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Natuurkampeerterrein „De Rietkraag“ – Grünes Camping in der Provinz Overijssel

Aus der Nähe hören wir das leise Gegacker der Hühner, die Vögel zwitschern und ein leichter Sommerwind rauscht in den Birken. Auf der großen Zeltwiese und am kleinen Kanal, an dem mehrere Kajaks vertäut liegen, spielen einige Kinder. Ein perfekter Ort, um die Seele baumeln zu lassen!

„De Rietkraag“ (übersetzt: der Schilfgürtel) heißt dieser kleine, idyllisch gelegene Campingplatz in der Nähe der Ortschaft Lemelerveld in der Provinz Overijssel.

Im Jahr 2003 wurde der Campingplatz eigens nach dem Konzept der Natuurkampeerterreinen durch einen Landschaftsarchitekten geplant und im wahrsten Sinne des Wortes „auf der grünen Wiese“ neu angelegt. Über allem stand die Frage: Wie muss ein Campingplatz gestaltet sein, auf dem die Natur im Mittelpunkt steht? Das Ergebnis sind großzügige Stellplätze mit viel Platz zum Nebenmann auf weiten Wiesen und kleinen Lichtungen. Ahornhecken, Baumgruppen, Gehölzinseln und die Obstbäume auf einer großen, zentralen Zeltwiese spenden Schatten.

Uns erscheint „De Rietkraag“ als perfekter Ort für alle, die beim Campen den Zugang zum direkten Landschaftserleben suchen und die Ruhe, den Blick ins Grüne und viel Freiraum zu schätzen wissen. Bei aller Naturnähe bietet „De Rietkraag“ aber auch alle Annehmlichkeiten wie ein tipptopp gepflegtes Waschhaus, einen Aufenthaltsraum, überall auf dem Gelände einladende Sitzmöglichkeiten, Brötchenservice und einem Angebot an Bierspezialitäten lokaler Mikrobrauereien.

Die aktuellen Inhaber, Eveline und Sander, haben den Platz im Jahr 2015 übernommen. An den vielen liebevollen Details merkt man, dass eine Menge Leidenschaft in diesem Unternehmen steckt.

Unternehmungen in der Region Overijssel

Wenn wir an diesen vier Tagen nicht gerade eine herrlich entspannte Zeit auf dem Campingplatz verbringen, erkunden wir die Gegend. Die Umgebung von „De Rietkraag“ gehört nicht unbedingt zu den touristischen Hotspots der Niederlande, und gerade das macht sie so interessant. Der Campingplatz befindet sich nur ein paar Minuten von dem Ort Lemelerveld entfernt. Am Kanal entlang radelt man durch Felder und Weiden, an einem hübschen, neuen Wohngebiet vorbei bis ins Ortszentrum. Dort gibt es alles, was man für den täglichen Bedarf so braucht (Supermarkt, Bäcker, Metzger, ein paar Marktstände), aber auch ein paar Einkehrmöglichkeiten (Café, Restaurant). Von hier aus lässt sich die Gegend hervorragend mit dem Rad erkunden – in den endlosen Parklandschaften mit malerischen Hofanlagen, Waldgebieten und Kanälen kann man stundenlang unterwegs sein!

Die Highlights unseres verlängerten Wochenendes:

Universitäts- und Provinzhauptstadt Zwolle

Für einen ganztägigen Ausflug per Rad oder bequemer auch mit dem Auto eignet sich die rund 20 km von „De Rietkraag“ entfernt gelegene Universitäts- und Provinzhauptstadt Zwolle. Immer dem Overijsselkanal folgend erreicht man nach etwa einer Stunde gemütlichen Radelns die Ausläufer der Stadt und nähert sich entlang einer Hausbootkolonie dem Zentrum.

In Zwolle mit seinen rund 125.000 Einwohnern geht es recht beschaulich zu. Die Altstadt der ehemaligen Hansestadt ist von einem charakteristischen ehemaligen Festungsgraben umgeben, der heute als Kanal ausgebildet ist. Heute verläuft hier in Teilen eine alleeartig angelegte Fahrradpromenade. Wir fühlen uns ein Bisschen an die Unizeiten in Münster erinnert. In der Innenstadt gibt es einige sehenswerte Kirchen (eine davon zum Buchladen umgenutzt) und Museen. Vor allem aber lässt es sich herrlich durch die kleinen Fußgängerzonen bummeln und in interessanten Geschäften stöbern, die es in den uns bekannten deutschen Einkaufsstraßen nicht unbedingt gibt (unser Highlight: Möbel und Wohnaccessoires bei home stock). Wie in so vielen niederländischen Städten gibt es auch in Zwolle wunderbare Möglichkeiten, auf Straßen und Plätzen vor den Cafés und Restaurants zu sitzen. Wenn die Niederländer neben Wasserbau eines können, dann Außengastronomie!

„Kasteel het Nijenhuis“, Heino

Ein weiteres schönes Ziel für einen Radausflug ist das rund 10 Kilometer von Lemelerveld gelegene Örtchen Heino, und dort insbesondere das ehemalige Rittergut „Kasteel het Nijenhuis“. Die malerische Wasserburg, die ihren Ursprung im frühen Mittelalter hat, ist heute ein Museum für bildende Kunst (Eintritt pro Person 12,50 Euro pro Person). Ein Rundgang durch die Haupt- und Nebengebäude, vor allem aber durch die insgesamt rund 4,5 Hektar große Parkanlage führt an vielfältigen Kunstwerken aus unterschiedlichsten Epochen entlang. Von klassischen Sandsteinstatuen aus dem 18. Jahrhundert bis hin zur kolossalen Ritterfigur von David Bade aus dem Jahr 2012, die wie ein riesiger, leuchtend orangefarbener Wächter auf einer weiten Rasenfläche hinter der Burg steht, ist alles dabei. Man muss kein Kunstfan oder -experte sein (wir sind es zumindest nicht), um die Exponate auf sich wirken zu lassen und sich einfach mal auf etwas Neues einzulassen. Dafür bietet dieses kleine, feine Museum reichlich Möglichkeiten.

Das Naturschutzgebiet „Lemelerberg“

Etwa 10 Kilometer von „De Rietkraag“ entfernt erhebt sich eine eiszeitlich entstandene Hügelkette aus der Ebene, das Naturschutzgebiet „Lemelerberg“. Das Gebiet bietet unzählige Möglichkeiten sowohl für Spaziergänge als auch mehrstündige Wanderungen durch schattige Kiefernwälder, mit Blaubeersträuchern und Gräsern bestandene Lichtungen und über Sandhügel mit ihren charakteristischen Wacholderbüschen und Teppichen aus Heidekraut.

An den höchsten Punkten, dem Archemerberg und dem Lemelerberg erreicht das Areal eine Höhe von rd. 78 Metern über NN. Was sich erst einmal nicht viel anhört, reicht aber immerhin aus, um von mehreren, oben gelegenen Aussichtspunkten einen beachtlichen Weitblick in das umgebende flache Land zu haben. Egal, ob man dem Lemelerberg nur einen kurzen Besuch abstattet oder sich hier mehrere Stunden aufhält, kann man das Gelände auf wunderbar einsamen Pfaden durchstreifen und die Natur in aller Ruhe genießen. Wenn man dann irgendwann mit müden Füßen wieder den Wanderparkplatz „Lemelerberg“ erreicht, trifft man dort auf einen malerischen Biergarten mit einer großen Kiesterrasse umgeben von Schatten spendenden Birken. Zeit für ein erfrischendes Witbier (was sonst?) und einen Eisbecher mit Sahne!

Habt Ihr schon einmal auf einem Natuurkampeerterrein übernachtet? Wie hat es Euch gefallen? Was bedeutet für Euch naturnahes Camping? Wir freuen uns auf Eure Anregungen, Tipps und Kommentare!

+++ Hinweis: Sämtliche Namensnennungen und Empfehlungen in unseren Beiträgen basieren auf unserer persönlichen Meinung. Für die Erwähnung von Namen, Marken, Titeln etc. und für das Setzen von Links erhalten wir keine Bezahlung und auch keine anderweitige Gegenleistung. +++

Comments (2):

  1. Tamara

    12. Juli 2019 at 14:36

    Ein wirklich sehr schöner Beitrag zu eurem Campingurlaub und vor allem Bilder sprechen bekanntlich mehr als Worte. Da kommt man gleich wieder in den Genuss zu campen. Wir, also mein Mann und unsere beiden Kids lieben das Campen, obwohl wir nicht sonderlich oft unseren Urlaub auf dem Campingplatz verbringen. Seit einigen Jahren verbringen wir unseren Urlaub nämlich in Südtirol, standardgemäß im Hotel (https://www.feldhof.com/familie/familienurlaub/), doch zur Abwechslung werden wir sicher wieder einen Campingurlaub machen.

    Tamara

    Antworten
    • Nadine

      16. Juli 2019 at 14:27

      Liebe Tamara, vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich selbst konnte mir als Kind nichts Schöneres als Campingurlaub vorstellen, und auch jetzt ist es für uns die schönste Art zu reisen. Wir freuen uns, dass Ihr durch unseren Beitrag wieder ein Bisschen Lust aufs Campen bekommen habt 😉 Viele Grüße, Nadine

      Antworten

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