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Toskana – Kulturlandschaft und „Dolce Vita“

Als sich in Deutschland bereits ungemütliches Herbstwetter eingestellt hat, erwarten uns im sonnigen Italien mediterrane Hügellandschaften, endlose Olivenhaine, leckeres Essen, toller Wein und mittelalterliche Städte!

Knapp zehn Tage verbringen wir in einer der malerischsten Kulturlandschaften Europas – zumindest danach zu beurteilen, was wir bis jetzt mit eigenen Augen gesehen haben. Diesmal unternehmen wir keine Rundreise und übernachten nicht auf Campingplätzen, sondern haben uns für ein kleines Apartment auf einem der vielen pittoresken Anwesen entschieden, die neben der Landwirtschaft und dem Weinbau auch die Beherbergung von Gästen für sich entdeckt haben. Mit unserem Mietwagen, einer kleinen italienischen Knutschkugel (Fiat 500), sind wir mobil. Sie passt perfekt zu unserer – vermutlich ziemlich deutschen und hoffnungslos romantischen – Vorstellung von „Dolce Vita“.

Unsere Unterkunft befindet sich auf der „Azienda Agricola Podere Cellole“ in Castellina. Das urige Anwesen gehört zum einige Kilometer entfernten Weingut San Fabiano Calcinaia und ist inmitten des berühmten Weinanbaugebietes Chianti gelegen. Umgeben von Weinbergen und Olivenplantagen wohnen wir in einer der rustikalen Ferienwohnungen des Anwesens, können über einen idyllisch gelegenen Pool weit in die toskanischen Hügel blicken und direkt von hier zu Wanderungen aufbrechen. Kurz vor Saisonschluss sind wir die letzten noch verbliebenen Gäste für dieses Jahr! Unsere einzige Gesellschaft auf dem Anwesen sind die nette Housekeeperin Nicoletta und Hofhund Carlotta.

Um diese Jahreszeit ist es in der Toskana immer noch spätsommerlich warm, die Touristenströme der Sommermonate haben sich weitgehend aufgelöst. Die großen Städte wie Florenz oder Siena sind ganzjährig vielbesucht, aber in den kleinen Orten ist es nun wunderbar entspannt. In den malerisch verwinkelten Gassen der historischen Städte und Dörfer lässt es sich stundenlang umherstreifen. Überall treffen wir auf geschichtsträchtige Orte und beeindruckende Gebäude. Neben den vielen kleinen Lebensmittel- und Delikatessgeschäften bieten selbst die Supermärkte eine große Auswahl an Antipasti, interessanten Käsesorten und anderen Leckereien. In nahezu jedem Ort gibt es darüber hinaus unzählige Möglichkeiten, die vielfältigen Weine der Region zu verkosten und zu erwerben. Damit ein Picknick am Pool oder bei einer Wanderung zu veranstalten, ist ein wunderbares Erlebnis!

Jeden Tag schwärmen wir aus, um einen anderen Teil der Region zu besichtigen oder auf einer Wanderung die nähere Umgebung zu erkunden.

Unsere Highlights stellen wir Euch hier vor – kurz und knackig (denn einen Reiseführer können und wollen wir nicht ersetzen):

Castellina und die Weinregion Chianti

Castellina, ein malerisches Städtchen mit rund 2.900 Einwohnern, liegt inmitten der Weinregion Chianti. Von hier lassen sich viele Orte der Toskana in recht kurzer Zeit erreichen. In Castellina wird uns vor allem ein regnerischer Tag in Erinnerung bleiben, an dem uns der freundliche Federico gemeinsam mit einem kanadischen Paar spontan zu einer allerletzten Weinprobe einlädt, bevor er seinen Laden für die Saison abschließt – eine kleine Enoteca im Zentrum des Dorfes. Alles muss raus, und er kredenzt uns das volle Programm: Chianti Classico, Vinsanto, Grappa, Super-Toskaner. Um elf Uhr am Vormittag betreten wir den Laden, am frühen Nachmittag sind wir wieder draußen… wie Ihr Euch vorstellen könnt, ist an weitere Unternehmungen an diesem Tag nicht zu denken!
Einen wunderbaren Tag verbringen auch auf dem Weingut San Fabiano Calcinaia, zu dem unsere Unterkunft gehört, und können dort in einer kleinen Privatführung den Keller kennenlernen und an einer Weinprobe teilnehmen.

Siena

Im mittelalterlichen Zentrum Sienas hat es uns vor allem die Piazza del Campo, der zentrale Platz mit dem alles dominierenden Torre del Mangia angetan. Von oben haben wir einen grandiosen Rundblick über die Stadt und den imposanten Dom mit seiner Prunkfassade und dem charakteristischen schwarz-weiß gestreiften Turm. In den unzähligen kleinen Kaffeebars können wir uns unter die Einheimischen mischen und im Stehen – wie man es eben hier so macht – unseren Espresso trinken.

Wer jemals die Gelegenheit hat, irgendwo eine Ausstellung des Fotografen Steve McCurry zu besuchen, sollte sie unbedingt wahrnehmen! Während unseres Aufenthaltes in Siena können wir uns seine Fotografien im Museumskomplex Santa Maria della Scala direkt am Domplatz ansehen und sind tief beeindruckt.
Wunderbare Pastagerichte und einen tollen Service in urigem Ambiente bietet die „Osteria Nonna Gina“. Das kleine Restaurant ist bis auf den letzten Platz besetzt, aber es lohnt sich, sich hier etwas Zeit für eine ausgedehnte Mittagspause zu nehmen.

San Gimignano

Schon von weitem ist die beeindruckende Skyline San Gimignanos zu sehen, die mit ihren aufragenden grauen „Geschlechter-Türmen“ auf den ersten Blick eher an eine Industrielandschaft als an ein mittelalterliches Städtchen erinnert! Die Türme bilden das Wahrzeichen der als Weltkulturerbe der UNESCO geschützten Stadtkerns und haben ihren Ursprung in mittelalterlichen Familienfehden. Es ist wunderbar, sich hier einfach ein wenig treiben zu lassen, den Wochenmarkt zu besuchen, durch die engen Gässchen und die Olivenhaine innerhalb der Stadtmauer zu stromern und sich die Werke der vielen kleinen Künstler anzusehen, die sich hier niedergelassen haben.

Florenz

Auf einer Rundtour durch die Stadt lassen sich zu Fuß bereits an einem einzigen Tag viele weltberühmte Sehenswürdigkeiten erkunden. Für Museumsbesuche sollte hingegen mehr Zeit eingeplant werden, denn alleine in den langen Gängen der Uffizien kann man vor den vielen berühmten Gemälden von Botticelli, da Vinci, Michelangelo und Co. die Zeit schlichtweg vergessen!

Wir beginnen unseren Rundgang in dem um diese Jahreszeit fast menschenleeren Boboli-Garten und wandeln zwischen gepflegten, symmetrischen Buchsbaumhecken und allerlei Statuen umher. Der Garten gehört zum Palazzo Pitti, dem einstigen Hauptsitz der berühmten florentinischen Kaufmannsfamilie der Medici. Unbekannter, aber nicht weniger schön ist der in der Nähe gelegene Bardini-Garten. Von einer Freiterrasse hat man hier eine herrliche Aussicht über die Stadt und den Fluss Arno und kann sich einen guten Überblick verschaffen, bevor man durch wenig bevölkerte Gassen ins historische Stadtzentrum hinabschlendert.

Dort erwarten uns monumentale Gebäude und weite Plätze wie die berühmte Ponte Vecchio (als älteste Brücke der Stadt) und die Piazza del Duomo mit der monumentalen Kathedrale Santa Maria del Fiore und dem gegenüber liegenden achteckigen Baptisterium. Auf der Piazza della Signoria beeindruckt uns vor allem der imposante Bau des Palazzo Vecchio, des alten Stadtparlaments, mit einer Kopie der berühmten Davidstatue von Michelangelo (das Original befindet sich im Palazzo, eine weitere Kopie im Hotel Caesar´s Palace in Las Vegas!!). Nach der Besichtigung all dieser herrlichen, geschichtsträchtigen Stätten eignet sich die große Halle des Mercado Centrale im San-Lorenzo-Viertel hervorragend, um an bunten Marktständen die zahlreichen Leckereien zu probieren oder in einer der Kaffeebars zu sitzen, die Passanten zu beobachten und in aller Ruhe den Rundgang durch Florenz ausklingen zu lassen.

Wanderung durch die Colline di Chianti

Das Weinlaub ist schon herbstlich rot gefärbt, als wir von unserer Unterkunft ausgehend durch Eichenwälder und Olivenplantagen streifen und malerische Zypressenalleen und kleine Weingüter unseren Weg säumen. Unsere Wanderung führt uns von Castellina in Chianti in das rund zwölf Kilometer entfernt gelegene Örtchen Quercegrossa. Bei einem kleinen Picknick können wir die Mauereidechsen beobachten und die letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Jahres genießen. Mit dieser wunderschönen Wanderung geht unsere Zeit in der Toskana langsam zu Ende – ein frühwinterliches Deutschland wartet auf uns!

Wart Ihr schon einmal in der Toskana oder plant eine Reise dorthin? Wir freuen uns auf Eure Empfehlungen, Anregungen und Kommentare!

 

+++ Hinweis: Sämtliche Namensnennungen und Empfehlungen in unseren Beiträgen basieren auf unserer persönlichen Meinung. Für die Erwähnung von Namen, Marken, Titeln etc. und für das Setzen von Links erhalten wir keine Bezahlung und auch keine anderweitige Gegenleistung. +++

Comments (2):

  1. bfehl

    19. September 2018 at 12:01

    Das sieht echt alles wunnerbaar aus!!

    Antworten
    • Nadine

      19. September 2018 at 17:18

      Ja, danke schön für Deine tatkräftige Unterstützung!!

      Antworten

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