangen bald an die Küstenstraße auf der Pazifikseite von Costa Rica. Die Temperaturen haben sich vollständig gewandelt.

Wir sind wieder auf Meeresspiegelniveau, und es ist ultraheiß! Gegen Mittag erreichen wir die Playa Matapalo und somit die vorletzte Unterkunft der Reise – das Rafiki Beach Camp. Vier große, komfortabel möblierte Zelte mit Pool und Gemeinschaftsküche im Palmenhain! Von hier sind es nur ein paar Schritte zum rauschenden Pazifik! Wir sind restlos begeistert! Der palmengesäumte Strand ist endlos und nahezu menschenleer, der Sand kochend heiß und die Brandung moderat. Wir werden von unserer „Empfangsdame“ aufgeklärt, dass das Baden nur zur Flut empfohlen wird und während der Ebbe mit den gefährlichen Ripptiden zu rechnen ist, die einen aufs Meer hinausziehen können und schon einigen Badegästen zum Verhängnis geworden sind. In der Unterkunft liegen entsprechend die zum Baden empfohlenen Zeiten aus.

Im Zeltcamp ist Selbstverpflegung angesagt. In einem kleinen, staubigen Supermarkt mit lateinamerikanischer Punkmusikbeschallung decken wir uns für die nächsten Tage mit Lebensmitteln ein. Wenige Minuten später sind wir wieder im Camp und stürzen uns in die Fluten! Das Meer ist unglaublich warm!

Dieser Ort ist der ultimative Tropentraum, der alle Reisekatalogklischees bedient – nur viel besser!

Später dümpeln wir im angenehm kühlen Pool vor uns hin, blicken durch die Palmen in den Himmel, und zehn Pelikane fliegen vorbei! In dieser Umgebung wird man automatisch zum Faultier, im Kopf gähnende Leere, nach und nach werden Hände und Füße vom stundenlangen Wasserkontakt schrumpelig. Pool. Meer. Hängematte.

Obwohl ich inzwischen ziemlich ausgehungert bin, machen wir uns zum Sonnenuntergang noch einmal zum Strand auf. Die schönste Zeit des Tages, mildere Temperaturen, mildes Licht. Es herrscht Ebbe, das Meer hat sich um zehn bis zwanzig Meter zurückgezogen, am Strand erwacht nun das Leben. Aus den umgebenden Unterkünften finden sich Gäste ein, ein paar Kinder, Hunde, unzählige Strandläufervögel auf Nahrungssuche, unzählige kleine Krabben und Schnecken, die im Sand verworrene Spuren hinterlassen, bis die nächste Welle kommt.

Die Sonne geht als großer glühender Feuerball am Horizont der spiegelglatten See unter.

Von Matapalo in den Nationalpark Manuel Antonio

Trotz der unglaublich schwülen Hitze wollen wir heute einen Ausflug in den Nationalpark Manuel Antonio bei Quepos, etwa 25 km nördlich von Matapalo unternehmen. Wir haben schon gelesen, dass der Park einer der Meistbesuchten im Land sein soll und sind gespannt, was uns erwartet.

Auf dem Weg durchqueren wir über viele Kilometer Palmölplantagen und sehen und riechen auch die passende Raffinerie dazu. Die endlosen Monokulturen hinterlassen ein beklemmendes Gefühl… In Quepos ist die Zufahrtsstraße zum Nationalpark gesäumt von Restaurants und regelrechten Bettenburgen. Hier scheint es noch touristischer zuzugehen als in La Fortuna oder Puerto Viejo und wirkt auf uns wie der Ballermann von Costa Rica. Obwohl es erst zwanzig vor acht ist, arbeitet sich bereits eine Autoschlange zum Park vor.

Am Parkplatz werden wir direkt von einem „offiziell“ erscheinenden Herrn angesprochen, der die Parkgebühr kassiert und uns in eine achtköpfige Gruppe für eine geführte Wanderung stecken will. Wir fühlen uns überrumpelt und bevormundet. So lehnen wir erst einmal ab. Zu Recht, wie wir wenig später feststellen. Am Kassenhäuschen bekommen wir mit, wie ein weiterer „Offizieller“ ein Paar anspricht, ob sie an einer Gruppenführung interessiert sind. Sie lehnen ebenfalls ab, und er antwortet in leicht patzigem Ton: „You don´t want to see any animals? Okay, then have a nice day!“ Bei solch einer aggressiven Akquisition haben wir schon aus Prinzip keine Lust auf eine Teilnahme.

Am Eingang erfolgt dann eine Taschenkontrolle. Müsliriegel einzeln dürfen in den Park hineingenommen werden, die zugehörige Pappkartonverpackung jedoch nicht. Auch nicht im Rucksack. Essen in Plastiktüten hingegen ist erlaubt. Wir sind nicht in der Lage zu begreifen, welche Logik hinter dieser Vorgehensweise steckt. Wir haben aber eh nichts zu essen dabei, insofern kann uns das auch egal sein. Nach diesem Spießrutenlauf sind wir nun endlich im Park. Ohne Guide und ohne Essen. Auf den ersten zwei Kilometer werden wir über eine geschotterte, breite Piste geführt, auf der sich unzählige Touristen in großen Gruppen mit ihren Guides tummeln. Spätestens hier sind wir sicher, alles richtig gemacht zu haben.

Nachdem wir diesen Massenauflauf hinter uns gelassen haben, gelangen wir am Ende der Haupterschließung zu mehreren Abzweigen, die zu Stränden und zu diversen Aussichtspunkten führen. Auch in diesem Teil des Parks ist viel los. Es ist Wochenende. An den schönen, aber vollen Stränden herrscht Kühltaschenalarm! Und es ist unglaublich heiß! Der Schweiß läuft in Strömen, aber wir laufen trotzdem tapfer die Wege ab. Obwohl wir uns eher wie in einem Freizeitpark mit Zoo als in einem Nationalpark vorkommen, können wir auch hier viele schöne Tierbegegnungen genießen – und das ganz OHNE Guide: mehrere Faultiere, zwei Agoutis; eine Horde Kapuzineräffchen, die einer Touristin blitzschnell die Plastiktüte aufreißen und die darin enthaltene Banane klauen; mehrere große Leguane, ein Reh und bunte Krabben.

Um die späte Mittagszeit erreichen wir dehydriert wieder den Parkausgang, wo unzählige Händler mit Kokosnüssen, kalten Getränken und Souveniers auf Kundschaft warten und teils sehr offensive Akquise betreiben. Raus aus dem Trubel und zurück an den Pool nach Matapalo! Zum Sonnenuntergang zieht es uns wieder zum Strand. Die Temperaturen sind etwas milder geworden, das Licht ist nicht mehr so grell, alles verschwimmt in der Dämmerung. Die Sonne küsst als riesiger rot-orangefarbener Ball das Meer am Horizont und taucht ab. Wieder ein wunderschönes Spektakel!

Nichtstun am Strand von Matapalo

Es steht uns ein herrlich fauler Tag ohne geplante Aktivitäten bevor. In der Frühe ist der Strand noch menschenleer. Kilometerweite Einsamkeit!

Am Horizont zeichnen sich die Berge in verschiedenen Blautönen ab, und über den Wellen schwebt noch ein leichter Dunst. Die ersten Pelikane ziehen ihre Bahnen.

Der Tag plätschert dahin mit Liegen am Pool, Baden im Pool, Baden im Meer und Liegen in Hängematten. Wir kapitulieren vor der unglaublichen Hitze und haben das Gefühl, trotz überwiegendem Schattenaufenthalt, Eincremen, Kopfbedeckung und langärmeliger Kleidung zu verbrennen! Obwohl wir erst zwei Tage an der Pazifikküste sind, löst sich meine Unterlippe inzwischen auf und wird alle halbe Stunde mit einer Wundcreme einbalsamiert. Gegen Mittag fällt eine Gruppe älterer Expats am Pool ein. Der südafrikanische Inhaber und seine Gattin haben offenbar heute ihre Freunde aus der Umgebung zum Barbecue eingeladen. Es wird getrunken und gefeiert. Das Wochenende macht sich jetzt auch hier in Matapalo bemerkbar, denn vom Strand weht nun Partymusik herüber, ein paar Pickups mit Tagesausflüglern stehen dort herum. Wir freuen uns schon auf morgen, wenn wir das Paradies wieder fast für uns alleine haben.

Auch am folgenden Tag lassen wir uns treiben. Am Strand versucht sich Carsten mit einem kleinen Schaumstoffbrettchen als Wellenreiter. Nach zig gescheiterten Versuchen gelingt es ihm, ganz vorne im Flachwasser vor den Wellen auf festen Untergrund zu fahren. So ungefähr muss es ausgesehen haben, als in grauer Vorzeit die ersten Lebewesen an Land kamen! Später streunen wir durch die Palmenhaine, um in den hohen Bäumen nach Faultieren Ausschau zu halten.

Nach einem letzten traumhaften Sonnenuntergang am Strand von Matapalo finden wir uns zum Barbecue im Camp ein und verbringen einen netten Abend mit einer Schweizer Familie, die sechs Wochen in Mittelamerika unterwegs ist. Es werden Reisegeschichten und -tipps ausgetauscht, und wir erfahren, dass es hier einen Nachtwächter für die vier Zelte gibt, der auf uns aufpasst, während wir süß und selig schlafen. Das war uns entgangen. Und so kommen wir uns ein wenig ahnungslos vor, als unser letzter Tag an diesem wunderbaren Ort zu Ende geht.

Von Matapalo nach Alajuela

Wir brausen durch die beklemmend riesigen Palmölplantagen die Pazifikküste entlang Richtung Norden. Teils ziehen verödete Felder mit geköpften Palmen an uns vorbei. Immerhin sind darunter Neuanpflanzungen erfolgt (wir haben auch von Feldern gelesen, die so ausgelaugt sind, dass auf ihnen gar nichts mehr wächst). Unsere Route führt uns an Quepos vorbei, die Gegend bleibt sehr touristisch und ist geprägt von Gated Communities, Luxus-Condominiums und Hotel-Bettenburgen.

In der Straßenkarte entdecken wir, dass auch ein Nationalpark auf unserem Weg nach Alajuela liegt, den wir bislang noch gar nicht im Visier hatten und dessen Name uns auch nicht bekannt ist. Der kleine Nationalpark Carara bei Tárcoles. Als wir auf der Zufahrtsstraße mehrere große Baumechsen entdecken, sind wir trotz der großen Hitze sofort bereit für einen Spontanbesuch. Auf dem Parkplatz sichert uns ein netter Ranger zu, dass wir hier unseren Mietwagen mitsamt unserem Gepäck sicher abstellen können.

Da in dieser Region nicht nur die Sonne brennt, sondern einem hier auch das Dengue-Fieber zusetzen könnte, tragen wir alle verfügbaren Mittelchen auf, bevor wir nun doch noch einmal unsere Wanderschuhe aktivieren. Auf betoniertem Pfad stoßen wir schon bald auf eine Stelle, an der sich irgendwo das Nest einer Arafamilie befinden soll. Plötzlich bemerken wir hoch über uns einen dunkelroten Schatten und einiges Geflatter und sehen einen der Aras auf der Rückseite eines mächtigen Baumes verschwinden. Wir umrunden den Baum und siehe da! Oben befindet sich eine längliche Baumhöhle, aus der unverkennbar der Kopf eines Papageien herausschaut! Wunderbar! Grandios! Einmalig!

Wir streifen noch einige Zeit auf weiteren, nicht mehr asphaltierten Wanderwegen durch den dichten, schönen Wald mit diversen Tierbegegnungen und setzen bald unsere Fahrt fort.

Ahnungslos stoßen wir einige Zeit später auf der Brücke über den Río Tárcoles auf eine Menschenansammlung. Dahinter befinden sich einige Verkaufsstände und Parkmöglichkeiten. Irgendetwas scheint es hier zu entdecken zu geben… Als wir auf der Brücke stehen und nach unten zum Fluss blicken, trauen wir unseren Augen kaum! Unter uns zählen wir sage und schreibe 28 (!!!) Krokodile, im seichten Wasser dümpelnd und nahezu regungslos auf lebendige Nahrung wartend, die ahnungslos den Fluss hinabgetrieben kommt. Schaurig-schön!

Über eine Mautstraße erreichen wir am Nachmittag den Großraum San José und die benachbarte Stadt Alajuela, wo sich der internationale Flughafen und auch unsere Unterkunft für die letzte Nacht in Costa Rica, das Hotel Buena Vista, befinden. Hier können wir die Reise entspannt ausklingen lassen, den Mietwagen wieder abgeben, den Vorabend-Check-In ausführen und unsere Habseligkeiten für die Rückreise sortieren.

Bevor wir morgen den Heimflug antreten, haben wir am Abend vom Garten hinter dem Haus einen letzten beeindruckenden Blick über das im Glanz tausender funkelnder Lichter erstrahlende Valle Central.

Was bleibt… Wir haben Costa Rica als ein sehr leicht und entspannt zu ergründendes Reiseland kennengelernt. Unvergesslich sind herzliche und interessante Begegnungen, die überwältigende, üppige Natur, der tiefe, unergründliche Regenwald, die endlosen, einsamen Strände, der triefende Dauerregen genauso wie die maßlose Hitze, die urgewaltigen Vulkane, kraftvollen Gebirgsflüsse, die unbekannten Geräusche und Düfte der Tropen und die atemberaubende Artenvielfalt! Pura vida!

Wart Ihr schon in Costa Rica oder plant eine Reise dorthin? Wir freuen uns auf Eure Empfehlungen, Anregungen und Kommentare!

 

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