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Zandvoort – ein Wochenende zwischen Partymeile und Nationalpark

Die zwei Seiten von Zandvoort: einerseits Feiervorort der Amsterdamer und zugleich trubeliges Motorsportzentrum, andererseits ganz in der Nähe endloser, einsamer Sandstrände und die wunderschöne Dünenlandschaft des Nationalparks Zuid-Kennemerland direkt vor der Haustür! Vom Ruhrgebiet ist dieser Teil der Niederlande in ungefähr drei Stunden Fahrzeit erreichbar. Wir verbringen hier ein verlängertes Wochenende mit unserem Campervan.

Der Campingplatz „De Lakens“ befindet sich inmitten der Dünen in der Nähe des Dorfes Bloemendaal, etwa drei Kilometer von Zandvoort entfernt. Wir fühlen uns sofort wohl. Besonders die großzügigen Stellplätze, die durch kleine Dünenwälle und Sanddornhecken voneinander getrennt sind, haben es uns angetan! Die Wohnmobile, Camper und Zelte stehen verteilt auf kleinen, geschützt liegenden privaten „Inseln“ mit viel Abstand zum nächsten Nachbarn. Auf einigen Stellplätzen gibt es fest installierte Hängematten, Tische, Bänke und einen eigenen Wasseranschluss. Für Jugendgrüppchen und Feierfreunde gibt es ein für sich liegendes Areal etwas abseits in den Dünen. Hätten wir keinen Campervan, würden wir vielleicht eine der besonderen Unterkünfte, die es hier gibt, mieten – zum Beispiel Safarizelte, Rundzelte in unterschiedlichen Größen, „Airstream“-Wohnwagen und –hütten.

Der Campingplatz grenzt direkt an den Nationalpark Zuid-Kennemerland an. Hier verbringen wir einen sonnigen Nachmittag auf dem Fahrrad und erkunden die weitläufige Dünen- und Waldlandschaft auf gut erschlossenen Wegen. Es gibt außerdem viele kleine Trampelpfade und Wanderwege mit lauschigen Picknickstellen. Ab und zu treffen wir auf schottische Highlandrinder und Ponys, die frei durch das Gelände streifen. Im Besucherzentrum gibt es neben Informationen zum Park auch eine nette Gastronomie mit urigem Biergarten.

Zandvoort selbst gehört bestimmt nicht zu den städtebaulichen „Perlen“ der Niederlande. Zwischen dem Campingplatz De Lakens und dem Ortszentrum reihen sich entlang der Straße endlose asphaltierte Parkflächen aneinander. In der Hauptsaison muss hier der Teufel los sein! Am nördlichen Ortsrand liegt zudem eine berühmte Autorennstrecke. Für Freunde des Motorsports wahrscheinlich eine super Sache. Allen anderen dürfte hingegen der zeitweise wirklich schockierende Lärm der Motoren auffallen, der zeitweise und je nach Windrichtung auch auf dem  Campingplatz zu hören ist. Die Uferpromenade in Zandvoort ist durch viele Bausünden der 1970er Jahre von dem eigentlichen alten Ortskern getrennt.

Nachdem wir an den großangelegten Baublöcken vorbeigeradelt sind, gelangen wir in den dahinterliegenden gewachsenen Teil der Stadt. Wir sind ja froh, dass es hier tatsächlich eine kleine Altstadt gibt und wir hier auf eine gemütliche Fußgängerzone mit Läden, Restaurants und Cafés treffen! Das hatten wir ehrlichgesagt gar nicht mehr erwartet…

Seit Schulzeiten verbinden wir mit Zandvoort den Ruf als Partyort. Passend dazu reihen sich an dem kilometerlangen Strand vor allem in Ortsnähe die bewirtschafteten Strandpavillons aneinander. Am Strandabschnitt von Bloemendaal befinden sich weitere Partylocations, Clubs und Restaurants. Um dorthin zu gelangen, ist von unserem Campingplatz nur eine große Düne zu überwinden. Oder man fährt ein paar Minuten mit dem Rad zum ebenen Strandzugang. Am Samstagabend treffen wir hier auf ein bunt gemischtes Publikum, das auf unterschiedlichsten Parties abfeiert, vom Schlager bis zum Techno.

Ein einziges Wochenende reicht natürlich nicht aus, um die Gastronomie und Beachclubs in Zandvoort und Umgebung genauer zu erkunden. Eigentlich lernen wir nur ein einziges Restaurant kennen – das „San Blas“ am Strand von Bloemendaal mit mexikanischer Küche. Hier landen wir, weil in dem benachbarten Club „Bloomingdale Beach“, den wir eigentlich ansteuern wollten, schon am frühen Abend eine wilde Technoparty im Gange ist – nicht ganz der passende Rahmen für ein geruhsames Abendessen… Auch im San Blas herrscht um diese Zeit wegen der zahlreichen Gäste eine recht beeindruckende Lärmkulisse, aber es gefällt uns – eine riesige Terrasse mit chilligen Loungeecken und Meerblick, das bunte Mobiliar und die leckeren vegetarischen Burritos finden wir ziemlich überzeugend. Ganz am Ende der Reihe treffen wir auf den Club „Woodstock 69“ – eine coole Institution in Gestalt einer alten Piratenstadt mit Strandgut, Palmen, lauschigen Sofaecken, Sonnenliegen und Lagerfeuerromantik, untermalt von entspannten Beats. Kühle Getränke und Ibiza-Atmosphäre – eindeutig unser Favorit am Strand von Bloemendaal!

Nur wenige Kilometer von der Küste entfernt und vor den Toren Amsterdams liegt die rund 160.000 Einwohner zählende Stadt Haarlem. Wer ein paar Tage in Zandvoort verbringt, sollte sich einen Besuch der bildhübschen Innenstadt nicht entgehen lassen!

Unser erster Eindruck – ein Amsterdam in klein! Wie die „große Schwester“ hat auch Haarlem hat einen Fluss (die Spaarne), idyllische Kanäle, Zugbrücken und Grachten, über die die Ausflugsboote schippern. Einheimische und Besucher schlendern in der Altstadt durch die engen, kopfsteingepflasterten Straßen und über mittelalterliche Plätze. In der malerischen Kulisse alter Bürgerhäuser genießen die Leute den Tag in den vielen Restaurants und Cafés oder beim Einkaufen. Genau das tun wir auch! Bei jedem Besuch in den Niederlanden sind wir immer wieder aufs Neue begeistert, dass die städtischen Plätze mit unzähligen Tischen und Stühlen ausgestattet und so zum großen Treffpunkt werden. Auf dem Samstagsmarkt lässt es sich wunderbar flanieren und probieren. Die üppig-bunten Blumenstände sind eine wahre Augenweide und die Preise erstaunlich günstig. Wir können nur deshalb widerstehen, einen der riesigen Sträuße zu kaufen, weil wir im Campervan keine Vase dabeihaben… Für uns aber ein absolutes Muss: der Besuch eines Fischstandes! Frisch gebackener Kibbeling (panierte, kross frittierte Stücke aus Seelachsfilet), zarte Matjesfilets (in den Niederlanden: Haring!) im Weichbrötchen, frittierte Muscheln oder Garnelen – einfach herrlich!

Unser Fazit: Auch wenn Zandvoort wegen des Stadtbildes und des Trubels nicht zu unseren niederländischen Lieblingsorten gehört… mit den vorhandenen, schönen Campingmöglichkeiten, den Strandbars, dem Nationalpark nebenan und den vielen sehenswerten Orten in der Umgebung kann man hier sicherlich auch länger als nur ein Wochenende eine abwechslungsreiche und entspannte Zeit verbringen!

Wart Ihr schon einmal in Zandvoort? Wir freuen uns auf Eure Empfehlungen, Anregungen und Kommentare!

+++ Hinweis: Sämtliche Namensnennungen und Empfehlungen in unseren Beiträgen basieren auf unserer persönlichen Meinung. Für die Erwähnung von Namen, Marken, Titeln etc. und für das Setzen von Links erhalten wir keine Bezahlung und auch keine anderweitige Gegenleistung. +++

 

Comments (2):

  1. Björn

    23. Oktober 2018 at 15:54

    Ich war leider noch nie in Zandvoort aber dafür schon einmal in Bergen, was auch sehr schön ist!

    Antworten
    • Nadine

      23. Oktober 2018 at 17:29

      Hallo Björn! Wir sind durch Bergen bislang nur einmal hindurchgeradelt. Vielleicht sollten wir uns das noch einmal näher ansehen! Danke für den Tipp! 😉

      Antworten

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